Pierre-Michel Lasogga (r.) erzielte das 1:1 © getty

Der Hamburger SV entgeht trotz der erneuten Niederlage dem direkten Abstieg. Mainz spielt im Europacup, bangt aber um Trainer Tuchel.

Mainz - Die Hamburger Spieler freuten sich verhalten, als sie sich bei ihren mitgereisten Fans bedankten.

Trotz einer Niederlage hat sich der HSV in die Relegation gerettet.

Das 2:3 (1:1) beim FSV Mainz 05 am letzten Spieltag blieb für die Hanseaten folgenlos, weil auch die Absteiger 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig patzten. Nürnberg verlor 1:4 auf Schalke, Braunschweig unterlag 1:3 bei 1899 Hoffenheim (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir haben nichts erreicht, wir sind in der Relegation, aber jetzt kommen die zwei wichtigsten Spiele", sagte HSV-Abwehrspieler Heiko Westermann.

Die Norddeutschen haben nun in zwei Endspielen (15. und 18. Mai) noch die Chance, den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte abzuwenden (SHOP: Jetzt Fanartikel vom Hamburger SV kaufen).

Während bei den Hamburgern Erleichterung herrschte, kannte der Jubel bei den Mainzern keine Grenzen. Die Spieler kletterten auf den Zaun und machten mit den Fans Party.

Mainz erreicht Europa League

Elkin Soto (7.), Yunus Malli (65.) und Shinji Okazaki (82.) trafen für die Mainzer, denen der Sieg den Einzug in die Europa League sicherte, Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (12.), Ivo Ilicevic (85.) zum 2:3.

"Die Leistung der Mannschaft war in dieser Saison großartig. Sie ist zu einem guten Team zusammengewachsen", sagte FSV-Präsident Harals Strutz.

Westermann patzt, Lasogga gleicht aus

Vor 34.034 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena wurden die Gäste direkt kalt erwischt.

Nach sieben kurzweiligen Minuten, in denen sich der HSV höchst motiviert präsentierte, flankte Zdenek Pospech von der rechten Seite in den Hamburger Strafraum, wo Ex-Nationalspieler Westermann mit einer völlig verunglückten Rückgabe zu Torwart Rene Adler patzte und Soto zur Stelle war ( 889082 DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags ).

"Das erste Tor war mein Fehler, aber danach waren wir super im Spiel", sagte Westermann.

Hamburg antwortete mit wütenden Angriffen auf das Tor von FSV-Torwart Loris Karius und glich fünf Minuten später durch den gerade erst genesenen Hoffnungsträger Lasogga aus. Der 22-Jährige, der zwei Muskelfaserrisse überstanden hatte, traf per Abstauber, Karius hatte seinen Schuss nach vorne abprallen lassen.

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Die Nachricht der zwischenzeitlichen Rückstände der Nürnberger und Braunschweiger tat ihr Übriges zur Jubelstimmung im HSV-Block, zumal die Gäste auf den zweiten Treffer drängten.

"Die Stimmung bei den Fans war heute überragend", sagte Rafael van der Vaart, der zuversichtlich in die Relegation blickt: "Wir wissen, dass wir noch hart arbeiten müssen. Aber ich glaube, wir schaffen es."

Zunächst scheiterte Robert Tesche nach 22 Minuten knapp per Kopf, dann lenkte FSV-Mittelfeldspieler Christoph Moritz den Ball beinahe ins eigene Tor (24.), ehe Soto per Kopf auf der Torlinie (25.) und Karius mit einer starken Parade retteten.

HSV setzt FSV unter Druck

Die Hausherren kamen in dieser Phase mit dem aggressiven Pressing der Gäste überhaupt nicht mehr zurecht.

Kaum ein Angriff der Rheinhessen wurde zu Ende gespielt, zu oft leistete sich die Kreativzentrale mit Malli und Ja-Cheol Koo Abspielfehler. Auf der Gegenseite rutschte Lasogga am 2:1 vorbei (38.).

Mainz dreht nach der Pause auf

Nach der Pause kamen die Hausherren zunächst besser aus der Kabine. Moritz prüfte Adler in der 49. Minute mit einem Distanzschuss, Nikolce Noveski scheiterte per Kopf (54.).

Aber auch die Gäste blieben gefährlich, Calhanoglus Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei (62.). Den dritten Treffer der Partie erzielte dennoch Malli aus gut 15 Metern.

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Okazaki erhöhte mit seinem 15. Saisontor auf 3:1, Ilicevic verkürzte kurz darauf.

Tuchel vor dem Absprung?

Getrübt wurde die Freuder der Mainzer durch das Gerücht, wonach Trainer Thomas Tuchel laut mehreren Medienberichten am Samstag vor dem Absprung steht.

"Wir sind sehr interessiert an Thomas Tuchel. Wenn er sich anders entscheiden sollte, werden wir es morgen erfahren. Im Moment ist das alles noch ein Gerücht", sagte Klubchef Strutz.

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