Frankfurt und Schaaf - das passt zusammen, sagt Friedhelm Funkel bei SPORT1. Der neue Coach müsse sich nicht sehr umgewöhnen.

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Von Martin Jahns

München - Der große Schweiger ist wieder da.

Nach einjähriger Auszeit kehrt Thomas Schaaf zurück auf die große Fußballbühne.

Ausgerechnet Eintracht Frankfurt, die vermeintliche Diva vom Main, ist Schaafs erste Karrierestation außerhalb des beschaulichen Bremens.

Schweres Erbe für Schaaf

Insgesamt 14 Trainer gaben sich in der schnelllebigen Bankenmetropole allein während Schaafs Amtszeit als Coach von Werder Bremen die Klinke in die Hand.

Nun tritt der gebürtige Mannheimer als Nachfolger von Erfolgstrainer Armin Veh ein schweres Erbe an und muss dabei den Abgang mehrerer Leistungsträger kompensieren.

Schwierige Voraussetzungen, doch Frankfurt und der kauzige Schaaf passen besser zusammen, als es auf dem ersten Blick den Anschein hat.

Bruchhagen bringt Konstanz

Das hängt vor allem mit Heribert Bruchhagen zusammen. Seit 2003 ist Bruchhagen Geschäftsführer in Frankfurt. Und der frühere Sport- und Geographielehrer trieb der Eintracht die Flausen aus.

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Friedhelm Funkel, von 2004 bis 2009 Frankfurts Trainer, lobte seinen früheren Vorgesetzten bei SPORT1 in höchsten Tönen. "Heribert Bruchhagen strebt gerade auf der Trainerposition Kontinuität an und hat seinen Trainern auch in schwierigen Zeiten immer den Rücken gestärkt", sagt Funkel.

Und fügt hinzu: "Das ist längst kein Schleudersitz mehr, die Eintracht gehört zu einer der besten Adressen in der Bundesliga."

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Realismus statt Größenwahn

Bruchhagens Realismus schlug sich auch in der Wahl seiner Trainer nieder: Statt schillernder Figuren der 90er wie Klaus Toppmöller oder Dragoslav Stepanovic prägen seine Amtszeit seriöse Arbeiter wie Funkel, Michael Skibbe und Veh.

Bezeichnenderweise endete ausgerechnet das Intermezzo unter dem polarisierenden Christoph Daum im Abstieg.

Größenwahn ist nicht die Sache von Bruchhagen. So steckt schon vor dessen Amtsantritt eine Menge Thomas Schaaf im Verein.

Einige Baustellen

Auch Bedenken wegen der rauen Medienmetropole Frankfurt teilt Funkel nicht: "Die Medienlandschaft, die ich dort erlebt habe, war immer fair."

Schaaf dürfte das gelegen kommen, denn er übernimmt eine Mannschaft im Umbruch: Mit Pirmin Schwegler, Sebastian Rode und jetzt auch Sebastian Jung kehren die Stützen der vergangenen Jahre dem Verein den Rücken. Schwegler und Rode gar zum Nulltarif.

"Man braucht ein glückliches Händchen bei den Neuverpflichtungen, aber das traue ich Heribert Bruchhagen und Thomas Schaaf zu", sagt Funkel.

Erster Kandidat ist Schaaf-Zögling Aaron Hunt. Der Bremer Kapitän hat seinen Vertrag bei Werder nicht verlängert und könnte ablösefrei wechseln.

Wechsel für Hunt ein Fortschritt

Für Hunt wäre ein Wechsel nach Frankfurt in Funkels Augen durchaus ein Fortschritt: "Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft in der neuen Saison mit Thomas Schaaf eine viel bessere Rolle spielt und daran anknüpft, wo sie im letzten Jahr aufgehört hat."

Funkel ist ohnehin der Meinung, dass sich Schaaf gar nicht so sehr umgewöhnen muss. "Er wird überhaupt keine Probleme bei der Frankfurter Eintracht haben, weil es ein Verein ist, der Werder Bremen ähnelt, wo sehr viel ein Stück weit familiär ist und Vertrauen ausgestrahlt wird", erklärt Funkel.

Er ist sich sicher: "Was Thomas Schaaf Jahrzehnte in Bremen erlebt hat, wird er auch in Frankfurt vorfinden."

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