Schiedsrichter Wolfgang Stark hat nach dem unter skandalösen Umständen beendeten Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2: 2) schwere Vorwürfe gegen einige Berliner Fußball-Profis erhoben.

"Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen", sagte der Referee aus Ergolding während der Verhandlung des Berliner Einspruchs gegen die Spielwertung vor dem DFB-Sportgericht am Freitag in Frankfurt/Main.

Medienberichten zufolge hatte Stark den Georgier Kobiaschwili noch in der Kabine wegen Körperverletzung angezeigt. Dazu äußerte sich Stark zunächst nicht.

Von Christian Lell sei er zudem "aufs Schärfste attackiert und am Arm gepackt worden", sagte Stark.

"Die Beleidigung, die dabei gefallen ist, war: Du feiges Schwein!"

Auf dem Weg zur Schiedsrichterkabine seien die Unparteiischen dann von weiteren Spielern von Hertha BSC abgefangen worden. Andre Mijatovic habe ihn als "Wichser" bezeichnet.

Die Berliner hätten "die Kabine stürmen" wollen. "Wir mussten die Türen immer wieder zudrücken. Ich konnte Mijatovic und Kraft (Torhüter Thomas Kraft, d. Red.) erkennen.

Dabei fielen weitere Beleidigungen: 'Stark, Du Arschloch!' Ich hatte Angst und war den Tränen nahe und musste mir auf die Lippen beißen. So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der 42 Jahre alte FIFA-Schiedsrichter.

Er habe, sagte Stark, nach einer 20-minütigen Unterbrechung wegen des verfrühten Platzsturms der Düsseldorfer Fans von der Polizei grünes Licht für die Fortsetzung bekommen.

Daraufhin habe er Hertha-Manager Michael Preetz, dem Fortuna-Trainer Norbert Meier und den beiden Spielführern mitgeteilt, dass "noch eineinhalb Minuten" zu spielen seien. "Ich habe das Spiel nicht abgepfiffen, sondern lediglich unterbrochen", sagte Stark.

Am Freitag wird vor dem Sportgericht nur verhandelt, ob es ein Wiederholungsspiel geben wird oder nicht. Persönliche Strafen sollen später ausgesprochen werden.

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