Huub Stevens folgte beim VfB Stuttgart auf den glücklosen Thomas Schneider © getty

Stuttgart verliert, sichert sich den Klassenerhalt - und freut sich kaum. Wolfsburg fiebert dagegen seinem Finale entgegen.

Stuttgart - Während sich Dieter Hecking über das "Endspiel" des VfL Wolfsburg um die Champions League freute, war sein Kollege Huub Stevens ganz in seinem Element.

Der VfB Stuttgart hatte soeben den Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert - doch der Niederländer grantelte in altbewährter Manier.

"Ich bin nicht erleichtert, ich bin enttäuscht, dass wir verloren haben", sagte Stevens nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg mit finsterer Miene ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

Überhaupt war die Freude über die vorzeitige Rettung bei den Schwaben nicht gerade überschwänglich - zu viele Baustellen gibt es nach einer weitgehend verkorksten Spielzeit.

Auch die Trainerfrage ist weiter offen. "Nach der Saison" werde es ein ein Treffen geben, so Stevens, "ich muss mich jedes Mal wiederholen."

Stevens gibt Empfehlungen ab

Sicher wird es in der Mannschaft einige Veränderungen geben.

Ibrahima Traore geht nach Gladbach, Artur Boka nach Malaga, auch ein Verbleib von Cacau ist eher unwahrscheinlich.

Dabei dürfte es aber nicht bleiben. Darüber habe er mit der Vereinsspitze schon vorbereitende Gespräche geführt, verriet der VfB-Coach, "ob ich dann bleibe oder nicht".

Er habe zumindest "einige Empfehlungen geben können".

VfB in allen Belangen unterlegen

Handlungsbedarf besteht genügend, wie auch die Pleite gegen die "Wölfe" deutlich unterstrich.

Auch wenn Christian Gentner (62.) die frühe Führung durch Kevin de Bruyne (13.) ausglich - unter dem Strich war Stuttgart in allen Belangen unterlegen. Das späte Tor von Ivica Olic (90.+1) war zwar glücklich, aber verdient.

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"Wolfsburg hat 35 Minuten super aufgetrumpft. Wenn du die Bewegungen und Laufwege bei Wolfsburg siehst, bin ich neidisch", sagte Stevens. Seine Mannschaft habe dagegen eine "bestimmte Angst" gezeigt, "es ist noch viel zu tun".

Wolfsburg hofft auf Schützenhilfe

Während der VfB nun aber den Saisonabschluss beim FC Bayern locker angehen kann, steht beim VfL ganz viel auf dem Spiel (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nur ein Sieg gegen Gladbach hält die Chance auf Platz vier und die Qualifikationsspiele zur Champions League offen. Wolfsburg ist aber auf einen Patzer von Leverkusen gegen Bremen angewiesen.

"Wir haben uns mit dem Sieg in Stuttgart den größten Gefallen getan. Jetzt haben wir auf jeden Fall ein Endspiel um Platz fünf, wenn es mehr sein sollte - auch gut", sagte Hecking, der darauf hofft, "dass Bremen alles in die Waagschale wirft und wir unsere Hausaufgaben machen".

Allofs baut auf Werder

Auch der langjährige Bremer Manager Klaus Allofs, jetzt verantwortlich beim VfL, baut auf seinen Ex-Klub.

Er traue Werder "etwas zu", sagte Allofs, um dann mit einem breiten Grinsen anzufügen: "Die haben ja gute Spieler, die in der Vergangenheit eingekauft wurden." Torschütze de Bruyne sprach von "einem schönen Finale. Wir haben keinen Druck, der liegt bei Leverkusen."

Selbstvertrauen gibt dem ambitionierten VfL vor allem die erste halbe Stunde in Stuttgart.

"So stark wie wir da aufgetreten sind, war dies selten in dieser Saison der Fall - mit einer brutalen Dominanz", lobte Hecking, schloss ein Aber jedoch gleich an: "Wenn du eine absolute Spitzenmannschaft bist, machst du den Sack da zu. Das ist der nächste Schritt, den ich mir von meiner Mannschaft wünsche."

Stevens kritisiert Boka

Stevens hat ganz andere Sorgen. Vor allem das 14. Saisontor von Olic, den Hecking einmal mehr in höchsten Tönen lobte ("er ist so wertvoll für uns"), ärgerte den VfB-Coach maßlos.

"Wenn ein Spieler von 14 Jahren so einen Fehler macht, okay - aber kein so erfahrener Spieler", schimpfte er über den Aussetzer von Boka in der Nachspielzeit.

Trotz der Niederlage gab Stevens erst einmal bis Dienstag frei. Er hoffe, "dass ich bis dahin die Enttäuschung verarbeitet habe".

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