Hakan Calhanoglu (l.) kam im Sommer 2013 vom Karlsruher SC zum Hamburger SV © getty

HSV-Sportchef Oliver Kreuzer verweigert Hakan Calhanoglu die Freigabe für einen Wechsel nach Leverkusen und übt Kritik.

Hamburg - Keine Freigabe für das Mittelfeldjuwel, stattdesssen muss sich Hakan Calhanoglu Vorwürfe gefallen lassen.

Sportchef Oliver Kreuzer vom Hamburger SV hat einem Transfer des 20-Jährigen zu Bayer Leverkusen eine klare Absage erteilt.

"Hakan hat bei uns einen langfristigen Vertrag ohne Ausstiegsklausel. Punkt", sagte Kreuzer in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt": "Ich sehe Hakan für uns als einen Schlüsselspieler in den kommenden Jahren." (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen)

Zugleich übte Kreuzer auch Kritik:

"Vor drei Monaten hat uns Hakan noch gesagt, welche große Perspektive er beim HSV sieht, wie sehr er sich zu diesem Verein bekennt, dass er hier helfen möchte, etwas aufzubauen", sagte Kreuzer, "und jetzt soll auf einmal alles anders sein? Nein, das können wir nicht akzeptieren."

Kreuzer bleibt beim Nein

Auch die Aussicht auf eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe werde die klammen Hanseaten nicht wanken lassen, sagte Kreuzer. Der HSV sei mittlerweile "finanziell so aufgestellt, dass wir auf diese Transfersumme nicht angewiesen sind."

Karl Gernandt, designierter Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger nach einer möglichen Umsetzung der Reforminitiative HSVPlus, geißelte Calhanoglus Verhalten, öffentlich einen Wechsel einzufordern.

"Wozu machen wir Verträge, wenn acht Wochen später alles wieder Schall und Rauch ist?", sagte der Vertraute des HSV-Mäzens Klaus-Michael Kühne der "Hamburger Morgenpost": "Das ist eine charakterliche Schweinerei, es klingt nach einem unerzogenen Jungen."

Druck von Calhanoglu

Calhanoglu hatte am Mittwoch in Hamburg für Wirbel gesorgt und trotz laufenden Vertrages bis 2018 seinen sofortigen Wechsel nach Leverkusen eingefordert.

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Berater beschwichtigt

Calhanoglus Berater Bektas Demirtas hatte danach jedoch bei SPORT1 beschwichtigt: "Vertrag ist Vertrag, der Junge würde keinen Ärger machen. Wir würden dann über eine Gehaltserhöhung sprechen, die dem Jungen schon in Aussicht gestellt wurde. Dann geht es weiter. Für eine Lösung müssten sich alle Partien bewegen. Von uns wird es keinen Druck geben." (Bericht)

Bayer Leverkusen wies zudem darauf hin, dass der Klub den HSV bereits vor Wochen über das Interesse an Calhanoglu informiert habe.

Völler: "Hamburg entscheidet"

Bayer-Sportchef Rudi Völler erklärte in der "Bild"-Zeitung: "Der Spieler hat den Wunsch, den Verein zu wechseln und möchte zu uns. Wir würden an Stelle des HSV auch überlegen, was wir jetzt machen. Klar ist: Hamburg entscheidet - und wir akzeptieren jede Entscheidung", sagte der Weltmeister von 1990.

Tesche und Rincon gehen

Zwei Kollegen von Calhanoglu werden den Klub definitiv verlassen.

Die auslaufenden Verträge mit den defensiven Mittelfeldspielern Tomas Rincon und Robert Tesche (beide 26) werden wie erwartet nicht verlängert.

Das gab der Verein auf seiner Homepage bekannt. "Der HSV bedankt sich bei beiden Spielern für ihren Einsatz und ihre Leistungen, sowohl auf als auch neben dem Platz, und wünscht

ihnen alles Gute für ihre Zukunft", hieß es in einem Statement. Rincon spielte seit Januar 2009 für die Hanseaten, Tesche wechselte ein halbes Jahr später an die Elbe. Das Duo soll in "naher Zukunft" verabschiedet werden.

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