Fredi Bobic (r.) holte Meistertrainer Armin Veh zurück zum VfB Stuttgart © getty

Bei SPORT1 erklärt Stuttgarts Sportchef Fredi Bobic, warum Wunschkandidat Armin Veh freiwillig vom Tabellen-13. zum 15. kommt.

Von Reinhard Franke

München/Stuttgart - Es ist immer so eine Sache mit der großen Liebe. Man denkt immer wieder gerne an sie zurück und kriegt sie nie ganz aus dem Kopf.

Auch bei Armin Veh ist das so.

Lange galt es als geheime Kommandosache, wohin es den 53 Jahre alten Fußballlehrer nach dem Ende seiner dreijährigen Erfolgsstory bei Eintracht Frankfurt mit Aufstieg und Einzug in die Europa League ziehen würde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Meistertrainer kehrt zurück

Seit Montag ist klar: Veh wird ab Sommer wieder den VfB Stuttgart trainieren.

Mit den Schwaben wurde der gebürtige Augsburger 2007 Deutscher Meister und zog in derselben Saison auch ins Endspiel um den DFB-Pokal ein (2:3 n.V. gegen den 1. FC Nürnberg).

Erfolge, von denen sie heute in Stuttgart nur träumen können.

Nun also soll es mit dem letzten Meistermacher zurück in die Zukunft gehen.

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Bobic: "Wir freuen uns riesig"

Den Schwaben ist mit der Verpflichtung ihres früheren Meistertrainers ein Coup geglückt (SHOP: Jetzt Fanartikel vom VfB Stuttgart kaufen).

"Wir freuen uns riesig über das gesamte Paket Armin Veh zusammen mit seinem Trainerteam. Ich bin sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, so einen erfahrenen Trainer zu bekommen. Die Bereitschaft von ihm zurückzukommen, war zu mehr als 100 Prozent da", sagt VfB-Sportdirektor Fredi Bobic im Gespräch mit SPORT1.

"Aufgrund seiner Art, wie er ist und was er für einen Fußball spielen lässt, sind wir wirklich happy, dass wir das hinbekommen haben", betont der spürbar zufriedene Bobic und fügt hinzu:

"Armin Veh hat in den letzten Jahren immer etwas genauer hingeschaut, was sich beim VfB abspielt, weil er den Kontakt immer hatte."

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Regelmäßiger Kontakt seit dem Abschied

Tatsächlich blieb Veh dem Verein seit seinem Weggang im November 2008 eng verbunden, telefonierte regelmäßig mit ehemaligen Spielern oder Angestellten der Geschäftsstelle.

Schon mehrfach bezeichnete er die zweieinhalb Jahre beim VfB als die schönste Zeit seiner Karriere. Daher hatte er offenbar schon seit der Bekanntgabe seines Abschieds aus Frankfurt auf die Rückkehr spekuliert.

"Es gibt nur eine Sache, die mich noch interessiert, sonst mache ich Pause", sagte er vor wenigen Tagen im SPORT1-Interview.

Auch Bobic betont, Vehs Signale seien "so positiv" gewesen, weil "er gesehen hat, was wir zuletzt alles bewerkstelligen mussten und was für einen Kader wir haben. Obwohl die sportliche Situation nicht gut war, sieht er in der Mannschaft Potenzial."

Damit erklärt der Sportchef auch die für viele überraschende Entscheidung Vehs, der ja noch kürzlich davon gesprochen habe, er wolle zu einem Klub mit internationalen Ambitionen.

Vom Tabellen-13. zum Tabellen-15.

Mittelmaß sei dauerhaft nicht sein Ziel, sagte der Ex-Bundesligaspieler - um dann vom Tabellen-13. zum Tabellen-15. zu wechseln, der sich unter Vorgänger Huub Stevens gerade noch vor dem Abstieg gerettet hatte.

Trotzdem erklärt Bobic: "Die Grundsubstanz ist nicht schlecht, das kann man nicht unbedingt an der Tabelle festmachen. Da ist das ein oder andere möglich. Auch mit jungen Spielern, das hat Veh überzeugt."

Und weiter: "Wir wollen natürlich wieder in andere Tabellenregionen kommen, das ist ganz klar - ohne dass wir jetzt wieder unrealistische Ziele raushauen."

Unterschrift für zwei Jahre

Daher hat Veh auch von seiner Devise Abstand genommen, immer nur Einjahresverträge zu unterschreiben und sich stattdessen bis 2016 gebunden, "weil wir ein Konzept haben", so Bobic: "Dafür ist Armin Veh der richtige Mann."

Und auch den Kritikern, die auf den unrühmlichen Abgang Ende 2008 und die damaligen millionenschweren Fehleinkäufe wie Marica, Bastürk und Boulahrouz verweisen, widerspricht Bobic:

"Nicht mehr der Trainer von damals"

"Er ist nicht mehr der Trainer, den es vor acht Jahren beim VfB gegeben hat. Er hat sich weiterentwickelt und aus Fehlern gelernt und das macht ihn auch so sympathisch. Es war sein Wunsch, für zwei Jahre zu unterschreiben, dem Wunsch haben wir sehr gerne entsprochen."

Man habe so "eine gewisse Planungssicherheit".

Hoffnung auf neue Khediras und Tascis

Eine große Hoffnung, die man in Stuttgart an Veh knüpft, ist es wieder Topstars aus dem großen Reservoir eigener Talente hervorzubringen.

Schon in seiner ersten Amtszeit ist dies dem Coach mit Sami Khedira und Serdar Tasci geglückt.

"Vielleicht haben wir ja Glück und mit Toni Rüdiger schon einen neuen Nationalspieler", meint Bobic: "Sicherlich ist das eine Hoffnung, aber wir haben Potenzial und wollen als VfB vor allem wieder konkurrenzfähiger sein."

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