Hamburg, Nürnberg und Braunschweig kämpfen im Fernduell um den Relegationsplatz. SPORT1 fasst die Lage im Keller täglich zusammen.

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München - Mit 32 Punkten hat der VfB Stuttgart am Wochenende den Klassenerhalt geschafft. Die alte Regel, nach der 40 Zähler nötig sind, um nicht abzusteigen, gilt in der Bundesliga schon lange nicht mehr.

In dieser Saison hätten sogar schon 31 Punkte gelangt, denn auf mehr als 30 kann der auf Platz 16 stehende Hamburger SV nicht mehr kommen.

Relegation lautet das Ziel für den HSV, den 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag (alle Spiele am Sa. ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm). Die direkte Rettung ist seit Samstag für keinen der drei Klubs mehr möglich.

Mit nur 28 Zählern könnte am Ende gar Braunschweig die Teilnahme an den Playoffs gegen den Drittplatzierten der Zweiten Liga schaffen - vorausgesetzt, die Eintracht gewinnt bei 1899 Hoffenheim, der HSV punktet nicht in Mainz und der Club gewinnt nicht auf Schalke.

Spannung wie seit 1999 nicht mehr

Zahlen, die viel über die Qualität im Tabellenkeller aussagen. Und die den Kampf gegen den Abstieg am letzten Spieltag so spannend machen wie seit 1999 nicht mehr.

Damals gab es im Gegensatz zu heute keine Relegation. Frankfurt stand vor dem letzten Spieltag auf Platz 16 und rettete sich durch ein 5:1 gegen Kaiserslautern.

Nürnberg rutschte vom vermeintlich sicheren zwölften Platz durch ein 1:2 gegen Freiburg auf Platz 16 ab und musste zum fünften Mal den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

SPORT1 fasst die Lage im Tabellenkeller täglich zusammen:

Hamburger SV: 16., 27 Punkte, Tordifferenz -23

Ganz anders als in Nürnberg und Braunschweig, das auch schon reichlich Abstiegserfahrung hat, ist die Situation für den Hamburger SV.

Die Norddeutschen sind seit ihrer Gründung ein Mitglied der Bundesliga. Die Angst vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte ist quasi mit Händen zu greifen.

"Es geht nicht nur um die Spieler und um die Fans, es hängen auch viele Arbeitsplätze beim HSV und um den HSV herum am Klassenerhalt", sagte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer fast beschwörend.

Immerhin haben die Hamburger mit einem Sieg in Mainz das Erreichen der Relegation selbst in der Hand.

Abseits des Rasens liegen die Nerven blank.

Beim 1:4 gegen den FC Bayern zeigten die HSV-Profis zumindest eine kämpferisch ansprechende Leistung. Überschattet wurde die Partie von Krawallen auf der Tribüne, bei denen sechs Polizeibeamte verletzt wurden.

Die Ordnungshüter hatten in der Halbzeitpause versucht, zwei provokative Banner (A.C.A.B. (Abkürzung für all cops are bastards) - Hass wie noch nie) aus einem Stadionblock zu entfernen. Dabei wurden sie attackiert und antworteten mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray.

Die Gewerkschaft der Polizei reagierte am Montag auf die Ausschreitungen. "Der HSV hat ein Gewaltproblem", heißt es auf einem Flugblatt.

"Fußball-Arenen und deren Umfelder sind keine rechtsfreien Räume für kriminelle Gewalttäter, und Polizeibeamte sind keine Bastarde", erklärte Gerhard Kirsch, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Hamburg. Er forderte den Klub auf, sich von den Gewalttätern zu distanzieren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen

Das HSV-Fanprojekt und der sogenannte Supporters Club verurteilten die Polizei-Aktion als "vollkommen inakzeptabel". Sie habe in keinem Verhältnis zum Auslöser des Vorgehens gestanden.

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1. FC Nürnberg: 17., 26, -30

Seit 1999 sind beim FCN mittlerweile zwei Abstiege dazugekommen. Am Samstag droht den Franken der achte - sie wären dann alleiniger Rekordhalter.

Der Club, der am Sonntag sein 114-jähriges Bestehen feierte, scheint sich mit dem erneuten Gang in Liga zwei fast schon abgefunden zu haben.

Sportvorstand Martin Bader wehrt sich zwar noch verbal: "So lange wir noch eine Chance haben, kämpfe ich jede Sekunde dafür." Doch die Vorstellung des FCN beim 0:2 gegen Hannover macht wenig Hoffnung auf den Klassenverbleib.

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Beim FCN will man jedoch nichts unversucht lassen. Interimstrainer Roger Prinzen lässt die Mannschaft am Mittwochnachmittag und Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren.

Für Ex-Trainer Gertjan Verbeek hat die Zeit in Nürnberg auch nach seiner Entlassung noch ein kostspieliges Nachspiel. Der Niederländer wurde vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von 4000 Euro belegt.

Verbeek muss für seine Kritik an Schiedsrichter Jochen Drees nach dem 2:3 seiner Mannschaft am 29. März beim SC Freiburg büßen. Er hatte damals unter anderem gesagt, dass Nürnberg "fast die ganze Zeit gegen zwölf Mann gespielt" habe.

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Braunschweig: 18., 25, -29

Drei Mal ist die Eintracht bereits aus der Bundesliga abgestiegen, zuletzt 1985. Vor sechs Jahren standen die Niedersachsen sogar an der Schwelle zur Viertklassigkeit.

"2008, das war wirklicher Existenzkampf", erinnert sich Torsten Lieberknecht, damals gerade als junger Cheftrainer installiert.

In diesem Jahr wäre der Abstieg zwar nicht dramatisch, aber kampflos in ihr Schicksal fügen wollen sich die "Löwen" natürlich nicht.

[kaltura id="0_5aobn8tm" class="full_size" title="Romantiker Lieberknecht am siert vom HSV"]

"Wir haben die schlechteste Ausgangslage, aber der Glaube und die Hoffnung sind bei uns noch da", sagte Lieberknecht am Montag und verbreitete Zuversicht. "Wir haben uns in dieser Saison immer wieder in aussichtslosen Situationen gewehrt und einen Punch gesetzt, mit dem davor niemand gerechnet hat."

Seine Mannschaft habe "mit Herz und Leidenschaft gespielt" und sich das Finale am letzten Spieltag verdient.

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