Kevin-Prince Boateng (vorne) und Julian Draxler äußern sich besorgt © getty

Schalkes Bosse setzen auf Talente statt Millionen-Investitionen. Die Leistungsträger äußern sich deshalb besorgt.

Von Holger Luhmann

München - Klaas-Jan Huntelaar und Kevin-Prince Boateng zeigten sich nach den jüngsten Signalen der Schalker Verantwortlichen etwas alarmiert.

Und auch Julian Draxler äußerte Besorgnis.

Grund sind die Aussagen von S04-Boss Clemens Tönnies und Manager Horst Heldt. Demnach wollen die Königsblauen die garantierten Einnahmen in der Champions League nicht in neue Stars investieren, sondern weiter auf die zweifellos hoffnungsvollen Talente setzen.

Doch die Leistungsträger sind besorgt.

Die Sehnsucht nach einem Großangriff ist groß - innerhalb der Mannschaft sowie im Umfeld. Aber ebenso groß sind die Zweifel, ob dieser Großangriff mit dem aktuellen Kader in die Tat umgesetzt werden kann.

Boateng: "Brauchen erfahrene Profis"

"Wir wollen noch stärker werden. Dazu brauchen wir auch erfahrene Profis", wird Boateng in der WAZ zitiert.

Und Draxler ergänzt: "Nur mit einer A-Jugend sind wir nicht Dritter geworden." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Droht jetzt Zoff auf Schalke?

Thon: "Weiter auf die jungen Wilden setzen"

Schalkes Weltmeister Olaf Thon findet die Marschroute der Klubführung genau richtig.

"Im Schwerpunkt weiter auf die jungen Wilden zu setzen, ist der richtige Weg für Schalke. Ein Kaan Ayhan hat schon letzte Saison bei Spieleröffnung und Freistößen neue Akzente gesetzt", erklärte der 48-Jährige.

Thon glaubt dennoch, dass neben dem bereits feststehenden Neuzugang Sidney Sam "bei Gelegenheit noch ein erfahrener Spieler kommen" wird, so dass "die Mischung stimmt."

Außerdem, so Thon, hätten Tönnies und Heldt immer noch die Möglichkeit zu reagieren, falls der Saisonstart schief gehe. "Boateng haben sie ja auch aus der Situation heraus geholt", führte Thon aus.

Sam und Rückkehr der Verletzten

Fakt ist: Tönnies und Heldt setzen weiter auf ihre Talente. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die etwa 20 Millionen Euro Einnahmen für die Königsklasse nicht für einen Star ausgeben werden, sondern damit Verbindlichkeiten abgebaut werden.

Heldts Rechnung lautet: Sam und Torhüter Giefer stehen als Neuzugänge fest. Zudem kehren einige Verletzte zurück. Dies gilt unter anderem für Dennis Aogo, Jan Kirchhoff.

Selbst auf der Position des rechten Verteidigers sieht Heldt keinen Handlungsbedarf. Neben Atsuto Uchida und Höwedes könnten dort auch Marco Höger und Kaan Ayhan spielen, argumentiert Heldt.

Heldt findet Team "gut aufgestellt"

Heldt findet, dass er den aktuellen Spielern eine sehr gute Perspektive für die kommende Saison aufzeigen kann.

Er sieht die Mannschaft "gut aufgestellt".

Nun muss er nur noch seine Leistungsträger davon überzeugen.

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