Oliver Kreuzer und Mirko Slomka (r.) müssen mit dem Hamburger SV in die Relegation © getty

Der Hamburger SV will über die Relegation die Klasse halten. Hinter den Kulissen tobt der Kampf um die Zukunft des Klubs.

Hamburg - Fünf Pleiten in Serie? Egal. Schlechteste Platzierung der Klub-Geschichte? Geschenkt. Mit 75 Gegentoren Schießbude der Liga? Nebensächlich.

Trotz einer Saison zum Gruseln herrscht beim Hamburger SV vor dem Abstiegsthriller in der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth Zuversicht und wilde Entschlossenheit - auch wenn hinter den Kulissen der Kampf um die Zukunft des Klubs tobt.

"Wir gehen mit einem Höchstmaß von Motivation und Entschlossenheit in die Relegationsspiele", sagte Trainer Mirko Slomka. Der Bundesliga-Dino soll weiterleben und bekommt im Abstiegskampf seine allerletzte Chance (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Slomka überzeugt vom Klassenerhalt

Der Noch-Bundesligist will mit aller Macht schon am Donnerstag im Hinspiel vor den eigenen Fans in der ausverkauften Arena am Volkspark für eine Vorentscheidung sorgen (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen).

"Die Mannschaft hat den unbedingten Willen, die Chance auf den Klassenerhalt zu nutzen", sagte Slomka, der Fürth mehrfach beobachten ließ: "Ich bin überzeugt, dass wir es mit der einmaligen Unterstützung unserer Anhänger packen werden."

Verheerende Auswärtsbilanz

Der Blick in die Statistiken verrät: Einen ultimativen Showdown am Sonntag in Fürth sollten die Hamburger unbedingt verhindern. Denn die Auswärtsbilanz des Traditionsklubs ist in diesem Jahr unterirdisch.

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Nach den Spielzeiten 1966/67 und 1971/72 blieb der HSV erst zum dritten Mal in einer Rückrunde komplett ohne Auswärtspunkt. In Mainz kassierten Kapitän Rafael van der Vaart und Co. die neunte Auswärtspleite hintereinander, Slomka hat sogar seine letzten 15 Auswärtsspiele alle verloren.

Doch das versuchen sie in Hamburg vor dem Geschenk der Relegation irgendwie zu vergessen - um den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte doch noch zu verhindern.

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Kreuzer: "Überhaupt noch nichts erreicht"

"Den Relegationsplatz zu erreichen, war nur das Minimalziel", sagte Sportchef Oliver Kreuzer: "Wir werden jetzt tagtäglich predigen, dass wir in dieser Saison noch überhaupt nichts erreicht haben."

Der Druck vor dem Drama in zwei Akten liegt ganz klar beim HSV: Die Hamburger können nur verlieren. Gerade darin sieht der Underdog aus Franken seine Chance. "Klar ist, dass wir der Außenseiter sind", sagte Fürths Trainer Frank Kramer: "Aber wir fühlen uns in der Außenseiterrolle auch pudelwohl." (SHOP: Jetzt HSV-Fanartikel kaufen)

Bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals (0:1) hatten die Kleeblätter den klassenhöheren Kontrahenten ordentlich ins Schwitzen gebracht.

Kampf um HSV-Zukunft tobt

Der HSV kämpft in der schlimmsten Krise der Vereinsgeschichte ums Überleben. Und auch hinter den Kulissen tobt die Schlacht um die Zukunft des Klubs, den rund 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten plagen.

Am 25. Mai entscheiden die Mitglieder über die Reforminitiative "HSVPlus" und damit über eine mögliche Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung aus dem Gesamtverein - Voraussetzung ist eine Dreiviertel-Mehrheit.

Sollte die Revolution gelingen, könnte Dietmar Beiersdorfer an die Elbe zurückkehren und den noch zu schaffenden Posten des Vorstandsvorsitzenden in einer Fußball AG übernehmen. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt".

Kommt Jens Lehmann?

Der bisherige Vorstandschef Carl Jarchow könnte demnach Präsident des Gesamtvereins werden und in den Aufsichtsrat der AG wechseln. Der amtierende Sportchef Oliver Kreuzer stünde nach nur einem Jahr vor dem Aus. Als möglicher Nachfolger wird unter anderem Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann gehandelt.

Doch eine mächtige Fraktion um Aufsichtsrat Jürgen Hunke will "HSVPlus" noch verhindern. Bevor über die Reform abgestimmt wird, soll laut Tagesordnung erst über 50 (!) weitere Anträge entschieden werden.

Dem HSV droht laut Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier in den nächsten Tagen eine "Nervenschlacht". Und das nicht nur auf dem Platz.

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