Drei Tradtionsvereine stemmen sich gegen den drohenden Abstieg © getty

Hamburg, Nürnberg und Braunschweig kämpfen im Fernduell um Relegationsplatz 16. SPORT1 fasst die Lage im Keller täglich zusammen.

München - In zwei Tagen steigen die mit Spannung erwarteten Fernduelle um den Relegationsplatz 16 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm).

Der Hamburger SV will diesen Rang natürlich unbedingt verteidigen und dann über einen Umweg noch den Klassenerhalt schaffen.

Doch auch beim 1. FC Nürnberg und bei Eintracht Braunschweig glauben sie weiterhin an eine späte Rettung.

Club-Coach Roger Prinzen erinnert an Mutmacher aus der Vergangenheit - und appelliert an die zuletzt schon hoffnungslosen Anhänger.

SPORT1 fasst die Lage im Tabellenkeller täglich zusammen:

Hamburger SV: 16., 27 Punkte, Tordifferenz -23

Die Hanseaten stecken in der schwersten Krise ihrer mittlerweile 127-jährigen Vereinsgeschichte - und hoffen auf ihren Trainer Mirko Slomka.

Der hat bereits Erfahrung als Retter. 2010 feierte er, damals noch als Coach von Hannover 96, am letzten Spieltag ein 3:0 beim VfL Bochum und sicherte den Niedersachsen damit in letzter Sekunde den Klassenerhalt. Im Jahr darauf führte er die 96er in die Europa League.

"Der Dino darf nicht absteigen", stellte Slomka vor der Partie beim FSV Mainz 05 nun unmissverständlich klar: "Wir haben die Nase vorn und wollen uns das nicht mehr nehmen lassen."

Und weiter: "Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass ich jetzt vor allem Ruhe ausstrahlen muss." In Mainz müsse sich sein Team auf das Wesentliche besinnen.

"Wir müssen die Partie gewinnen, weil wir nicht wissen, was auf den anderen Plätzen passiert", so der 46-Jährige. Es existiere zwar auch ein Plan B - der "aber nur in meinem Kopf".

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge ruhen große Hoffnungen auf dem genesenen Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga, der in seinen bisherigen 19 Saisonspielen immerhin zwölfmal getroffen hat.

Zudem sitzt am Samstag Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz als Edelfan und Glücksbringer auf der Tribüne.

1. FC Nürnberg: 17., 26 Punkte, Tordifferenz -30

Nürnbergs Interimstrainer Roger Prinzen hat derweil mit einem emotionalen Auftritt den Verbleib des Clubs in der Bundesliga beschworen.

"Ihr könnt mich für verrückt erklären, aber ich glaube an diese Chance, dass wir es schaffen. Wir müssen Krieger sein", sagte Prinzen bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

Die Franken brauchen am letzten Spieltag bei Schalke 04 einen Sieg, um noch eine Chance auf den Relegationsplatz zu haben. Gleichzeitig darf allerdings der HSV sein Spiel in Mainz nicht gewinnen.

"Ich will der Mannschaft Mut zusprechen. Der Glaube an sich selbst ist die Basis, wenn man eine Chance auf Schalke haben will. Man muss auch mal daran glauben, dass der Ball reingeht", betonte Prinzen. Schließlich sei im Fußball "immer alles möglich".

Er erinnerte an 1899 Hoffenheim, das in der vergangenen Saison völlig unerwartet mit einem Last-Minute-Sieg bei Borussia Dortmund die Relegation erreicht hatte.

Er erinnerte auch an den FC Liverpool, der das Champions-League-Finale 2005 gegen den AC Mailand nach einem 0:3-Rückstand zur Halbzeit noch im Elfmeterschießen gewann.

Und er appellierte auch an die Anhänger, die den Club beim 0:2 gegen Hannover 96 am vergangenen Samstag schon aufgegeben hatten.

"Es tut weh, wenn man das Gefühl hat, dass die Fans nicht mehr an uns glauben", sagte der 45-Jährige und bat, dass "alle bis zum Schluss an uns glauben. Wenn der Vorhang dann gefallen ist, kann man kritisch sein und die Saison analysieren."

Im SPORT1-Tabellenrechner können Sie schon einmal verschiedene Szenarien durchspielen

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E. Braunschweig: 18., 25 Punkte, Tordifferenz -29

Auch in Braunschweig ist der Glaube an den Klassenerhalt nicht zu erschüttern.

Vor dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim hofft Trainer Torsten Lieberknecht - genau wie sein Nürnberger Kollege Prinzen - auf die Wiederholung vergangener Ereignisse.

"Vielleicht wiederholt sich ja am Samstag die Geschichte", sagte der 40-Jährige mit Blick auf das Jahr 2008, in dem die Eintracht am letzten Spieltag noch den Absturz in die vierte Liga verhinderte.

Vor dem Abstiegsfinale im Kraichgau hat Lieberknecht rund um sein Team "eine Endspielstimmung" ausgemacht. "Die Mannschaft will den Sieg und das Wunder schaffen", betonte er.

Der letzte und in dieser Saison bislang einzige Erfolg der Eintracht auf fremdem Platz liegt allerdings schon über sieben Monate zurück.

Am 5. Oktober gewannen die "Löwen" das Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg mit 2:0.

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