Borussia Dortmund will Ciro Immobile unbedingt als Lewandowski-Nachfolger. SPORT1 erklärt, was den Stürmer auszeichnet.

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Von Holger Luhmann

München - Der Appetit wird Ciro Immobile vergangen sein.

Im WM-Quartier der Italiener in Mangaratiba stellten Kontrolleure 50 Kilogramm Lebensmittel sicher. Unter anderem bei Garnelen, Hühner-Ravioli und Lachs war das Haltbarkeitsdatum überschritten - oder gar nicht erst vermerkt.

Ein wenig auf den Magen geschlagen sein dürfte dem 24 Jahre alten Stürmer mit dem besonders großen Heißhunger auf Tore zudem die ungeklärte sportliche Zukunft.

Zwar sollen sich Immobile und Borussia Dortmund über einen Fünfjahresvertrag einig sein. Der FC Turin und Juventus, denen der Angreifer je zur Hälfte gehört, wollen die Ablöse noch ein bisschen nach oben treiben.

Deal angeblich perfekt

Doch es gibt Hoffnung auf ein Ende des Pokers um Immobile.

Nach Informationen von "France Football" soll der Hammer sogar schon gefallen sein. Bei 22 Millionen Euro soll Dortmund den Zuschlag erhalten haben.

Eine Bestätigung, dass der Deal tatsächlich in trockenen Tüchern ist, gibt es aber noch nicht. Nach den ganzen widersprüchlichen Meldungen der vergangenen Wochen ist Vorsicht geboten.

Stark im Pressing und Umschaltspiel

Die BVB-Scouts haben Immobile auf jeden Fall längst für gut genug befunden, die Lücke des zum FC Bayern wechselnden Robert Lewandowski zu schließen.

Was sie gesehen haben? Immobile ist ein richtiger Torjäger, beidfüßig stark, eiskalt im Strafraum. Seine Spezialität ist es, blitzschnell aus der Drehung zu schießen.

Zudem gilt er als lauffreudig, stark im Pressing und Umschaltspiel. Qualitäten, die BVB-Trainer Jürgen Klopp für sein System äußerst entgegen kommen würden.

In der Bundesliga müsste er seine Durchschlagskraft aber zunächst unter Beweis stellen und sich in Dortmund intern gegen den bereits feststehenden Neuzugang Adrian Ramos durchsetzen. Bislang hat Immobile nur in der abgelaufenen Saison richtig überzeugt. Ein Fragezeichen bleibt.

Aufgewachsen in der Nähe von Neapel

Immobile ist in Torre Annunziata aufgewachsen. Nur etwas mehr als 20 Kilometer entfernt von Neapel.

Noch immer stimmen die etwas älteren Fans des SSC Neapel dort das Lied "Ho visto Maradona" an. Eine Art Liebeserklärung an ihren einst heiß geliebten Star. "Ich habe Maradona gesehen", skandieren sie.

Immobile kann das nicht behaupten. Als Maradona seine Karriere 1991 in Neapel beendete, war Immobile gerade 16 Monate alt.

Eine kleine Odyssee

Seitdem ist Immobile selbst zu einem sehr guten Fußballspieler herangereift. Das Trikot des SSC Neapel hat er aber nie übergestreift. Seine Jugend verbrachte er bei Sorrento Calcio, dann zog es ihn zu Juventus Turin. Es folgte eine kleine italienische Odyssee mit Ausleihen in die Serie B.

Bis bei Immobile in dieser Saison beim FC Turin der Knoten so richtig platzte. Mit 22 Treffern schoss er sich in der Serie A zum Torschützenkönig.

Und geht es nach Borussia Dortmund, können die Fans auf der Südtribüne bald singen: "Ich habe Immobile gesehen." (SHOP: Jetzt BVB-Fanartikel kaufen)

"Borussia eine bedeutende Mannschaft"

Lobeshymnen auf den BVB stimmte Immobile in der vergangenen Woche im WM-Trainingslager in Florenz an.

"Die Borussia ist eine sehr bedeutende Mannschaft, und für meine Entwicklung wäre es wichtig, in der Champions League zu spielen", betonte er.

Doch der FC Turin und Juve wollen die Ablöse wohl noch etwas in die Höhe schrauben. Vielleicht ist bei den aus Frankreich kolportierten 22 Millionen Schluss. Vielleicht sind aber nicht einmal 25 Millionen genug.

Auch bei Barca auf der Liste?

Da passt es bei dem Vertragspoker ins Bild, dass nun auch der FC Barcelona in das Werben um Immobile eingestiegen sein soll. Insbesondere Barcelonas neuer Trainer Luis Enrique ist angeblich vom Stürmer begeistert.

Es könnte aber auch alles noch ganz anders kommen. Wenn Immobile, der am 5. März beim 0:1 gegen Spanien erstmals für die Squadra Azzurra auflief, bei der WM in Brasilien neue Begehrlichkeiten weckt.

Umso mehr würde sich die Borussia über eine schnelle Einigung freuen.

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