Armin Veh (l.) trainierte die Eintracht von 2011 bis 2014. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 34. Spieltags © imago

Frankfurts Trainer gratuliert Stammklub FC Augsburg zu Platz acht. Bei den Hessen läuft die Suche nach einem Veh-Nachfolger.

Augsburg - Armin Veh besitzt ein Haus in Bonstetten. Das liegt ein paar Kilometer westlich von Augsburg - auf dem Weg nach Stuttgart.

Ob er demnächst von Bonstetten aus häufiger die Autobahn A 8 nimmt, um ein zweites Mal den VfB Stuttgart zu trainieren, das wollte Veh nach seinem letzten Spiel als Trainer von Eintracht Frankfurt aber nicht kommentieren.

Er werde "zeitnah eine Entscheidung treffen, was immer das auch heißen soll, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", erklärte Veh mit einem Lächeln nach dem 1:2 (1:1) beim FC Augsburg ( 889082 DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags ).

Für den Samstagabend hatte Veh erst mal den Vorstand der Eintracht zum Abschiedsessen nach Bonstetten eingeladen - vielleicht Gelegenheit, um über einen möglichen Nachfolger zu fachsimpeln. Bernd Schuster, auch ein Augsburger, wäre ja nicht abgeneigt, den Posten von Veh zu übernehmen.

Pizzeria-Treffen mit Fink?

Thorsten Fink, während der Saison beim Hamburger SV entlassen, soll sich am Donnerstag mit Sportdirektor Bruno Hübner in einer Pizzeria getroffen haben. Veh kann das egal sein. Er wirkte am Samstag, als sei er mit sich im Reinen.

Den FC Augsburg wird Veh in der kommenden Saison garantiert nicht trainieren, die Schwaben haben einen Trainer, der sich getrost zu den Gewinnern der Saison zählen darf.

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"Da könnt ihr alle drauf stolz sein", sagte Veh zu Markus Weinzierl und dem achten Rang einer Mannschaft, die vor eineinhalb Jahren mit nur neun Punkten am Abgrund gestanden hatte.

Nur ein Punkt fehlt

Nun fehlte nicht viel, und Augsburg hätte an Stelle von Mainz 05 fast noch die Qualifikation zur Europa League erreicht (BERICHT: Augsburg verpasst die Europa League). Nur ein Punkt und ein paar Tore fehlten am Ende.

Augsburg in der Europa League? "Ob es gesund gewesen wäre", das sei mal dahingestellt, sagte Weinzierl. Klar, ein klein wenig hatten sie schon damit geliebäugelt, und sie spielten das letzte Spiel ihrer ohnehin schon bemerkenswerten Saison dann auch, als ginge es um alles.

Aber: "Wir wollen jetzt nicht traurig sein", sagte Weinzierl, "wir haben 52 Punkte geholt, das ist wirklich sensationell". Wenn nur die kleine Schwächephase im Februar und März mit drei Niederlagen und einem Remis in vier Heimspielen nicht gewesen wäre...

Feier im Rekord-Shirt

Nein, beeilten sich alle Augsburger nach dem Spiel zu sagen, enttäuscht sind wir nicht. "Wir sind überglücklich", versicherte der erneut hervorragende Daniel Baier, der wohl am meisten unterschätzte Sechser mit Spielmacherqualitäten der Liga (SHOP: Jetzt Fanartikel vom FC Augsburg kaufen).

Da trug er bereits dieses grüne T-Shirt mit dem Aufdruck: "Rekordsaison, auf ein viertes Jahr Bundesliga." Und in dieser, sagte Verteidiger Jan-Inger Callsen-Bracker, sei es das "Ziel, sich weiter zu steigern". Oberstes Gebot dabei sei aber: "Wir müssen den Ball flachhalten."

Die dynamischen, wuchtigen, laufstarken Augsburger waren am Ende dieser Saison mit 48 Pflichtspielen zu viel für eine Eintracht, die "aus dem letzten Loch pfiff", wie Marco Russ bestätigte.

Klavan mit schneller Antwort

Und dennoch war Frankfurt durch Joselu sogar in Führung gegangen (15.), hatte auch in der zweiten Halbzeit ein paar gute Gelegenheiten, um nach dem Ausgleich von Roger Klavan (30.) als Sieger aus dieser Spielzeit zu gehen.

Dann aber traf Andre Hahn gegen den herausragenden Kevin Trapp (80.) - und Augsburg ließ die Puppen tanzen.

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"Das war ein schönes Abschiedsgeschenk", sagte Hahn. Er wird demnächst vielleicht bei der WM spielen, auf jeden Fall aber künftig für Borussia Mönchengladbach. Immerhin einer dieser bemerkenswerten Augsburger, der in kommenden Saison in der Europa League spielt.

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