Der Hamburger SV ist in seiner Vereinsgeschichte noch nie aus der Bundesliga abgestiegen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spieltags © imago

Hamburg geht gegen Bayern baden und ist trotzdem gut drauf. Calhanoglu vergleicht das Spiel in Mainz mit der Champions League.

Hamburg - Hakan Calhanoglu suchte verzweifelt nach dem Hoffnungsschimmer, als plötzlich ein Jubelorkan durch die Arena fegte.

"Jetzt haben wir ein Finale, das ist für mich wie Champions League", platzte es aus dem Shootingstar des noch immer schwer abstiegsbedrohten Hamburger SV heraus, nachdem er den Grund für die erleichterten Schreie erfahren hatte ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

Trotz der 1:4 (0:1)-Packung gegen Rekordmeister Bayern München können die Hanseaten in einem Herzschlagfinale am kommenden Wochenende in Mainz Relegationsplatz 16 aus eigener Kraft sichern.

Denn weder der 1. FC Nürnberg noch Eintracht Braunschweig nutzten die vierte HSV-Niederlage in Serie, um im Fernduell vorbeizuziehen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Alles so, wie wir es uns gewünscht haben"

"Alles so, wie wir es uns gewünscht haben", sagte Calhanoglu, der mit seiner hoffnungsvollen Miene nicht alleine in den Katakomben der Hamburger Arena stand.

"Wir haben den unbändigen Willen, den Relegationsplatz zu erreichen. Die Konstellation hat sich nicht verändert - das ist das, was zählt", meinte Trainer Mirko Slomka, der in den 90 Minuten zuvor eine verbesserte HSV-Elf gesehen hatte.

Insbesondere in der ersten Hälfte ärgerte der Abstiegskandidat den FC Bayern, der sich vier Tage nach der 0:4-Schmach in der Champions League gegen Real Madrid eine lange Anlaufphase gönnte.

Götze überragt

Doch dann schlug Mario Götze bei der ersten Großchance zu (32.).

Thomas Müller (55.), erneut Götze (70.) und Claudio Pizarro mit einem Fallrückzieher (75.) machten vor 57.000 Zuschauern alles klar für den Rekordmeister.

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Calhanoglus Anschlusstreffer (72.) war höchstens bedeutsam für die Tordifferenz.

Angst austreiben

"Viel entscheidender als das Ergebnis ist, wie wir aufgetreten sind", sagte Hamburgs Sportdirektor Oliver Kreuzer, der seine Profis vor einer Woche noch schwer angezählt hatte:

"Wir hätten einige Punkte mehr, wenn wir diese Leistung häufiger gezeigt hätten."

Die Devise ist klar: Beim HSV soll vor dem großen Abstiegsfinale mit aller Macht die große Angst vertrieben werden - auf allen Ebenen.

HSV mit Niederlagen-Rekord

Die harte Realität heißt jedoch Platz 16 nach 33 Spieltagen, nur bei einem Sieg in Mainz ist der HSV nicht von der Konkurrenz abhängig.

"Ich habe schon versucht, mich über die Zwischenstände auf den anderen Plätzen zu informieren", sagte Kreuzer nach der 20. Saisonniederlage - so viele gab es in einer Saison noch nie.

Damit Kreuzer und mit ihm alle HSV-Fans am kommenden Samstag gar nicht erst Richtung Hoffenheim (gegen Braunschweig) und Schalke (gegen Nürnberg) schauen müssen, werde "jeder, der noch gerade stehen kann, alles geben", sagte Nationaltorhüter Rene Adler.

Hoffen auf Lasogga

Gut möglich, dass zu diesen Profis auch Torjäger Pierre-Michel Lasogga zählen wird, der nach seinen langwierigen Oberschenkelproblemen deutliche Fortschritte macht.

"Ich hoffe, dass er spätestens Mitte der nächsten Woche voll ins Mannschaftstraining einsteigt und er dann gegen Mainz zur Verfügung steht", sagte Slomka.

Das Duell mit den Rheinhessen wird für den wankenden Dino zu einem der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte. Dass die 05er noch um den Einzug in die Europa League bangen müssen, macht die Aufgabe nicht leichter.

Rummenigge drückt HSV die Daumen

"Ich drücke dem HSV die Daumen", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge:

"Ich mag den HSV, aber er wird es alleine machen müssen."

Auf erneute Patzer der Konkurrenz sollte der HSV besser nicht setzen.

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