Robin Dutt ist seit Saisonbeginn Trainer von Werder Bremen. ZUM DURCHKLICKEN: Die BIlder des Spieltags © getty

Aaron Hunts Gala gegen die Hertha führt Werder vor Augen, was Bremen nächste Saison fehlen wird. Dutt kommt ins Grübeln.

Bremen - Der Rest der Bremer Mannschaft stand schon längst unter der Dusche, als Aaron Hunt eine Dreiviertelstunde nach Spielschluss vom Rasen des Bremer Weserstadions schlenderte.

Sein Trikot hatte der 27-Jährige bereits in der Werder-Fankurve gelassen und den Treuesten der Treuen nach seinem letzten Heimspiel ausgiebig Goodbye gesagt ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

"Gefühlt habe ich mich von jedem einzelnen aus der Ostkurve verabschiedet", sagte er augenzwinkernd.

Schaaf wird gefeiert

Doch nicht nur für Hunt, der sein letztes Heimspiel nach zehn Profijahren bei Werder Bremen mit seinen Pflichtspieltoren 50 und 51 zum 2:0 (0:0)-Sieg gegen Hertha BSC krönte, war dieser vorletzte Spieltag einer schwierigen Bundesliga-Saison wie Balsam.

Für den gesamten Verein mit seinen Anhängern war die "Feier" des bereits in der Vorwoche unter Dach und Fach gebrachten Klassenerhalts perfekt verlaufen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Sieg vor ausverkauftem Haus bei strahlendem Sonnenschein, in der Halbzeit die Jubiläumsfeier der Double-Gewinner von 2004 - angeführt von der umjubelten Trainer-Ikone Thomas Schaaf.

Und noch dazu muss Erzrivale Hamburger SV nach dem 1:4 gegen Meister Bayern München mehr denn je um den Klassenerhalt zittern.

Klare Worte zur Halbzeit

Dass der Jubel über das 1:0 durch Mario Götze beim Bundesliga-Dino um 16:03 Uhr die spektakulärste Szene im Weserstadion in den ersten 45 Minuten war, focht am Ende des Tages eigentlich nur Werder-Trainer Robin Dutt an, der angesichts des Stückwerks auf dem Rasen in der Kabine reagierte.

"Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir so nicht auch unsere letzte Halbzeit im Weserstadion in dieser Saison spielen wollen", meinte der Trainer.

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"War toll für Aaron"

Hunt, um den der Verein mit allen Mitteln und letztlich vergeblich gekämpft hatte, nahm sich die Worte seines Trainers mit seinen sehenswerten Toren am Beginn und am Ende des zweiten Abschnitts besonders zu Herzen - was Dutt einerseits freute und andererseits nachdenklich stimmte:

"Es war toll für Aaron. Gleichzeitig wird einem bei seinen Toren aber auch vor Augen geführt, was uns im nächsten Jahr fehlen wird."

Hertha sehnt Saisonende herbei

Berlins geschlagener Trainer Jos Luhukay hätte sich einen Spieler mit der Effizienz eines Aaron Hunt nicht nur an diesem Tag gewünscht:

"In der zweiten Halbzeit waren wir zu naiv. Wir sind einfach nicht zum Abschluss gekommen, wir hatten wie zuletzt öfters einfach zu wenig Durchsetzungskraft."

Mit nur 13 Punkten im Jahr 2014 ist der in der Hinserie noch so starke Aufsteiger die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft. Das Saisonende kann für die Herthaner nicht mehr schnell genug kommen.

Zukunft offen

Beim Gegner wird Aaron Hunt zur neuen Spielzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht anheuern.

Zu seiner Zukunft wollte er sich dennoch auch nach seinem letzten Heimauftritt nicht äußern, weil er selbst "noch nicht weiß, in welchem Land ich nächste Saison spiele".

Vereine aus England, der Türkei und Russland sowie aus der Bundesliga buhlen um den dreimaligen Nationalspieler.

Der hatte seinen letzten Auftritt in Bremen nicht nur für sich selbst zu etwas Besonderem gemacht, sondern auch für seinen sechsjährigen Filius Fin Ashley: "Ich bin zum ersten Mal mit meinem Sohn an der Hand eingelaufen. Er sollte diesen besonderen Moment mit mir teilen."

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