Ilir Azemi (l.) wurde im Sportinternat der SpVgg Greuther Fürth ausgebildet. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Relegation © getty

Fürths Torjäger Ilir Azemi spricht im SPORT1-Interview über die Relegation gegen Hamburg und seine Leistungs-Explosion.

Von Reinhard Franke

München/Fürth - Wenn ein Spieler gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber trifft, ist es eigentlich üblich, dass der Jubel bescheiden ausfällt oder gar wegfällt. Bei Ilir Azemi von SpVgg Greuther Fürth könnte die Geschichte etwas anders laufen.

Der Torjäger könnte gegen seinen möglichen neuen Arbeitgeber gar nicht treffen. Im Relegations-Hinspiel (Bericht) beim Hamburger SV traf der Mittelstürmer der Franken trotz zahlreicher Topchancen nicht, es blieb beim 0:0.

Warum möglicher neuer Arbeitgeber? Die Hamburger sollen den 1,91 Meter großen Torjäger mit Wurzeln im Kosovo nämlich als möglichen Nachfolger für Pierre-Michel Lasogga auserkoren haben. "Er ist ein interessanter Spieler", bestätigte HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer. ( 891820 DIASHOW: Die Relegation ).

Azemi erzielte in diesem Jahr 13 Tore in 14 Spielen und ist damit der beste Torjäger im deutschen Profi-Fußball 2014. Dabei war er zu Saisonbeginn noch nicht mal Stammspieler bei den Kleeblättern.

Im Relegations-Rückspiel am Sonntag (ab 16.30 Uhr LIVE bei SPORT1.fm u. im TICKER) könnte Azemi nun doch mit Verspätung zum Helden werden, möglicherweise ein tragischer.

Im Interview mit SPORT1 steht er schon mal Rede und Antwort.

SPORT1: Herr Azemi, Greuther Fürth war im ersten Relegationsspiel die klar bessere Mannschaft. Was waren die Gründe für diesen tollen Auftritt?

Ilir Azemi: Wir haben eine richtig gute, mannschaftlich geschlossene Leistung gebracht. Jeder hat für den anderen mitgekämpft und wir sind alle mit großer Leidenschaft in das Spiel gegangen. Aber es war nur das erste von zwei Spielen, es ist noch nichts entschieden. Wir müssen im Rückspiel wieder so auftreten.

SPORT1: Woher nimmt das Team in dieser heiklen Phase diese mentale Stärke?

Azemi: Wir können nur gewinnen. Wir haben eine Saison gespielt, die uns keiner zugetraut hat und jetzt haben wir die große Chance aufzusteigen. Wir sind mit riesiger Freude in das Spiel in Hamburg gegangen und so wollen wir auch die Begegnung vor unseren Fans in der Trolli Arena gestalten.

SPORT1: Im Rückspiel am Sonntag liegt der Druck bei Hamburg. Wie ist die Stimmung im Ronhof? (BERICHT: Der Dino hört das Ticken nicht).

Azemi: Ich bin mir sicher, dass uns unsere Fans 90 Minuten nach vorne peitschen werden. Wie gesagt, keiner konnte mit einer derart starken Saison rechnen und dementsprechend positiv sind unsere Anhänger gestimmt. Wir, das kleine Fürth, gegen den großen HSV - wir können nur positiv überraschen.

SPORT1: Inwiefern hat Sie das schwache Auftreten des HSV im Hinspiel überrascht?

Azemi: Ich finde da gehören immer zwei dazu. Wir haben ein richtig gutes Spiel gezeigt und es dem HSV sehr schwer gemacht. Ansonsten ist es nicht unsere Aufgabe über den HSV zu reden, sondern wir bleiben ganz bei uns.

SPORT1: Sollte am Sonntag der Aufstieg zu Hause gelingen, dann gibt es eigentlich kein schöneres Drehbuch, oder?

Azemi: Damit beschäftigen wir uns jetzt nicht. Wir haben 90 schwere Minuten vor uns. Hamburg hat sehr viel individuelle Qualität. Es ist klar, dass wir gewinnen müssen, wenn wir den Aufstieg schaffen wollen. Da wartet noch eine schwere Aufgabe auf uns.

SPORT1: Was sind die Gründe für Ihre starken Leistungen zuletzt und auch am Donnerstag? (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen)

Azemi: Wenn?s läuft, dann läuft's sagt man bei uns. Ich habe sehr viel an mir gearbeitet und die Mannschaft hat mich immer unterstützt. Ich bin froh, dass wir jetzt alle gemeinsam dafür belohnt werden. Aber es geht nicht um mich, sondern es geht um die Mannschaft. Wir alle haben eine richtig gute Saison gespielt und können am Sonntag noch das "i-Tüpfelchen" draufsetzen.

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