Frankfurts Trainersuche ist beendet: Thomas Schaaf wird Nachfolger von Armin Veh. Seine Spielphilosophie ist ausschlaggebend.

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Von Marcel Guboff

München/Frankfurt - Der Name war schon beinahe egal. Nach der Absage von Roger Schmidt würde der neue Trainer von Eintracht Frankfurt als zweite Wahl gelten. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung.

Mit der Verpflichtung von Thomas Schaaf ist es nun aber eine richtig prominente, eine große B-Lösung geworden. Der ehemalige Werder-Coach unterschrieb bis 2016 bei den Hessen. Und nach den Spekulationen um Bernd Schuster, Roberto Di Matteo und Murat Yakin wirkt es beinahe so, als hätte die Eintracht den 53-Jährigen plötzlich aus dem Hut gezaubert.

Dabei stand Schaaf schon länger auf der Liste. "Wir haben schon lange Kontakt mit Thomas gehabt", bestätigte Sportdirektor Bruno Hübner.

Warum es dann doch so lange gedauert hat, um einen Nachfolger für den scheidenden Trainer zu präsentieren, lassen die Verantwortlichen offen.

Bruchhagen ärgert sich über Spekulationen

Sicherlich: Es hat mehrere Kandidaten gegeben. "Wir haben sehr viele Gespräche geführt", sagte Heribert Bruchhagen SPORT1. Eintrachts Vorstandsboss wollte aber keine anderen Namen kommentieren.

Nur so viel: "Jedes Medium hatte seinen eigenen Trainerkandidaten und wollte einen Trend setzen." Soll heißen: "Es wurden so viele Namen genannt, die bei uns nie konkret gehandelt wurden", ergänzt Hübner. Daher sei er froh, dass Thomas Schaaf nie in den Medien erschienen sei.

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Ist Schaaf also doch mehr als die B-Lösung? Nach seiner 14-jährigen Tätigkeit in Bremen wirkte der gebürtige Mannheimer kraftlos. Ein Jahr hatte er nun Zeit, um den Akku wieder aufzutanken. Und mit Frankfurt wieder anzugreifen.

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Schaaf begründete seine Entscheidung pro Frankfurt wie folgt: "Die Eintracht hat einen interessanten und offensiven Fußball gespielt, dafür stehe ich ja auch." Diesen "Weg weitergehen und festigen", formuliert er seine Ziele. Hübner erklärte: "Thomas Schaaf steht für Spektakel. Wir wollen an dem spektakulären Fußball anknüpfen und erfolgreich sein."

Auch die Vita spricht für Schaaf. Als Trainer wurde er mit Bremen 2004 Deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger (1999, 2004 und 2009) und 2006 Ligapokal-Sieger.

An Titel denkt in Frankfurt aber noch niemand. Für Bruchhagen geht es erst einmal darum, dass die Frankfurter "fester Bestandteil der Bundesliga" bleiben. Dafür wollen die Eintracht-Verantwortlichen nach Aussage von Bruchhagen die Mannschaft "sinnvoll ergänzen".

Einige Lücken zu schließen

Baustellen gibt es für Hübner und Schaaf einige zu bearbeiten.

Vor allem im defensiven Mittelfeld. Sebastian Rode wechselt bekanntlich zum FC Bayern, Kapitän Pirmin Schwegler geht nach Hoffenheim. Zudem wird Rechtsverteidiger Sebastian Jung immer wieder mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht.

Schaaf geht es nun darum, "den Kader, den wir haben, möglichst stark zu bekommen".

"Natürlich führen wir Gespräche mit Spielern. Aber auch hier werden wir uns die notwendige Zeit nehmen", erklärte Hübner.

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