Klaas-Jan Huntelaar erzielte sein 12. Saisontor für Schalke 04. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spieltags © getty

Schalke 04 ist dicht vor dem Ziel, aber Klaas-Jan Huntelaar kassiert eine unnötige Sperre. Keller und Heldt ärgern sich.

Freiburg - Eigentlich lief ja alles nach Plan für den FC Schalke 04.

2:0 beim SC Freiburg gewonnen (Bericht). Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw Platz 3 verteidigt. Die Pole-Position im Rennen um die direkte Champions-League-Qualifikation gesichert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein paar ärgerliche Details störten aber das sonst so schöne Bild.

Und ausgerechnet der Kapitän und Torschütze sorgte für das ärgerlichste.

Huntelaar nimmt sich aus dem Spiel

Klaas-Jan Huntelaar feierte seinen Treffer im 100. Bundesligaspiel auf dem Zaun mit den mitgereisten Fans und sah dafür seine fünfte Gelbe Karte ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

Er fehlt am letzten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg folglich ebenso wie Abwehrspieler Felipe Santana, der in Freiburg mit Gelb-Rot vom Platz flog. Und womöglich auch Kaan Ayhan, der nach seinem Tor zum 1:0 mit einer Gehirnerschütterung vom Platz musste.

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Am meisten aber schmerzt die Sperre Huntelaars - erst recht in Erinnerung an das Gladbach-Spiel vergangene Woche: Der "Hunter" fehlte erkältet, Adam Szalai war kein gleichwertiger Ersatz, Schalke verlor.

Keller und Heldt ärgern sich

"Völlig unnötig" fand folglich Trainer Jens Keller Huntelaars Zaun-Blackout - ebenso wie Santanas Platzverweis, übrigens.

Auch Manager Horst Heldt war alles andere als begeistert: "Ich weiß gar nicht, wie viele Leute ihm vor dem Spiel noch gesagt haben: Alles darf passieren - nur nicht, dass du dir die fünfte Gelbe Karte abholst."

Trotzdem sah Heldt es seinem Torjäger letztlich nach: "Dass ihm das passiert ist, ist nicht gut, aber menschlich."

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"Beim Torjubel denkt man nicht nach"

Ähnlich sah es Huntelaar selbst: "Ich wusste, dass ich vier Gelbe Karten hatte. Während dem Spiel bleibt man da manchmal extra im Zweikampf weg, um nur keine Karte zu riskieren, aber beim Torjubel denkt man nicht nach - da kommt was Verrücktes in den Kopf."

Hilft ja alles nichts, lautete die gemeinsame Botschaft.

"Nun müssen wir sehen, dass wir es auch ohne Klaas-Jan hinbekommen", hielt Heldt fest, während Huntelaar seinen Kollegen noch eine Ansage mitgab: "Wenn man in der Königsklasse spielen will, muss man gegen Nürnberg ja wohl einen Punkt holen können."

Beste Ausgangslage

Muss man wohl, wenn man alle Eventualitäten beseitigen will.

Dank des Erfolgs in Freiburg beträgt der Vorsprung der Königsblauen auf den einzig verbliebenen Konkurrenten Bayer Leverkusen vor dem letzten Spieltag weiterhin drei Punkte.

Trotz dieser Ausgangslage warnte Schalke-Trainer Jens Keller aber noch in Freiburg vor verfrühter Euphorie.

Erfolg wäre lukrativ

"Wir haben den ersten Schritt gemacht, den wir machen wollten", sagte Keller. Zum Abschluss gegen den Tabellensiebzehnten Nürnberg - der Schalke in Fanfreundschaft verbunden ist - werde seine Mannschaft allerdings auf gar keinen Fall "nur auf einen Punkt spielen. Jetzt wollen wir die Sache endgültig klarmachen."

Es wäre der perfekte Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen. Sollte die Verteidigung von Platz 3 tatsächlich gelingen, wäre der so oft kritisierte Keller vorerst aus der Schusslinie und vor allem die klamme Vereinskasse mit einem Schlag um rund 20 Millionen Euro mehr gefüllt.

"Daran hätte vor einem halben Jahr niemand geglaubt", bemerkte Heldt.

Zu ärgerlich, wenn dieses Szenario noch an einem Zaun-Blackout scheitern sollte.

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