Bei der Bayern-Meisterfeier rückt Uli Hoeneß noch einmal in den Mittelpunkt. Rummenigge und Seehofer loben ihn in höchsten Tönen.

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Vom FC Bayern berichtet Jan Reinold

München - Manuel Neuer war am Samstagabend lange Zeit einer der wenigen Spieler des FC Bayern, der sich mit einem Bierglas blicken ließ.

Der Großteil seiner Teamkollegen manövrierte bei der Meisterfeier auf dem Marienplatz lieber kleine Cola-Fläschchen - mit Strohhalm - durch die Gegend.

Auf dem inoffiziellen Teil der Feierlichkeiten im Münchner Postpalast ging es später dann, als man unter sich war, etwas gelöster zu.

Insgesamt aber feierten die Münchner ihre 24. Meisterschaft nach dem 1:0 im Bundesliga-Finale gegen Stuttgart (Bericht) aus verständlichen Gründen mit angezogener Handbremse.

Pokalfinale wartet

Zum einen, weil der Titelgewinn bereits fast sieben Wochen zurückliegt (am 25. März in Berlin).

Zum anderen aber lag es vor allem daran, dass auf die Bayern noch eine große Aufgabe wartet (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Nächste Woche", versprach Neuer im Interview mit dem klubeigenen "FCB.tv", "sind wir auf jeden Fall voll dabei. Heute ziehen wir auch durch, aber wir wissen, dass das Pokalfinale ansteht".

Mit dem Duell gegen Borussia Dortmund im Hinterkopf ließen die Bayern den Abend nach dem Autokorso und der Feier vor rund 20.000 Fans auf dem Marienplatz im Postpalast mit Mannschaft, Trainern, Angehörigen, Mitarbeitern und geladenen Gästen ausklingen.

Zu den Ehrengästen zählten DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Ligapräsident Reinhard Rauball (zugleich auch BVB-Präsident) und Horst Seehofer.

Die Bilder der Meisterfeier des FC Bayern:

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Seehofer lobt Hoeneß

Letzterer ließ es sich bei einem fragwürdigen Auftritt nicht nehmen, ausdrücklich in seiner Rolle als bayerischer Ministerpräsident den wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilten Uli Hoeneß mit Lob zu überschütten.

Seehofer schilderte zunächst die Erfolgsgeschichte des FC Bayern, bezeichnete den Klub als "Flaggschiff" des Freistaates Bayern, der "das Fußballgeschehen zu einem Kulturgut in Bayern gemacht" habe (SHOP: Jetzt Fanartikel des FC Bayern kaufen).

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An dieser Entwicklung hätten viele herausragende Persönlichkeiten mitgearbeitet, zweifelsohne aber habe sie mit einem Namen ganz besonders zu tun, einem Mann, dem "wir als Freistaat Bayern ungeheuer viel zu verdanken haben", so der CSU-Politiker weiter.

Hoeneß habe "diesen FC Bayern zu einem Fußballklub mit weltweiter Ausstrahlungskraft gemacht. Das, lieber Uli Hoeneß, wird immer bleiben, das kann Ihnen niemand nehmen. Danke, Uli Hoeneß, für diese großartige Leistung", betonte Seehofer.

Auch Rummenigge dankt Hoeneß

Zuvor hatte sich der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in seiner Ansprache bereits bei seinem "Freund Uli", der an Tisch 7 mit Seehofer, Niersbach, Rauball und der Klubführung sowie Trainer Pep Guardiola saß, für dessen zweifelsohne herausragende Arbeit als Klubmanager und -präsident bedankt.

Zudem lobte Rummenigge Hoeneß - der jahrelang Steuern hinterzog und mit einer unglaublichen Doppelmoral durch die deutsche TV-Landschaft zog - auch dafür, wichtige Werte in den Klub eingebracht zu haben.

Werte, so Rummenigge, "wie Fairness, wie Respekt".

Guardiola ist "ein Münchner"

Nach den Ansprachen von Rummenigge und Seehofer sorgte im weiteren Verlauf des Abends die norwegische Reggae- und Hip-Hop-Band "Madcon" für gute Unterhaltung bei den rund 500 Gästen.

Guardiola, dessen Eltern im Postpalast anwesend waren, hatte bereits zuvor auf dem Marienplatz in John-F.-Kennedy-Manier erklärt, "ich bin ein Münchner", und den Fans zugerufen: "Ich liebe Euch."

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Rummenigge kündigte an, dass man Rathaus-Balkon und Marienplatz bereits für den kommenden Sonntag reserviert habe.

Abzuwarten bleibt, ob sich der FC Bayern dort als Double-Sieger den Fans präsentiert - oder aber als von Erzrivale Dortmund geschlagener Pokalfinalist.

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