Für Thomas Schaaf ist der Job bei Eintracht Frankfurt Chance und Risiko zugleich. Doch er muss seine Schwächen abstellen.

Das Ende der wochenlangen Frankfurter Trainersuche kam überraschend, und die Wahl war noch überraschender.

Nicht die zuletzt heiß gehandelten Roberto Di Matteo, Bernd Schuster oder Murat Yakin erhielten nach der Absage von Wunschkandidat Roger Schmidt den Vorzug, sondern ein alter Bekannter:

Thomas Schaaf kehrt nach einjähriger Pause auf die Bundesliga-Bühne zurück.

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Es wird ein spannender Neuanfang werden: Denn weder als Spieler noch in seinen bisherigen 14 Jahren als Profi-Trainer hat Schaaf für einen anderen Klub als Werder Bremen gearbeitet.

Er muss nun zeigen, dass er auch außerhalb des Biotops Bremen erfolgreich arbeiten kann.

In der Medienstadt Frankfurt ist der Wirbel rund um die Eintracht ein ganz anderer und der Wind sehr schnell wesentlich rauer. Eine große Herausforderung für den Schweiger von der Weser, der sich zumindest zum Teil neu erfinden muss.

Schaaf muss beweisen, dass er auch einen anderen Verein als Werder trainieren kann - und das auch noch wesentlich besser als in seinem enttäuschenden letzten Jahr. Und er muss dabei wesentlich mehr als früher in der Öffentlichkeit ein gutes Bild abgeben.

Denn die Anhänger des hessischen Vorzeigevereins erwarten nicht weniger als attraktiven, erfolgreichen Fußball und im tiefsten Herzen auch in nicht allzu ferner Zukunft wieder das Vordringen an die Tabellenspitze.

Somit ist das Abenteuer Frankfurt für den im rund 70 Kilometer entfernten Mannheim geborenen Schaaf Risiko, aber auch Chance.

Dann, wenn er bei der Eintracht an seine ersten zehn Jahre in Bremen anknüpft.

Dort formte er aus einem mittelmäßigen Team einen Titelkandidaten, der mit teilweise herrlichem Fußball dem FC Bayern das Fürchten lehrte und 2004 das Double gewann.

Deshalb könnte Schaaf genau der richtige Mann für das notorisch aufgeregte Frankfurter Umfeld sein - wenn er seine Stärken ausspielt und an seinen Schwächen, gerade in der Außendarstellung, arbeitet.

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