Drei Tradtionsvereine stemmen sich gegen den drohenden Abstieg © getty

Wer schafft es auf Relegationsplatz 16? Unsere SPORT1-Reporter beleuchten vor Ort die Situation und geben eine Prognose.

Von Fabian Greve, Michael Gößl und Philipp Eggers

München - Der Hamburger SV setzt auf einen wiedergenesenen Hoffnungsträger, der 1. FC Nürnberg schlachtet sein Sparschwein und Eintracht Braunschweig zelebriert seine Rolle als Aschenputtel.

Unsere drei SPORT1-Reporter vor Ort in Hamburg, Nürnberg und Braunschweig beleuchten die Situation in den letzten Stunden vor dem Fernduell um den Relegationsplatz 16 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm).

Das Trio gibt zudem eine Einschätzung, wie groß die Chance auf eine späte Rettung im nervenaufreibenden Abstiegskrimi für die drei Klubs noch ist.

Nichts zu verlieren

Philipp Eggers (berichtet über Eintracht Braunschweig):

Trainer Torsten Lieberknecht hat in dieser Woche das Training noch einmal umgestellt. Am Dienstag schickte er alle Feldspieler in den Kraftraum. An fehlender Fitness soll die mögliche wundersame Rettung nicht scheitern.

Lieberknecht hat in den vergangenen Tagen immer wieder betont: Seine Mannschaft hat nichts zu verlieren.

Während vor allem auf dem HSV ein riesiger Druck lastet, gehen die Braunschweiger von allen drei Teams mit der größten Gelassenheit in den letzten Spieltag. Nicht nur die Mannschaft gibt sich optimistisch, auch die Anhänger versprühen den Glauben an die Rettung. Über 6.000 Fans werden zur Unterstützung nach Hoffenheim reisen.

Ob dieser Glaube am Ende Berge versetzt, wird sich zeigen. Klar ist: Ohne Schützenhilfe nutzt der Eintracht auch ein Sieg in Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) nichts. Patzen Hamburg und Nürnberg, könnte Braunschweig als lachender Dritter zur Stelle sein.

Zusätzliches Selbstvertrauen kann der 1:0-Sieg im Hinspiel geben.

Doch eine Prognose ist kaum zu wagen, gerade im verrückten Abstiegskampf - das hat die Vergangenheit schon häufiger gezeigt.

Letztlich haben alle drei Klubs noch ihre Chance - auch die Eintracht. Und darin liegt zugleich die große Braunschweiger Hoffnung.

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Nichts spricht für Nürnberg

Michael Gößl (berichtet über den 1. FC Nürnberg):

24.000 Euro haben sich in der Mannschaftskasse des 1. FC Nürnberg im Laufe der Saison angesammelt. Jetzt spenden die Spieler den Inhalt den Club-Anhängern, die sich auf den Weg zum Auswärtsspiel nach Schalke 04 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) machen.

Ob diese Geste reicht, um noch Rang 16 zu erreichen, muss bezweifelt werden.

Die Anhänger haben ihre Mannschaft eigentlich schon komplett aufgegeben, anders sind die abwandernden Fans zehn Minuten vor dem Spielende gegen Hannover nicht zu erklären.

Im SPORT1-Tabellenrechner können Sie schon einmal verschiedene Szenarien durchspielen

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Auch die Körpersprache der Spieler im Training zeugt nicht von großer Hoffnung.

Da kann Trainer Roger Prinzen noch so oft das Wort "Glaube" wiederholen. Die Frage ist, worin dieser Glaube noch gründen kann.

Prinzen, der für den entlassenen Gertjan Verbeek eingesprungen ist, hat keinerlei Erfahrung im Abstiegskampf.

In Schalke haben die Nürnberger seit über 20 Jahren nicht mehr gewonnen. Torjäger Josip Drmic hat seit fünf Spielen nicht mehr getroffen.

In Timothy Chandler, Javier Pinola und Marvin Plattenhardt sind gleich drei Verteidiger gesperrt. Und jetzt fällt auch noch Torhüter Raphael Schäfer wegen einer Muskelverletzung in der linken Schulter aus.

Nichts spricht dafür, dass Nürnberg noch den Sprung auf Platz 16 schafft.

Ein Punkt in Mainz reicht

Fabian Greve (berichtet über den Hamburger SV):

Trainer Mirko Slomka hat auf ein Trainingslager verzichtet. Er will sich nicht verstecken, sondern sucht beim Training die Nähe zu den Fans, die der Mannschaft mit kämpferischen und warmen Worten Mut machen sollen.

Die Stimmung ist optimistisch.

Die Hoffnung ruht vor allem auf Pierre-Michel Lasogga, der nach auskurierten muskulären Problemen im Oberschenkel rechtzeitig für das Spiel beim FSV Mainz (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) zur Verfügung steht.

In 19 Spielen hat der Stürmer 12 Tore erzielt, allein dieser Wert unterstreicht schon seine Bedeutung. Zudem ist er aufgrund seiner Persönlichkeit ein Typ, der mit seinem Willen, mit seiner Leidenschaft und mit seiner Power der Mannschaft richtig helfen kann.

Ich bin davon überzeugt, dass der HSV es schafft und Rang 16 verteidigt. Dazu reicht ein Punkt in Mainz, weil Nürnberg nicht in Schalke gewinnt und die Hamburger selbst bei einem Sieg der Braunschweiger in Hoffenheim wegen der besseren Tordifferenz im Vorteil wären.

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