Die Hamburger haben wieder große Hoffnungen im Abstiegskampf, sind aber ebenso wenig wie Braunschweig und Nürnberg erstligareif.

Es ist eigentlich ein Witz, dass ausgerechnet der Hamburger SV als gefühlter großer Gewinner aus dem 33. Spieltag geht.

Fünf der letzten sechs Spiele haben die Hanseaten verloren, mit 72 Toren die meisten Gegentreffer der Liga kassiert und noch nie in 51 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit so eine schlechte Saison gespielt.

Auch beim 1:4 gegen den FC Bayern war der Traditionsverein komplett chancenlos, und dennoch war nach dem Schlusspfiff plötzlich wieder Hoffnung auf die Last-Minute-Rettung vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte da.

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Das liegt daran, dass die beiden Rivalen im Tabellenkeller ihre Riesenchancen nicht nutzen konnten, mit Heimsiegen am HSV vorbei zu ziehen.

Stattdessen rückt der Absturz in die Zweitklassigkeit für den 1. FC Nürnberg (0:2 gegen Hannover) und Eintracht Braunschweig (0:1 in letzter Minute gegen Augsburg) immer näher.

Der Club wird in der trostlosen Verfassung der letzten Wochen (sechs Pleiten in Folge) den achten Abstieg der Klubhistorie nicht mehr verhindern können, womit der FCN alleiniger Rekordhalter wäre.

Ein Sieg im letzten Spiel auf Schalke scheint ausgeschlossen, schon jetzt werden im Hintergrund vor allem in Richtung des glücklosen Sportchefs Martin Bader die Messer gewetzt.

Etwas besser sind die Chancen für die Braunschweiger, für deren nächsten Gegner Hoffenheim es um nichts mehr geht. Doch der hilflose Auftritt gegen Augsburg gibt ebenfalls keinen Grund zur Zuversicht.

Da auch der seit Ende Oktober auswärts sieglose HSV zum Abschluss in Mainz nichts mehr holen dürfte, wird sich das traurige Trio am Tabellenende mit der schlechtesten Bilanz der Bundesliga-Geschichte ins Ziel quälen.

Auch wenn die Hamburger so am Ende als Tabellen-16. den direkten Abstieg vermeiden sollten, erstligareif sind sie genauso wenig wie Braunschweig und Nürnberg.

Dass die Quittung dafür in der Relegation ausgestellt wird, ist alles andere als unwahrscheinlich - und wäre vielleicht sogar die gerechte Strafe für eine Katastrophen-Saison.

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