Schiedsrichter Wolfgang Stark hat bei der Verhandlung vor dem DFB-Bundesgericht erklärt, dass er das Fehlen von Eckfahnen und des Elfmeterpunktes bei der Fortsetzung des Relegationsrückspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) am 15. Mai "nicht mitbekommen" habe.

Der 42-Jährige aus Ergolding hatte die Partie in der Nachspielzeit für 21 Minuten unterbrochen, da Fans der Gastgeber vorzeitig das Spielfeld gestürmt und wohl auch beschädigt hatten.

Danach hatte Stark die Partie für gut 90 Sekunden fortsetzen lassen.

"Wir haben davor nur zwei kleine Löcher in der Nähe der Mittellinie gesehen. Wir haben nicht mitbekommen, dass Eckfahnen und der Elfmeterpunkt fehlten. Wenn wir es gemerkt hätten, hätten wir den Platzwart auffordern müssen, für Ersatz zu sorgen", sagte Stark am Freitag, betonte aber: "Es bestand keine Verletzungsgefahr. "

Stark sagte zudem, dass er beim Platzsturm der Fortuna-Anhänger "keine Angst" gehabt habe, "dass die Zuschauer mir etwas tun".

Auf Details ging der FIFA-Referee bei seiner Schilderung über verbale und körperliche Angriffe der Hertha-Profis nach dem Schlusspfiff in den Stadionkatakomben - anders als in der Woche zuvor vor dem DFB-Sportgericht - nicht ein.

Stark erklärte aber erneut, dass das Schiedsrichter-Team nach der Partie von Berliner Spielern "mehrfach körperlich und mit Worten angegriffen" worden sei.

Außerdem hätten die Hertha-Akteure "gewaltsam" in die Kabine der Referees eindringen wollen.

Das DFB-Bundesgericht verhandelt seit 12.30 Uhr über den Protest von Hertha BSC gegen die Wertung des Skandalspiels in der Relegation bei Fortuna Düsseldorf (2:2).

Die Berliner sind sportlich aus der Bundesliga abgestiegen, hoffen aber trotz der Niederlage in erster Instanz vor dem Sportgericht weiter auf ein Wiederholungsspiel.

Vor Gericht gekommen sind unter anderem Hertha-Trainer Otto Rehhagel, Kapitän Andre Mijatovic und Keeper Thomas Kraft. Die Düsseldorfer vertritt Vorstandsmitglied Paul Jäger.

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