Bayern-Torhüter Manuel Neuer verteidigt Trainer Pep Guardiola im Interview gegen Vorwürfe und zeigt sich dagegen selbstkritisch.

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Von Christian Ortlepp

München - Manuel Neuer hat noch viel vor mit dem FC Bayern. Gerade eben hat der Nationalkeeper seinen Vertrag beim Rekordmeister vorzeitig bis 2019 verlängert, weil "das Gesamtpaket passt", sagt der 28-Jährige SPORT1.

Zu diesem Paket gehört auch Trainer Pep Guardiola. Die Kritik an der Spielphilosophie des Katalanen, die etwa trotz der Balldominanz zum Aus im Champions-League-Halbfinal führte, teilt der Torwart nicht. Bei Siegen wie auch bei Nederlagen sei die gesamte Mannschaft verantwortlich.

Darüber hinaus spricht die Nummer eins der DFB-Elf über den kleinen Einbruch nach dem frühen Gewinn der Meisterschaft, mögliche Alternativen zum FC Bayern und über das anstehende DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund.

Manuel Neuer über...

... einen möglichen Wechsel ins Ausland: "Es ist natürlich nicht uninteressant, ins Ausland zu gehen. Man lernt viel und hat vielleicht Träume und Ziele. Aber für mich hat sich die Bundesliga super entwickelt: Wir haben tolle Nationalspieler, die Liga ist klasse, und gerade auch der FC Bayern ist super. Ich fühle mich hier wohl, deswegen war das kein Thema für mich.

... mögliche Alternativen zur Vertragsverlängerung beim FC Bayern: "Es gibt immer Optionen. Für Bayern entschieden habe ich mich, weil wir eine super Mannschaft sind. Wir haben in dieser Saison den besten Fußball gespielt, den ich in meiner Karriere erlebt habe. Das Gesamtpaket passt einfach. Wir haben die Verantwortlichen, die die richtigen Entscheidungen treffen. Dann haben wir ein gutes Trainer-Team, mit dem wir noch viel erreichen können. Wir sind noch lange nicht da, wo wir mal stehen wollen. Ich denke, dass wir jetzt ein dreiviertel Jahr mit Pep Guardiola arbeiten und dass wir immer noch etwas dazulernen können.

... die Diskussion um Pep Guardiolas Spielidee: Ich weiß, was er von uns verlangt. Wenn er hinter seinen Entscheidungen stand, haben wir auch meistens alles richtig gemacht. Ich denke, dass wir Spieler erst einmal daran denken müssen, dass wir uns selbst kritisieren und keine Ausreden bei anderen suchen und sagen: 'Der Trainer hat einen Fehler gemacht.' Das wäre zu einfach. Wir sitzen alle in einem Boot. Wenn wir gewonnen haben, hat auch jeder gejubelt, und wir wurden zusammen gelobt. Das ist bei Niederlagen dann genau so.

... die 0:4-Niederlage im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid: "Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht da. Drei Standard-Tore dürfen einfach nicht fallen, gerade bei uns. Wir wissen, woran es in den jeweiligen Situationen gelegen hat. Dass man gegen Real Madrid immer mal Konter-Tore bekommen kann, war uns vorher klar.

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... den derzeitigen Stimmungswandel beim FC Bayern: "Es ist ja jetzt nicht alles schlecht. Wir haben gute und schlechte Zeiten in dieser Saison erlebt. Man kann nicht davon ausgehen, dass wir alles erreichen und jeden Titel gewinnen. Natürlich hat man als Sportler den Anspruch, so erfolgreich wie möglich zu sein. Wir haben die beiden Spiele gegen Real nicht für uns entscheiden können und sind verdient ausgeschieden. Aber es geht jetzt weiter: Wir stehen im Pokalfinale, spielen gegen Dortmund und wissen, dass es ein harter Konkurrent ist und es schwieriges Spiel wird. Aber wir werden alles daran setzen, dass wir das erfolgreich abschließen.

... den Einbruch nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft: "Wir haben ein bisschen rotiert, einige Spieler haben sich erholt und eine Auszeit genommen. Nach der Niederlage gegen Real haben wir gegen den HSV (4:1, Anm. d. Red.) aber eine passende Antwort gegeben. Es war nicht alles perfekt, das wissen wir. Aber es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

... Karl-Heinz Rummenigges offene Tür bei Problemen der Spieler: "Wir sind alle halbwegs intelligent und können miteinander sprechen. Das ist gut, dass die Türen offen stehen. Aber wenn einer ein Problem mit der Spielidee hat, dann geht er sofort zum Trainer. Das ist der einfachste Weg. Der Trainer ist auch offen dafür. Wenn das nicht funktioniert, kann man immer noch andere Schritte gehen.

... das DFB-Pokal-Finale am 17. Mai gegen Borussia Dortmund: "Wir wissen, dass es ein schweres Spiel sein wird und Dortmund eine gefährliche Mannschaft für uns ist. Es ist ein K.o.-Spiel. Wir wollen unbedingt den DFB-Pokal gewinnen und die Saison krönend abschließen.

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