Torsten Lieberknecht (l.) hofft noch immer auf den Klassenerhalt. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 33. Spieltags © getty

Braunschweig richtet den Blick trotz der scheinbar ausweglosen Situation nach vorne - und glaubt weiter an den Klassenerhalt.

Braunschweig - Es war der nächste Tiefschlag für Braunschweig.

Als Raul Bobadilla in der Nachspielzeit mit einem gekonnten Heber aus knapp 20 Metern zum entscheidenden 1:0 (0:0) für den FC Augsburg traf, wo das Remis eigentlich schon beschlossene Sache schien, zerschoss er gleichzeitig viel Hoffnung auf Seiten der Gastgeber.

Ein kleiner Rest bleibt noch. Ein ganz kleiner (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dennoch war das Bild eindeutig: Die Eintracht-Spieler sanken nach dem Schlusspfiff frustriert zu Boden ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

Wenig später vor der Kamera richteten sie den Blick aber wieder demonstrativ nach vorne. Auf den letzten Strohhalm, der Braunschweig noch bleibt.

"Wir werden gewinnen"

"Wir haben noch ein Spiel in Hoffenheim. Wir wollen und werden dort gewinnen", verkündete Trainer Torsten Lieberknecht.

"Die Niederlagen unserer Konkurrenten haben uns wieder Mut gemacht", stimmte auch Mittelfeldspieler Mirko Boland in den Zwangsoptimismus ein.

Die Stimmung beim Tabellenschlusslicht war also schon wieder positiv.

Nach der üblichen Ansprache Lieberknechts im Mittelkreis gingen die Spieler hocherhobenen Hauptes vom Spielfeld, unverdrossen beklatscht von 22.600 Zuschauern.

Prekäre Situation

Trotzdem: Alle Worte können nicht über die prekäre Situation für den Tabellenletzten hinwegtäuschen.

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Nur ein Sieg in Hoffenheim hält Braunschweig am Leben. Angesichts von nur einem Auswärtssieg in dieser Saison vor mehr als ein halbes Jahr eine diffuse Option.

Und selbst wenn den Niedersachsen ein Dreier gelingen sollte, sind sie nicht sicher gerettet. Sie müssen darauf hoffen, dass der HSV (in Mainz) und der 1. FC Nürnberg (bei Schalke 04) zeitgleich verlieren.

Vorbild Augsburg

Wie es geht, hat der FC Augsburg in der Vorsaison vorgemacht. Am letzten Spieltag retteten sich die Schwaben gegen - den jedoch vermeintlich leichteren Gegner - Greuther Fürth (3:1) auf Platz 15.

So klang das Braunschweig-Drama bei SPORT1.fm

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Der FCA lebt mittlerweile vor, wie weit es eher kleinere Vereine mit preiswerteren Strukturen in der Liga bringen können.

"Europa League, das wäre unglaublich für uns", sagte FCA-Torjäger Raul Bobadilla nach seinem Last-Minute-Tor.

Weinzierl schwärmt

"Jetzt haben wir tatsächlich die Chance auf den internationalen Wettbewerb. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", meinte Trainer Markus Weinzierl fast schwärmerisch.

Die Schwaben sind allerdings, einen Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt vorausgesetzt, darauf angewiesen, dass die Mainzer gegen den Hamburger SV keinen Dreier einfahren.

"Die Mainzer Heimstärke ist nicht nur uns bekannt. Aber wir wissen auch, dass am letzten Spieltag manchmal verrückte Dinge passieren", sagte FCA-Sportdirektor Stefan Reuter zu den Chancen auf Schützenhilfe.

Passieren verrückte Dinge?

Nicht ohne einen gewissen Stolz wies Reuter aber zuallererst auf die positive Entwicklung hin:

"49 Punkte sind grandios und ein sensationelles Ergebnis. Aber wir wissen genau, dass es auch in der nächsten Saison nur darum gehen wird, drei Mannschaften in der Tabelle hinter uns zu lassen."

Braunschweig kann das in dieser Saison schon gar nicht mehr schaffen. Das höchste der Gefühle wäre Tabellenplatz 16.

Dennoch hat man aus Reuters Worten vielleicht zusätzlichen Mut geschöpft.

Denn sollte die Eintracht tatsächlich noch den Relegationsplatz erreichen wollen, dann müssten definitv ein paar "verrückte Dinge passieren".

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