Hoffenheims Firmino (Mitte) erzielte gegen Braunschweig seinen 16. Saisontreffer © getty

Die Eintracht enttäuscht in Hoffenheim und kann die Niederlagen der Konkurrenten nicht nutzen. Die Fans feiern trotzdem.

Sinsheim - Eintracht Braunschweig hat das "Wunder von Hoffenheim" verpasst und muss nach nur einem Jahr Bundesliga den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Am letzten Spieltag verlor die Mannschaft von Torsten Lieberknecht bei 1899 Hoffenheim 1:3 (0:1) - mit einem Erfolg hätten die Niedersachsen angesichts der Niederlagen der Konkurrenten den Relegationsrang 16 erreicht.( 889082 DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags )

Trotzdem wurde die Mannschaft nach Spielende von den 6.000 mitgereisten Fans minutenlang gefeiert. Die Spieler warfen ihre Trikots ins Publikum, die Fans stimmten "You'll never walk alone" an.

Ein kleines Mädchen verteilte währenddessen gelbe und blaue Rosen an die Spieler.

"Wir müssen diesen Moment mitnehmen", sagte Lieberknecht bei "Sky": "Wir haben in den letzten Jahren unheimlich viel erreicht, viele Erfolge gefeiert. Das hat unheimlich viel Kraft gekostet."

Kraft, die im selbst ausgerufenen Endspiel offenbar fehlte.

Wunder bleibt aus

Weil Sebastian Rudy (15.), Roberto Firmino (64.) und der ins WM-Aufgebot berufene Kevin Volland (70.) für Hoffenheim trafen und nur Jan Hochscheidt (88.) für Braunschweig erfolgreich war, setzte sich die Bundesliga-Tradition fort: (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nie war es einem Team im Oberhaus bislang gelungen, am letzten Spieltag noch vom 18. auf den 16. Tabellenplatz zu springen. (SHOP: Jetzt Fanartikel von Hoffenheim kaufen)

"Wir haben verdient verloren", räumte Lieberknecht ein.

Verhaltener Beginn

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Arena boten beide Mannschaften zunächst aber nur wenig Denkwürdiges.

Die Braunschweiger, die im Vergleich zur Last-Minute-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Augsburg (0:1) auf zwei Positionen verändert begannen, fanden gegen den sicher stehenden Defensivverbund der Gastgeber kein probates Mittel.

Und auch die Hoffenheimer, die ohne ihre Offensivkräfte Anthony Modeste (Rotsperre) und Sven Schipplock (entzündeter Nerv) auskommen mussten, wirkten in der Anfangsphase ideenlos.

Rudy köpft zur Führung ein

Mit der ersten Chance gingen die Kraichgauer dennoch in Führung.

Kapitän Andreas Beck hatte den Ball halbhoch in den Strafraum geflankt, Rudy schloss akrobatisch per Kopf ins lange Eck ab. (SHOP: Jetzt Fanartikel von Eintracht Braunschweig kaufen)

Das Tor verlieh den Kraichgauern jedoch nur bedingt Aufschwung, vor allem dem unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw für den vorläufigen Brasilien-Kader nominierte Volland fehlte jegliche Bindung zum Spiel.

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Kein Aufbäumen der Eintracht

Erst nach einer knappen halben Stunde erhöhten die Gastgeber den Druck - und eröffneten ihrem Gegner dadurch teils aussichtsreiche Konterchancen.

Am ehesten hatte dabei Karim Bellarabi (39.) den ersten Braunschweiger Liga-Treffer nach 361 Minuten auf dem Fuß - seinen Schuss von der Strafraumgrenze wehrte Jens Grahl im Hoffenheimer Gehäuse aber ohne größere Probleme ab.

Direkt nach Wiederanpfiff blieb ein Aufbäumen der Gäste aus.

Ganz im Gegenteil: Hoffenheim erhöhte nochmals die Schlagzahl und drängte auf die Vorentscheidung.

Den Schuss von Sejad Salihovic (54.) klärte Ermin Bicakcic aber wenige Zentimeter vor der Torlinie.

Firmino mit tollem Volleytreffer

Nach einer weiteren Drangperiode erzielte Firmino das längst überfällige 2:0.

Die Flanke von Tobias Strobl veredelte der Mittelfeldspieler selbstverständlich auf die "brasilianische" Art und Weise: Mit einem spektakulären Volleyschuss aus 15 Metern.

Danach feierte auch Volland noch sein Erfolgserlebnis.

Aufseiten der Gastgeber überzeugte vor allem Rudy, auch Firmino zeigte eine ansprechende Leistung.

Bei den Braunschweigern stemmte sich - wenn überhaupt - Bellarabi gegen den Abstieg.

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