Der Druck auf Hoeneß wächst. Im April 2013 macht der "Focus" den Fall öffentlich. Rücktrittsforderungen als Vereinspräsident folgen, denen Hoeneß aber nicht nachgeht
Uli Hoeneß war als Spieler, Manager und Präsident von 1970 bis 2014 beim FC Bayern. ZUM DURCHKLICKEN: Der Steuerprozess des Uli Hoeneß © getty

In einem Brief werden Uli Hoeneß für seine Strafhaft Schwierigkeiten angedroht. Die Polizei greift bei der Geldübergabe zu.

Von Christian Stüwe

München - Uli Hoeneß kommt einfach nicht zur Ruhe.

Wie am Dienstagmorgen bekannt wurde, erhielt die Familie des früheren Präsidenten des FC Bayern am Samstag ein Erpresserschreiben.

Ein 50-Jähriger forderte von Hoeneß eine größere Summe und drohte ihm ansonsten mit "erheblichen Schwierigkeiten" während seiner bevorstehenden Zeit im Gefängnis, wie die Polizei Oberbayern Süd in einer Pressemitteilung mitteilte.

Auch Hoeneß' Familie wurde offenbar Gewalt angedroht.

In den Medien wurde eine Summe von 200.000 Euro genannt. Die Polizei wollte die genaue Summe auf Rückfrage von SPORT1 nicht bestätigen, teilte aber mit, dass es sich um eine sechsstellige Summe gehandelt habe.

Polizei verhaftet mutmaßlichen Erpresser

Hoeneß übergab das mehrseitige Erpresserschreiben der Polizei, die daraufhin zum Schein auf die Forderungen einging und mit dem Erpresser eine Geldübergabestelle im Münchner Stadtteil Sendling vereinbarte.

Als der Erpresser an der Übergabestelle erschien, griffen Zivilbeamte zu. Bei einem Fluchtversuch mit einem Fahrrad stürzte der polizeibekannte 50-Jährige und musste zunächst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Mittlerweile sitzt der mutmaßliche Erpresser in Untersuchungshaft.

Hoeneß will nicht nach Landsberg

Am 13. März war Hoeneß vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung zu einer Strafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Daraufhin hatte Hoeneß seine Ämter beim FC Bayern niederlegt.

Der Haftantritt des 62-Jährigen steht unmittelbar bevor. Erst am Montag war bekannt geworden, dass Hoeneß seine Strafe nicht in der JVA Landsberg antreten möchte.

Hoeneß' Anwälte hatten einen Antrag auf Strafortänderung gestellt.

Hintergrund ist offenbar ein Tag der offenen Tür, den die JVA veranstaltet hatte und durch den Hoeneßseine Privatsphäre verletzt sah (Bericht).

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