Der Aufsichstrat des viermaligen deutschen Meisters 1. FC Kaiserslautern hat Klubchef Stefan Kuntz trotz des Abstiegs aus der Bundesliga das Vertrauen ausgesprochen.

"Der Aufsichtsrat sieht keine Alternative zu Stefan Kuntz", sagte Aufsichtsratsboss Dieter Rombach zu Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend.

Bei der Versammlung mit rund 2300 Klubangehörigen im Fritz-Walter-Stadion, an der auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck teilnahm, wurde die schlechteste Saison in der Geschichte der Roten Teufel aufgearbeitet.

"Wir hatten dreieinhalb erfolgreiche Jahre, dann ging die Rückrunde leider sportlich komplett in Hose", sagte Rombach: "Dennoch ist die wirtschaftliche Basis gesichert, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Das Motto kann nur sofortiger Wiederaufstieg heißen."

Der zuletzt nicht mehr unumstrittene Kuntz, dem Vorwürfe in vielen Bereichen gemacht wurden, brachte die Mitglieder mit einer äußerst kämpferischen Rede wieder hinter sich und erhielt dafür Standing Ovations.

"Ich werde den Verein weiter mit Herzblut und Leidenschaft führen", sagte Kuntz: "Ich habe Fehler gemacht und werde sie weiter machen. Aber ich lasse mich nicht verbiegen und werde den Verein weiter so führen, wie ich es für richtig halte."

Der zuletzt nicht mehr unumstrittene Kuntz, der laut Rombach aufgrund des Abstiegs 40 Prozenz seines Gehalts einbüßt, will trotz eines auf zehn Millionen Euro zusammengestrichenen Etats die Rückkehr in die Eliteklasse schaffen.

Die Profis Sandro Wagner, Nicolai Jörgensen, Thanos Petsos, Dorge Kouemaha, Lucas und Torwart Kevin Trapp werden das Budget nicht mehr belasten. Auch Gil Vermouth soll den Klub verlassen.

Die Zukunft von Kapitän Christian Tiffert, Pierre De Wit, Ilijan Micanski, Clemens Walch und Chadli Amri ist offen.

Als Neuzugänge für Trainer Krassimir Balakow, der mit der Hypothek von sieben Niederlagen in acht Spielen unter seiner Regie in die kommende Zweitliga-Saison startet und wie die Profis nicht bei der Versammlung anwesend war, stehen Mimoun Azaouagh und Albert Bunjaku fest.

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