Drei Tradtionsvereine stemmen sich gegen den drohenden Abstieg © getty

Hamburg, Nürnberg und Braunschweig kämpfen um den Relegationsplatz 16. SPORT1 hat letzte Informationen zum Keller-Showdown.

Von Denis de Haas

München ? Nur zu gern würde Mirko Slomka am Sonntagmorgen nach Fürth aufbrechen.

Dort will der Coach des Hamburger SV im Stadion sitzen, um die Spielvereinigung zu beobachten. Auf die Franken könnten die Hamburger in den Relegationsspiele treffen.

Womöglich kann sich Slomka den Trip aber auch sparen. Sollte sein Team bei Mainz 05 nicht punkten (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm), droht der direkte Abstieg.

Der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig warten auf einen Hamburger Ausrutscher. Beiden Teams hilft im Saisonfinale nur ein Sieg, um an den Norddeutschen vorbeizuziehen.

Der Club hat mit dem Auswärtsspiel bei Schalke 04 die vermeintlich schwierigste Aufgabe (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm). Zumal die Gelsenkirchener selbst noch unter Druck stehen und die direkte Qualifikation für die Champions League sichern wollen.

Braunschweig muss zu 1899 Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm). Für die Kraichgauer geht nach oben und nach unten nichts mehr. Ist das die große Chance der Eintracht?

Der Optimismus bei den Hamburger Konkurrenten ist groß. Club-Coach Roger Prinzen und Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht wollen am Sonntag Slomkas Platz in Fürth einnehmen, um sich dann selbst auf die Relegationsspiele am 15. und 18. Mai vorzubereiten.

SPORT1 fasst die Lage im Tabellenkeller täglich zusammen:

Hamburger SV: 16. Platz, 27 Punkte, Tordifferenz -23

Ihren Humor haben sie sich beim Hamburger SV bewahrt. Als Mannschaftsbus-Fahrer Miroslav Zadach am Freitag den "Rautenexpress" betankte, stand er an der falschen Säule.

Er hatte die Nummer 17 angesteuert. Eine Zahl, die in der Hansestadt für Angst und Schrecken sorgt.

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Steht der HSV nach dem Spiel bei Mainz 05 auf Platz 17, wäre es um den letzten Bundesliga-Dino geschehen. Doch die Hansetaen sind zuversichtlich, Relegationsrang 16 zu verteidigen.

Mirko Slomka denkt schon einen Schritt weiter. "Wir müssen den Dino am Leben erhalten. Das Ziel ist nicht die Relegation, sondern der Klassenerhalt", sagt der HSV-Trainer vor dem Showdown.

Bei diesem soll Pierre-Michel Lasogga die nötigen Tore erzielen. Der Torjäger hat seine muskuläre Verletzung auskuriert und ist für einen Einsatz bereit.

Neben Lasogga ist Hakan Calhanoglu der große Hoffnungsträger. Sollte der Türke in Mainz den Abstieg erleben, könnte es sein letztes Spiel für den HSV gewesen sein.

Interessenten gibt es reichlich. Auch der FC Bayern soll bereits beim torgefährlichen Mittelfeldspieler angefragt haben.

Im SPORT1-Tabellenrechner können Sie die möglichen Szenarien durchspielen

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1. FC Nürnberg: 17. Platz, 26 Punkte, Tordifferenz -30

Bei den Nürnbergern wird ein Nachfolger für Sergio Zarate gesucht. Die argentinische Zaubermaus war der Matchwinner beim bislang letzten Club-Sieg auf Schalke. Der Zarate-Doppelpack zum 2:1-Erfolg liegt allerdings schon über 20 Jahre zurück.

Nun müssen die Nürnberger mal wieder beim befreundeten Verein aus Gelsenkirchen gewinnen. Denn ein Punkt dürfte definitiv nicht zum Klassenerhalt reichen - zu schlecht ist die Tordifferenz der Franken.

In der Defensive muss Interimstrainer Roger Prinzen improvisieren. Timothy Chandler, Javier Pinola und Marvin Plattenhardt fehlen allesamt gelbgesperrt. Ein 19-Jähriger könnte davon profitieren: Abwehrspieler Tobias Pachonik steht vor seinem Startelf-Debüt.

Auch im Tor kommt ein Youngster zum Einsatz. Kapitän Raphael Schäfer hat sich verletzt, sein Vertreter heißt Patrick Rakovsky.

Eintracht Braunschweig: 18. Platz, 25 Punkte, Tordifferenz -29

Die Braunschweiger Fans glauben fest an die Rettung. Der Verein rechnet mit 6000 Fans, die ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel in Hoffenheim begleiten.

"Wir werden gefühlt ein Heimspiel haben. Das hilft ungemein und wird der Mannschaft den letzten Kick geben", sagte Torsten Lieberknecht.

Auch viele Verwandte des Eintracht-Coaches werden im Stadion sitzen. Lieberknecht ist rund 70 Kilometer von Sinsheim entfernt aufgewachsen.

Mit familiärer Unterstützung soll ein historischer Coup gelingen. Einen Sprung von Platz 18 auf den Relegationsplatz gelang noch nie einer Mannschaft zum Saisonfinale. Braunschweig will das erste Team sein.

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Wie eine Rettung am letzten Spieltag gelingt, könnte Lieberknecht bei seinem Trainerkollegen erfragen. Markus Gisdol sicherte sich mit den Hoffenheimern in der Vorsaison Platz 16 auf den letzten Drücker.

Allerdings wird es wohl kaum zu einem netten Ausstausch zwischen Lieberknecht und Gisdol kommen: Nach dem Hinspiel gerieten die beiden aneinander. "Der gegnerische Trainer hat uns 90 Minuten attackiert, ständig, bei jeder Situation hat er rübergeblökt und macht jetzt noch einen auf netter Gastgeber", sagte Gisdol damals.

Somit sorgt nicht nur die tabellarische Situation für Zündstoff.

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