Wolfgang Hesl lief 46-mal für die "Kleeblätter" auf
Das große Vorbild von Wolfgang Hesl ist Torwart-Titan Oliver Kahn © getty

Vor dem ersten Relegationsspiel beim HSV spricht Fürth-Keeper Wolfgang Hesl über eine historische Chance für das "Kleeblatt".

Von Reinhard Franke

München - Greuther Fürth kann Geschichte schreiben.

Ein Triumph in den beiden anstehenden Relegationsspielen gegen den Hamburger SV - und die "Kleeblätter" können den Dino der Liga zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit schicken. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für den HSV geht es um alles oder nichts. Die Fürther sind da wesentlich entspannter.

Fürths Torwart Wolfgang Hesl freut sich auf die beiden Duelle gegen seinen früheren Verein, bei dem der 28-Jährige 2004 den Einstieg ins Profigeschäft hatte.

Vor der ersten Begegnung beim HSV (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) spricht Hesl im SPORT1-Interview über die Chancen seiner Mannschaft, die Hamburger und ihren Star Hakan Calhanoglu.

SPORT1: Herr Hesl, wie heiß ist Ihr Team?

Wolfgang Hesl: Wir freuen uns tierisch auf diese beiden Spiele. Natürlich ist eine gewisse Anspannung im Vorfeld da, aber wir haben in den beiden Duellen nicht viel zu verlieren. Der Druck liegt ganz klar beim HSV. Aber eins ist auch klar: Wenn du wie wir eine ganze Saison oben stehst und es dann in der Relegation nicht schaffst, dann wäre die Enttäuschung schon groß. Das ist ganz normal und es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Wir können aber befreit aufspielen, weil wir wirklich nur gewinnen können. (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen)

SPORT1: Für Sie als Hamburger Junge ist es schon ein ganz besonderes Spiel, oder?

Hesl: Klar. Dass es ausgerechnet in der Relegation gegen den Verein geht, bei dem ich den Einstieg ins Profi-Geschäft hatte, ist schon klasse. Ein Krimi-Drehbuch hätte man nicht besser schreiben können (schmunzelt) . Dann geht es ja auch noch um etwas Historisches, wenn der HSV zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte absteigen müsste. Da wäre es schon gelogen zu sagen, dass man das einfach so mitnimmt.

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SPORT1: Kein Mitleid mit dem HSV?

Hesl: Sorry, aber nein. Ich habe jetzt das "Kleeblatt" auf der Brust und dementsprechend will ich mit meinen Jungs dem HSV wehtun. Ich bin Sportler und da spielt die Vergangenheit keine Rolle.

SPORT1: Gibt es einen besonderen Ablauf vor den beiden Endspielen?

Hesl: Eigentlich nicht. Wir bereiten uns so vor wie vor einem ganz normalen Liga-Spiel. Alles andere würde keinen Sinn machen. Man muss sich eine gewisse Lockerheit bewahren. Wir sind entspannt, aber schon auch fokussiert auf die beiden Spiele. Auch gibt es kein besonderes Ritual, dass ich den rechten Schuh immer zuerst anziehe. Motivieren muss ich als Kapitän sowieso keinen der Kollegen.

SPORT1: War der HSV eigentlich der Wunschgegner für die Relegation oder hätten Sie lieber ein Derby gegen den 1. FC Nürnberg gespielt? Da hätte das Frankenland sicher gebrannt.

Hesl: (lacht) Klar wäre ein Derby gegen den Club ein besonderes Highlight gewesen, das versteht sich von selbst, aber eigentlich war es uns Spielern egal, gegen wen es geht. Wir können jetzt gegen den HSV Geschichte schreiben, weil wir als erster Verein die Hamburger in die Zweite Liga schießen könnten. Jeder erinnert sich doch noch an Unterhaching, die 2000 Bayer Leverkusen besiegten, wodurch der FC Bayern dann noch Meister wurde. Das ist schon vergleichbar mit uns. Auch wir wären mit einem positiven Ausgang der Relegation auf ewig in aller Munde.

Verstärkter Medienauflauf bei Greuther Fürth:

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SPORT1: Beim HSV hat man den Eindruck, dass man sagt 'okay Relegation geschafft, jetzt sind wir durch'. Wie kommt das in Fürth an?

Hesl: Das haben wir zwar wahrgenommen, aber das reizt uns nicht besonders. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel, versuchen uns einen guten Plan zurechtzulegen und wollen unser Ding durchziehen. Ich gehe davon aus, dass uns die Hamburger in beiden Spielen ernst nehmen werden.

SPORT1: Vor welchem HSV-Spieler ist der Respekt besonders groß? Hakan Calhanoglu überstrahlt in Hamburg gerade alles.

Hesl: Der HSV hat individuell schon hochklassige Spieler in seinen Reihen und Calhanoglu ist gerade in einer Gala-Form. Er ist ein Spieler, auf den wir besonders aufpassen müssen, weil er ein Spiel alleine entscheiden kann. Er hat eine unglaublich starke Schusstechnik. Es ist schon bewundernswert, dass der Junge gerade in den vergangenen Monaten mit dieser mentalen Belastung allem stand hält und konstant seine Leistung abruft. Calhanoglu ist zu Recht einer der Topspieler beim HSV.

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SPORT1: Der Erzrivale aus Nürnberg ist mit dem Abstieg aus der Ersten Liga schon genug gebeutelt, wenn jetzt auch noch Greuther Fürth aufsteigen würde, das wäre doch ein endgültiger Schlag in die Magengrube, oder?

Hesl: Das ist mehr ein Thema der Fans. Natürlich, da sind wir ehrlich, wäre das ein netter Randaspekt für alle Kleeblattfans in Franken, aber in erster Linie schauen wir auf uns. Eins ist doch klar: Wir wollen es schaffen wieder aufzusteigen.

SPORT1: Wie geht man das Spiel in Hamburg an?

Hesl: Wir haben in der Liga schon gezeigt, dass wir immer dann besonders gefährlich sind, wenn wir selbst die Initiative ergreifen. Wenn wir uns hinten reinstellen und nur abwarten, dann ist das gewiss nicht unser Spiel. Wir werden versuchen die Hamburger unter Druck zu setzen, auch wenn wir natürlich um die individuelle Qualität des HSV wissen.

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