Huub Stevens folgte beim VfB Stuttgart auf den glücklosen Thomas Schneider. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 34. Spieltages © getty

Stevens verlässt Stuttgart nach zehn Spielen aus persönlichen Gründen. Nun steht der frühere Meistertrainer wohl vor der Rückkehr.

Stuttgart - Huub Stevens wirkte müde, aber auch ein wenig erleichtert, als die Nachricht endlich in der Welt war.

Im Bauch des Münchner Stadions hatte der Trainer gerade seinen Abschied vom VfB Stuttgart verkündet, das Saisonfinale bei den Bayern (0:1) war das letzte Kapitel der "intensivsten Zeit" seiner Karriere, wie Stevens sie nennt.

Der Nachfolger soll angeblich schon feststehen.

Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" erhält Veh bei den Schwaben als Nachfolger einen Einjahresvertrag.

Die Personalie soll am Montag oder Dienstag offiziell verkündet werden. Veh hatte den VfB 2007 zum Meistertitel geführt, bevor er im November 2008 beurlaubt wurde.

Veh will zeitnah entscheiden

Doch der Coach hält seine Pläne noch unter Verschluss. Einzig seinen Abschied von Eintracht Frankfurt hatte er frühzeitig angekündigt.

Er werde "zeitnah eine Entscheidung treffen, was immer das auch heißen soll, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", sagte er nach dem 1:2 (1:1) der Eintracht beim FC Augsburg. ( 889082 DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags )

Stevens hat seine Entscheidung bereits getroffen. In zehn Spielen hatte der Niederländer den Klub vor einem zweiten Abstieg aus der Bundesliga bewahrt, nun trat er ab.

Er gehe aus "persönlichen Grunden", erklärte Stevens, und "danke" war anschließend ein häufig gesagtes Wort. In der Kabine applaudierten die VfB-Profis ihrem Trainer, auch die Vereinsvertreter um Sportvorstand Fredi Bobic würdigten die Leistung von Stevens ausdauernd.

"Gern geschehen", erwiderte dieser mit einem Lächeln immer wieder und versicherte, dass seine Entscheidung "nichts mit dem Verein, dem Trainer oder den Spielern" zu tun habe.

Mit was dann?

"Akku ist leer"

"Der Akku ist einfach leer, ich muss abschalten und eine Auszeit nehmen", sagte der 60-Jährige.

Im März war er kurzfristig eingesprungen, das Ende seines Engagements bei PAOK Saloniki lag da gerade mal sieben Tage zurück.

Mit dem VfB Stuttgart holte er in der Folge drei Siege und drei Unentschieden, das reichte für den Klassenverbleib. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Spieler waren verunsichert, wir mussten sie wieder in die Spur bringen", sagte Stevens rückblickend.

Stevens braucht Abstand

Aber, sagte Stevens eben auch: "Das hat unheimlich viel Kraft gekostet", und deshalb sei es auch "gut, dass ich jetzt etwas Abstand nehme".

Und eine Sommerpause alleine reiche da eben nicht aus, denn Urlaub sei ja nicht gleich Urlaub für einen Bundesliga-Trainer.

"Dann telefonierst du ständig, stehst im Kontakt mit deinem Verein über die Organisation, über neue Spieler", erklärte Stevens (SHOP: Jetzt Fanartikel vom VfB Stuttgart kaufen).

Bobic nicht überrascht

Viel telefonieren muss nun vor allem Sportvorstand Bobic, der sich allerdings wenig überrascht zeigte von der Entscheidung von Stevens.

Schon bei der Verpflichtung sei all dies absehbar gewesen.

"Wir sind dankbar, dass er es überhaupt gemacht hat", sagte Bobic: "Es war zu dem Zeitpunkt ein Glücksfall für uns, dass er auf dem Markt war." .

Auf den früheren Stürmer kommt nun aber erneut viel Arbeit zu. Der Verein, der in der abgelaufenen Saison drei Chef-Trainer bezahlt hat, sucht schon wieder einen neuen Coach.

"Die Entscheidung", sagt Bobic, "werden wir sehr zeitnah fällen", Namen will der 42-Jährige nicht kommentieren.

Soundcloud: Claudio Pizarro trifft für Bayern:

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