HSV-Trainer Mirko Slomka (r.) ärgerte sich über die Niederlage in Mainz. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 34. Spieltags © getty

Nach dem Erreichen der Relegation fällt die Freude beim HSV verhalten aus. Trainer Slomka ärgert sich. Tuchel will Mainz verlassen.

Mainz - Das Abklatschen vor den lautstark feiernden Fans wirkte fast etwas beschämt, große Kampfansagen ersparten sich die Spieler und Verantwortlichen des Hamburger SV vorsorglich gänzlich.

Das Erreichen der Relegation, der beiden Finalspiele, wie Trainer Mirko Slomka betonte, war beim Bundesliga-Gründungsmitglied längst kein Grund zum Jubeln.

Am 15. Mai zunächst in Hamburg und drei Tage später beim Dritten der Zweiten Liga geht der Überlebenskampf des HSV nahtlos weiter.

Der erste Abstieg der Vereinsgeschichte ist noch lange nicht abgewendet (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Kreuzer warnt vor der Relegation

"Es werden Spiele wie im Pokal", mahnte Sportchef Oliver Kreuzer nach dem 2:3 (1:1) beim FSV Mainz 05 (Bericht), das nur wegen der Niederlagen der beiden direkten Absteiger Nürnberg und Braunschweig für Platz 16 reichte:

"In zwei Spielen weiß man - und das ist schon hunderttausendfach geschehen -, dass der unterklassige Gegner den höherklassigen sehr ärgern kann. Als Erstligaverein sind wir Favorit, aber der Kopf entscheidet, da werden wir gefordert sein."

Slomka verärgert

Die Rettung auf den Relegationsplatz sei deshalb nur ein "kleiner Schritt - und das große Ziel haben wir weiterhin vor Augen, nämlich den Klassenerhalt", sagte Slomka, den die Niederlage ärgerte:

"Mit den klaren Ergebnissen von den anderen Plätzen haben wir vielleicht nicht mehr das Engagement gezeigt. Darüber werden wir reden müssen."

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Lasogga als Hoffnungsträger

In der ersten Halbzeit war der HSV immerhin weit davon entfernt, wie ein Absteiger zu spielen.

Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga, in dieser Form auch großer Hoffnungsträger in der Relegation, erzielte fünf Minuten nach der Mainzer Führung durch Elkin Soto (7.) den Ausgleich, zur Pause hätten die Gäste nach einer Vielzahl von Gelegenheiten führen müssen.

"Wir hatten die Möglichkeit, es aus eigener Kraft zu schaffen und wollten das auch", sagte Kreuzer.

Nachdem aber die klaren Rückstände der Konkurrenten durchgesickert waren, zeigte Hamburg streckenweise wieder sein altes Gesicht, das auch in den vier Partien zuvor zu vier Niederlagen geführt hatte.

Yunus Malli (65.) und Shinji Okazaki mit seinem 15. Saisontor (82.) machten alles klar für die Rheinhessen, der Treffer des eingewechselten Ivo Ilicevic (84.) blieb wertlos.

"Es ist schade, dass wir keine Punkte geholt haben", sagte Lasogga, der ab der 67. Minute für die Finalspiele geschont werden konnte: "Das hätte uns zusätzlich motiviert."

Van der Vaart: "Fans waren überragend"

Mut machte immerhin der Zuspruch von den Rängen.

"Die Fans waren überragend", sagte Kapitän Rafael van der Vaart. (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen)

Tuchel bei Mainz vor dem Absprung

Die Mainzer Anhänger, feierten ausgelassen den Einzug in die Europa League. Allerdings folgte wenig später die Hiobsbotschaft.

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Erfolgstrainer Thomas Tuchel steht unmittelbar vor dem Absprung, der Klub kündigte für Sonntag eine Pressekonferenz an.

Manager Christian Heidel bestätigte, dass Tuchel "vor geraumer Zeit" um die Auflösung seines bis zum 30. Juni 2015 laufenden Vertrages gebeten habe.

Heidel: "Vertragsauflösung kommt nicht in Frage"

"Eine Vertragsauflösung kommt für uns nicht in Frage. Wir sind in Gesprächen, wie es jetzt weitergeht", sagte Heidel:

"Wir wollen, dass dieser Vertrag erfüllt wird, und Thomas hat dann vor vier Wochen gesagt, dass er im Jahr 2015 keine Mannschaft trainieren und von seinem Vertrag zurücktreten möchte."

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