Mandzukic steht beim FC Bayern vor dem Aus. Guardiola streicht ihn vor dem Pokalendspiel aus dem Kader. Der Kroate flüchtet.

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Aus Berlin berichten Tom Vaagt, Matthias Becker und Christian Ortlepp

Berlin - Zur Erklärung der beiden wichtigsten Personalien vor dem DFB-Pokalfinale brauchte Pep Guardiola zwölf Worte.

"Basti ist verletzt. Er hat Probleme mit dem Knie", erläuterte der Trainer des FC Bayern das Fehlen von Bastian Schweinsteiger, um wenige Sekunden und fast beiläufig auf SPORT1-Nachfrage zu verkünden: "Mandzukic ? meine Entscheidung."

Ein Satz mit Nachhall (KOMMENTAR: Guardiola macht ernst). Mario Mandzukic steht nicht im Kader für das Duell mit Borussia Dortmund. Und wird wahrscheinlich nie wieder in irgendein Aufgebot der Münchner zurückkehren.

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Nach SPORT1-Informationen hat sich der Kroate nach der Streichung aus dem Endspiel-Aufgebot bereits von einigen Angestellte des Vereins verabschiedet. Noch am Donnerstagabend brach er in seine Heimat auf.

"Er hätte spielen können"

Guardiola antwortete auf seine Weise. "Mandzukic konnte am Montag und Dienstag nicht trainieren", ließ der Trainer wissen und schob eine Breitseite hinterher: "Aber er hätte spielen können."

Es ist der endgültige Tiefpunkt in der seit Monaten bestenfalls wechselhaften Beziehungen zwischen dem spanischen Startrainer und seinem heißblütigen Torjäger.

Schon zum Rückrundenauftakt gegen Mönchengladbach hatte Guardiola auf Mandzukic verzichtet. Der Grund damals: Schlechte Trainingsleistungen. Diese muss sich der Stürmer dieses Mal nicht vorwerfen lassen.

Trainingsleistungen wohl kein Grund

Nach SPORT1-Informationen absolvierte er die beiden nicht-öffentlichen Einheiten am Mittwoch und Donnerstag mit vollem Einsatz.

Dass für das Finale gegen den BVB (19.30 Uhr LIVE-TICKER und SPORT1.fm) trotzdem keine Rolle spielt, verdeutlicht: Die Tage des Stürmers an der Säbener Straße sind gezählt, sein Abschied vor der kommenden Saison beschlossene Sache.

Die Bayern wollen Mandzukic nicht mehr und Mandzukic will die Bayern offenbar auch nicht mehr (SHOP: Jetzt Bayern-Fanartikel kaufen).

Es ist ein Ende mit Ansage.

Lewandowski ein letztes Mal FCB-Ärgernis?

Schließlich haben die Münchner bald Robert Lewandowski. Den Bundesliga-Torschützenkönig, der am Samstag noch ein letztes Mal zum großen Ärgernis für seinen neuen Verein werden könnte. Rein sportlich betrachtet.

Klopp machte Dortmunds Anhängern jedenfalls Hoffnungen, dass der zuletzt angeschlagene Stürmer spielen wird.

"Wir haben ihn zuletzt individuell belastet. Ich denke, dass er heute normal trainieren und morgen auflaufen wird", sagte der BVB-Trainer auf der Pressekonferenz am Freitag.

Müller vertritt Mandzukic

Seinen künftigen Chef hat Lewandowski unabhängig von seiner Leistung im Finale schon überzeugt. Guardiola scheint jedenfalls kein großes Interesse daran zu haben, den Bruch mit Mandzukic zu kitten.

Wird es noch ein klärendes Gespräch geben? "Ich spreche viel mit meinen Spielern", sagte der Trainer auf SPORT1-Anfrage und konnte seine Antwort allgemeiner kaum halten: "Ich habe mich für 18 Spieler entschieden. Das ist alles."

Gegen die Dortmunder wird nun wohl Thomas Müller an vorderste Front rücken. Guardiola hat auch andere Alternativen für die Rolle der "falschen Neun". Und ab der kommenden Saison hat er Lewandowski.

Chelsea lockt mit Tauschgeschäft

Mandzukic dürfte nicht allzu große Probleme haben, einen neuen Klub zu finden. Schon seit vergangenem Winter soll Kontakt zum FC Chelsea bestehen.

Da trifft es sich gut, dass die Londoner ein für die Bayern durchaus interessantes Tauschobjekt in ihren Reihen haben. David Luiz, Defensiv-Allrounder, brasilianischer Nationalspieler.

Ein Mann, der das zuletzt immer wieder fehlende Teil im Defensiv-Puzzle des deutschen Rekordmeisters sein könnte.

Profitiert auch Pizarro?

"Es ist nicht der richtige Ort und nicht der richtige Moment, um darüber zu sprechen", sagte Guardiola am Freitag: "Nach dem Spiel können wir über alles reden." Ein klares Dementi klingt anders.

Auch ein anderer Spieler könnte von Mandzukic' Flucht profitieren: Claudio Pizarro. Der Peruaner mit auslaufendem Vertrag wird im kommenden August zwar schon 36 Jahre alt, ist aber noch immer der perfekte Joker.

In der vergangenen Saison gelangen ihm zehn Tore in gerade einmal 691 Einsatzminuten. In der kommenden Woche sollen die Personalplanungen an der Säbener Straße intensiviert werden.

Mandzukic ist dann nicht dabei. Er bereitet sich mit der kroatischen Nationalmannschaft auf die WM in Brasilien vor ? und wird vermutlich nicht nach München zurückkehren.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

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