Der FC Bayern feiert den 24. Meistertitel der Vereinsgeschichte © getty

Im Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart siegt der FC Bayern spät. Danach gibt es Bierduschen, Jubel - und einen Fauxpas.

Aus München berichtet Jan Reinold

München - Pep Guardiola konnte sich fast zwei Monate auf diesen Moment vorbereiten - und vermasselte ihn dann doch.

Als der spanische Startrainer den Fans des FC Bayern die Meisterschale präsentieren wollte, entglitt sie ihm und krachte aufs Feld der Allianz Arena. Der Rasen pufferte den Aufprall ab, das gute Stück blieb unversehrt.

Feuchte Hände dürfte Guardiola beim mageren 1:0 (0:0) seiner Mannschaft gegen den VfB Stuttgart kaum bekommen haben. Die Bierdusche von Jerome Boateng sorgte dann aber doch für reichlich Nässe und begünstigte Guardiolas Fauxpas.

Rauball überreicht die Schale

Im Konfettiregen und unter dem Jubel der 71.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena hatte Kapitän Philipp Lahm die Trophäe von Ligapräsident Reinhard Rauball entgegen genommen.

Die Feierstimmung kam bei den Bayern aber zunächst nur schwer in Schwung, was zum einen an der überschaubaren Leistung im Saisonfinale lag.

Zum anderen steht in einer Woche in Berlin das Pokalfinale an, und erst dort wird sich entscheiden, ob es nun eine gute oder ernüchternde Saison für den entthronten Champions-League-Sieger wird. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schweinsteiger verletzt raus

Mit einer blutleeren Vorstellung wie im sportlich bedeutungslosen Spiel gegen den VfB, der seit elf Pflichtspielen nicht mehr gegen die Münchner gewonnen hat, könnte es in der Hauptstadt gegen Borussia Dortmund allerdings eng werden.

Zumal die Bayern, die gegen den BVB vor zwei Jahren in Berlin 2:5 verloren, um den Einsatz von Bastian Schweinsteiger bangen müssen.

Der Nationalspieler wurde bei der Pokalfinal-Generalprobe gegen Stuttgart in der 37. Minute ausgewechselt und direkt von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersucht.

Am Montag soll die genaue Diagnose folgen. "Er hat Probleme mit dem Knie, der Doktor hat mir gesagt, es ist die Patellasehne. Wir haben noch sechs Tage Zeit", sagte Guardiola.

Thiago auf der Bank

Angesichts der Ausgangslage - für beide Teams ging es in der Tabelle um nichts mehr - riss der Sommerkick gegen die Schwaben trotz des späten Tores von Claudio Pizarro (90.+2) die Zuschauer in München nicht von den Sitzen.

"Wir haben nichts zugelassen und haben das Spiel völlig kontrolliert", sagte Arjen Robben dennoch und blickte bei "Sky" schon auf die Party voraus: "Wir haben es uns verdient. Wir haben eine super Bundesligasaison gespielt."

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Bereits nach 12 Sekunden hatte Thomas Müller zwar die Führung auf dem Fuß, als er nach Flanke von David Alaba den Ball aus kurzer Distanz neben das Tor setzte. Das aber blieb zunächst der einzige Aufreger.

Das Spiel plätscherte über weite Strecken vor sich hin. Die seit Wochen formschwachen Bayern, bei denen der lange verletzte Thiago wieder auf der Bank saß und die angeschlagenen Franck Ribery, Mario Götze und Philipp Lahm geschont wurden, waren feldüberlegen, in der ersten Halbzeit aber nicht konsequent genug.

Stevens verlässt den VfB

VfB-Torwart Sven Ulreich parierte stark gegen einen wuchtigen Schuss von Mario Mandzukic (24.). Ein Schweinsteiger-Kopfball ging knapp neben das Tor (28.), und Gotoku Sakai blockte einen Fallrückzieher von Mandzukic (32.). ( 889082 DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags )

Ansonsten wurde die Langeweile in der Arena meist nur durch die Einblendungen der Ergebnisse aus den anderen Stadien und den Vorbereitungen auf die Meisterfeier der Bayern am Samstagabend auf dem Münchner Marienplatz unterbrochen.

Der VfB trat über weite Strecken diszipliniert auf und ließ wenig zu - anschließend verkündeten die Schwaben eine für die Zukunft entscheidende Personalie: Den Abschied von Trainer Huub Stevens.

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Mandzukic verpasst Torjäger-Kanone

Nach der Pause schalteten die Bayern einen halben Gang hoch, der Meister agierte nun mit etwas mehr Zug zum Tor.

Ein abgefälschter Schuss von Rafinha ging knapp drüber (54.), Ulreich war beim Versuch von Arjen Robben aus spitzem Winkel zur Stelle (61.).

In der 64. Minute nahm Bayern-Trainer Pep Guardiola den bemühten, aber glücklosen Mario Mandzukic vom Feld. Für den Kroaten, der dem Noch-Dortmunder und Bald-Münchner Robert Lewandowski die Torjäger-Kanone überlassen musste, kam Claudio Pizarro. Wirklich besser wurde das Spiel des Rekordmeisters aber nicht.

Nach guter Vorarbeit von Alaba, der von der Grundlinie zurückpasste, schob Pizarro den Ball aus sechs Metern über das Tor (74.). Robben scheiterte alleine vor Ulreich am guten VfB-Torwart (86.). Den glücklichen Sieg für die Bayern rettete schließlich Pizarro in der Nachspielzeit. (SHOP: Jetzt Fanartikel vom FC Bayern kaufen)

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