Drei Tradtionsvereine stemmen sich gegen den drohenden Abstieg © getty

Hamburg, Nürnberg und Braunschweig kämpfen im Fernduell um den Platz 16. SPORT1 fasst die Lage im Keller täglich zusammen.

München - In drei Tagen steigen die Fernduelle um den Relegationsplatz 16 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm).

Der Hamburger SV will diesen Rang mit aller Macht verteidigen und dann über einen Umweg noch den Klassenerhalt schaffen.

Doch beim 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig besteht weiterhin die Hoffnung auf ein spätes Überholmanöver.

Der Club denkt kurz vor dem Showdown offenbar über einen neuen Spieler nach - der Kandidat spielte einst bei einem Hauptkonkurrenten.

Derweil setzt Torsten Lieberknecht auf den Sympathiefaktor. Der Eintracht-Coach glaubt, dass alle Fußballfans, die außerhalb von Hamburg und Nürnberg wohnen, den Braunschweiger die Daumen drücken.

SPORT1 fasst die Lage im Tabellenkeller täglich zusammen:

Hamburger SV: 16., 27 Punkte, Tordifferenz -23

Uwe Seeler musste in dieser Saison leiden. "Man drückt natürlich immer die Daumen. Teilweise war man auf der Tribüne aber ernüchternd, wenn man sieht, dass man keinen Sturm, kein Mittelfeld und keine Hintermannschaft hat", sagt der Ehrenspielführer vor dem Spiel beim FSV Mainz 05 im Gespräch mit SPORT1.

Ein Abstieg käme für Seeler einer mittelschweren Katastrophe gleich. "Die Weltstadt Hamburg nicht mehr in der Ersten Liga, das wird nur schwer zu verkraften sein. Den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, wird dann nicht einfach. Die finanzielle Situation beim Hamburger SV ist schließlich bekannt", betont der 77-Jährige.

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Die Norddeutschen haben vor dem 34. Spieltag einen großen Hoffnungsträger. Auf dem Platz soll der genesene Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga für die Rettung in die Relegation sorgen.

Auf der Tribüne drückt Olaf Scholz dem Klub die Daumen. Hamburgs Bürgermeister wird den Hamburger SV als Edelfan begleiten. "Der HSV ist immer ein erstklassiger Verein gewesen und wird es, davon bin ich ziemlich überzeugt, auch bleiben. Es zittern alle mit - ich auch", sagt der Sozialdemokrat.

Hamburgs Mittelfeldspieler Tomas Rincon dürfte derweil besonders motiviert ins Saisonfinale gehen. Der Mann aus Venezuela wurde am Mittwoch Vater. Rincon möchte Sohn Dominic später bestimmt nicht die Geschichte vom ersten HSV-Abstieg der Vereinsgeschichte erzählen.

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1. FC Nürnberg: 17., 26, -30

Die Fans der Franken können sich vor dem Spiel beim FC Schalke mit einem Transfergerücht ablenken. Nach einem Bericht der "Bild" buhlen die Nürnberger um Muhamed Besic.

Der 21 Jahre alte Nationalspieler aus Bosnien steht derzeit bei Ferencvaros Budapest unter Vertrag und hat auch schon Bundesliga-Erfahrung gesammelt. Besic spielte bis Sommer 2012 noch für den Hamburger SV, musste nach einem angeblichen Zoff mit dem damaligen Trainer Thorsten Fink jedoch gehen.

Er wäre für die Innenverteidigung vorgesehen - der Mannschaftsteil, in dem die Nürnberger momentan die größten Probleme haben. Mit Timothy Chandler, Javier Pinola und Marvin Plattenhardt kassierten drei Spieler aus der Viererkette in der Vorwoche eine Gelbe Karte und müssen nun auf Schalke zuschauen.

Roger Prinzen muss improvisieren. "Wir haben Emanuel Pogatetz, der seit Wochen mit den Hufen scharrt. Dazu Martin Angha, der seit Wochen auf dieser Position solide Leistungen gebracht hat", erklärt der Coach im Interview mit der "Sport Bild".

"Wir werden elf Mann zusammenbekommen. Und diese elf Mann werden sich für den 1. FC Nürnberg den Hintern aufreißen", sagt Prinzen weiter

Im SPORT1-Tabellenrechner können Sie schon einmal verschiedene Szenarien durchspielen

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Braunschweig: 18., 25, -29

Torsten Lieberknecht setzt im Abstiegsfinale auf die Unterstützung der Fußball-Republik. "Vielleicht bis auf zwei Städte ist es so, dass ganz Deutschland uns die Daumen drückt. Hamburg und Nürnberg muss man da vielleicht ausnehmen", sagte Braunschweigs Trainer der "Sport Bild". Er wisse um "unsere Sympathien als Underdog".

Lieberknecht will mit seinen "Löwen" am letzten Spieltag bei 1899 Hoffenheim versuchen, "wieder etwas scheinbar Unmögliches zu erreichen." Es sei "nun mal so, dass viele Sympathien für einen vermeintlich kleineren Traditionsverein hegen und mitfiebern."

Winter-Zugang Havard Nielsen gibt sich vor dem Saisonfinale selbstbewusst. "Wir haben es verdient. Die Mannschaft spielt immer mit großer Leidenschaft, die Einstellung ist bei allen sehr gut", sagt der Norwerger im Interview mit der "Braunschweiger Zeitung".

Allerdings ist Nielsen auch ein wenig das Sinnbild des Eintracht-Dilemmas. Der 20-Jährige hat erst zwei Tore erzielt, Braunschweig stellt mit nur 28 Treffern den mit Abstand schwächsten Angriff der Liga.

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