BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht im Doppelpass über mögliche Verstärkungen und den Dauerstreit mit dem FC Bayern.

[kaltura id="0_8e7bo8w0" class="full_size" title=""]

München - Hans-Joachim Watzke hatte sichtlich gute Laune.

Nach dem 3:2 von Borussia Dortmund im letzten Bundesliga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Bericht) konnte der BVB-Geschäftsführer im Volkswagen Doppelpass bei SPORT1 gelöst über die Zukunft reden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach dem Abgang von Robert Lewandowski zum FC Bayern wollte Watzke konkrete Namen möglicher Nachfolger zwar nicht kommentieren, kündigte aber an "transfertechnisch noch ein bisschen was machen" zu wollen.

"Wir denken nicht klein", sagte der 54-Jährige angesichts des zweiten Viertelfinaleinzugs in der Champions League in Folge, betonte aber auch: "Wir denken nur so groß, wie wir uns das leisten können. Das ist schon deutlich größer als früher, aber es ist noch nicht so wie bei Bayern München."

Zu den jüngsten verbalen Scharmützeln mit dem großen Rivalen sagte Watze, man müsse "jetzt nicht so tun, als ob es ein total harmonisches Verhältnis gäbe." Das sei aber auch "kein Drama".

Hans-Joachim Watzke im Volkswagen Doppelpass über...

...die WM-Chancen von BVB-Keeper Roman Weidenfeller:

"Für mich ist Roman Weidenfeller für die WM gesetzt, da brauchen wir gar nicht lange diskutieren - das ist meine Überzeugung. Vor allem international hat er super gehalten gegen den FC Arsenal und Real Madrid - das ist es doch, worauf es bei einer WM ankommt. Manuel Neuer ist als Nummer 1 gesetzt, aber dahinter ist Roman Weidenfeller der perfekte Mann!"

...den Dauerstreit mit dem FC Bayern:

"Wir müssen jetzt nicht so tun, als ob es ein total harmonisches Verhältnis gäbe. Wir haben Respekt vor den Bayern. Es gibt glaube ich niemanden, der schon so oft gewürdigt hat, was der FC Bayern in den letzten 50 Jahren für den deutschen Fußball geleistet hat. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ist Bayern ein großartiger Klub. Man muss aber nicht mit jedem der Verantwortlichen besonders befreundet sein. Wir werden das auch beim Pokalfinale in Berlin so lösen, dass niemand zu Schaden kommt - und fertig aus!"

...seine Aussagen zur Fast-Pleite des BVB:

"Mir ging es damals darum, klar zu machen, dass Bayern München Borussia Dortmund nicht gerettet hat. Sie haben damals meinem Vorgänger ein Darlehen gegeben. Als ich gekommen bin, war das schon weg. 2005 mussten wir die Zahlungsunfähigkeit erklären und von diesem Moment haben uns die Gläubiger und alle anderen gerettet, aber nicht mehr Bayern München! Das ist ein zeitlicher Ablauf: 2005 war die Zahlungsunfähigkeit und 2004 ist das Darlehen gekommen."

...die anschließende Reaktion aus München:

"Ich habe idiotischer Weise, weil ich noch eine andere Zahl im Ohr hatte, den Zinssatz verwechselt - ich habe statt fünf Prozent acht gesagt. Aber da hätte Bayern auch anrufen können und sagen: 'Du hast dich mit der Zahl vertan!' Mich aber in dieser Form zu beleidigen, hat mich geärgert."

[kaltura id="0_jo2v7ckn" class="full_size" title="Hans Joachim Watzke ber eine m gliche Vers hnung mit dem FC Bayern"]

...sein Verhältnis zum neuen Bayern-Präsidenten Karl Hopfner:

"Es ist aber auch kein Drama, mein Ansprechpartner bei Bayern ist sowieso Karl-Heinz Rummenigge - mit ihm habe ich mal ein besseres, mal ein schlechteres Verhältnis, aber immer ein sehr belastbares Arbeitsverhältnis gehabt. Und was habe ich mit Karl Hopfner zu tun? Ehrlich gesagt gar nichts!"

...verändertes Anspruchsdenken in Dortmund:

"Wir denken nicht klein. Wenn man zum zweiten Mal unter den besten Acht in Europa ist, geht das mit Kleindenken sowieso nicht! Aber wir denken nur so groß, wie wir uns das leisten können. Das ist schon deutlich größer als früher, aber es ist noch nicht so wie bei Bayern München. Wir tummeln uns ja in der Champions League in einem Haifischbecken mit Gegnern, die uns wirtschaftlich noch weit voraus sind. Trotzdem haben wir den Abstand ein bisschen verkürzt."

...mögliche Verstärkungen für die kommende Saison:

"Wir werden transfertechnisch noch ein bisschen was machen, das ist keine Frage. Das hängt nicht von der Größenordnung ab, es ist nicht so, dass wir unter akutem Geldmangel leiden. Aber es geht immer um die Idee, die dahinter steckt, es geht immer um Werte und um Nachhaltigkeit. Und entscheidend ist auch: Ein Spieler, der zu Borussia Dortmund kommt, muss auch immer noch eine gewisse Perspektive haben. Einen 30-Jährigen für 15 Millionen Ablöse zu holen, könnte ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen."

...die mögliche Rückkehr von Shinji Kagawa:

"Wir haben mit Marco Reus einen Zehner, der, um es mal vorsichtig zu formulieren, in aller Munde ist. Und wir haben mit Henrikh Mkhitaryan noch einen, der das auch großartig spielen kann. Würde dann ein dritter Zehner noch Sinn machen? Wenn du dich mit der Situation beschäftigst, solltest du auf der Zehn eine Planstelle frei haben - das sehe ich nicht so wirklich!"

Weiterlesen