Joachim Löw ist seit 2006 Cheftrainer des DFB-Teams
Joachim Löw ist seit 2006 Bundestrainer und hat beim DFB einen Vertrag bis 2016 © getty

Wer sind die Wackelkandidaten, welche Termine sind wichtig? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum vorläufigen Aufgebot.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Frankfurt/Main - Joachim Löw gibt der Hoffnung heute Namen.

Wenn der Bundestrainer am Mittag seinen vorläufigen Kader für die WM benennt (ab 12.30 Uhr im LIVESTREAM), nehmen die Planungen für Brasilien konkrete Konturen an. Doch: Die meiste Arbeit hat Löw danach immer noch vor sich.

"Wir sind im Moment nicht in der Lage zu sagen, diese 23 Spieler bilden den WM-Kader", sagte der DFB-Coach Anfang März vor dem Länderspiel gegen Chile.

Daran hat sich auch rund zwei Monate kaum etwas geändert. Verletzungen und Formschwankungen einiger Leistungsträger bereiten Löw Kopfzerbrechen. Gut möglich, dass das vorläufige Aufgebot folglich recht groß ausfallen wird.

Absagen am Mittwoch

Bereits am Mittwoch trafen sich der Bundestrainer und sein Team in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main, um noch einmal über die Personalentscheidungen zu beraten. Anschließend wurden die Spieler informiert, die zu Hause bleiben müssen.

Löw hat die knapp gescheiterten Feldspieler selbst informiert, Andreas Köpke übernahm die unangenehme Aufgabe bei den Torhütern.

Große Überraschungen sind nicht zu erwarten. Die Wackelkandidaten sind bekannt, und bis zum endgültigen Meldeschluss hat Löw noch Zeit, seine Entscheidungen zu überdenken ( 884119 DIASHOW: Der SPORT1-WM-Kader-Check ).

Wer passt am besten ins Team? Wer wird am besten mit den schwierigen klimatischen Bedingungen in Brasilien fertig? Wer ist in WM-Form? Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Zudem müssen Meldefristen und Terminschwierigkeiten beachtet werden.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen vor der Nominierung:

Wie viele Spieler nominiert Löw?

Voraussichtlich wird Löw mindestens 26 Spieler in den vorläufigen WM-Kader berufen.

Insgesamt könnte der Bundestrainer heute sogar bis zu 40 Spieler benennen, um überhaupt ein Aufgebot für das Testspiel am kommenden Dienstag in Hamburg gegen Polen zusammenzubekommen.

Die Profis des FC Bayern und von Borussia Dortmund werden in der Hansestadt aufgrund ihrer Teilnahme im DFB-Pokalfinale fehlen. Sollte sich Löw für Spieler des Hamburger SV entscheiden, würden auch diese im Test möglicherweise nicht zur Verfügung stehen.

Der HSV kämpft in der Bundesliga noch um den Klassenerhalt und könnte sich in die Relegation retten. Auch hier käme es zu terminlichen Überschneidungen mit dem Länderspiel. Zudem werden die Profis, die ihr Geld im Ausland verdienen, fehlen.

Aufgrund des zu erwartenden Rumpfkader bezeichnete Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff die Partie gegen Polen schon als "Zukunftsspiel".

Bis wann muss sich der Bundestrainer auf 23 Spieler festlegen?

Zunächst muss bis zum 13. Mai (Mitternacht) eine vorläufige 30-Mann-Liste bei der FIFA gemeldet werden.

Das Spiel gegen Polen ist also für die Wackelkandidaten und potenzielle Nachrücker die letzte Chance, sich zu empfehlen und mit ins Trainingslager zu reisen. Dieses findet vom 21. bis zum 1. Juni in Südtirol statt.

Erst am 2. Juni, einen Tag nach dem Test gegen Kamerun in Mönchengladbach und fünf Tage vor dem Abflug nach Brasilien, muss Löw sich definitiv entscheiden, welche 23 Spieler er mitnimmt. Alle Kandidaten müssen im vorläufigen Aufgebot gestanden haben. (SHOP: Jetzt Fanartikel vom DFB-Team kaufen)

Einmal in Brasilien angekommen, sind Veränderungen im Kader nur in Ausnahmefällen möglich. 24 Stunden vor der ersten Begegnung können verletzte Spieler nachnominiert werden. Diese potenziellen Nachrücker müssen nicht im vorläufigen Aufgebot stehen.

Wer sind die größten Wackelkandidaten?

Die größten Fragezeichen stehen hinter Rene Adler und Ilkay Gündogan. Der Hamburger Torwart leistete sich zuletzt einige Patzer, der Dortmunder hat seit August kein Spiel bestritten. Beide werden vermutlich schon am Donnerstag durch das Sieb fallen.

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Mario Gomez hat im September sein letztes Spiel über 90 Minuten absolviert, ist aktuell immer noch weit von seiner Top-Verfassung entfernt. Sami Khedira hat sich nach seinem Kreuzbandriss im November im Rekordtempo fitgemacht. 884290 (DIASHOW: Nationalspieler auf Schokolade)

Khedira wird ziemlich sicher zur WM fliegen, Gomez könnte es in den vorläufigen Kader schaffen, der Rest wird sich zeigen (EINWURF: Löw sollte auf Gomez verzichten).

Wer fährt ins Trainingslager?

Alle Spieler des vorläufigen Kaders. Bis auf Khedira. Der Mittelfeldspieler, der auch am Mittwochabend auf sein Comeback bei Real Madrid warten musste, bestreitet am 24. Mai das Champions-League-Finale gegen Atletico Madrid und wird dann nachreisen

Direkt nach dem Trainingslager geht es am 2. Juni in Mönchengladbach gegen Kamerun, die WM-Generalprobe bestreitet der dreimalige Weltmeister am 6. Juni in Mainz beim Benefizspiel für die Egidius-Braun-Stiftung gegen Armenien.

Der Fahrplan bis zur WM im Überblick:

08. Mai: Nominierung des vorläufigen WM-Aufgebots

13. Mai: Deutschland - Polen in Hamburg (20.45 Uhr)

13. Mai (Mitternacht): Meldung der 30er-Kader an die FIFA

16. Mai: Veröffentlichung aller vorläufigen Kader durch die FIFA

21. Mai bis 1. Juni: WM-Trainingslager im Passeiertal/Südtirol

1. Juni: Deutschland - Kamerun in Mönchengladbach (20.30)

2. Juni: Meldung des endgültigen 23er-WM-Kaders bei der FIFA

5. Juni: Bekanntgabe aller 32 endgültigen WM-Kader durch die FIFA

6. Juni: Deutschland - Armenien in Mainz (20.45)

WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli 2014):

7. Juni: Abreise ins WM-Quartier Porto Seguro vom Flughafen Frankfurt/Main

16. Juni: Deutschland - Portugal in Salvador (18.00 Uhr MESZ)

21. Juni: Deutschland - Ghana in Fortaleza (21.00 Uhr MESZ)

26. Juni: Deutschland - USA in Recife (18.00 Uhr MESZ)

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