Josip Drmic (r.) und der 1. FC Nürnberg bleiben nach der Niederlage gegen Hannover auf Platz 17. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 33. Spieltags © getty

Der 1. FC Nürnberg präsentiert sich gegen Hannover emotions- und konzeptlos. Der Club in der Offensvie kaum Tor-Gefahr aus.

Nürnberg - Die Nürnberger Spieler sanken zu Boden. Auf den Rängen herrschte weitgehend Ratlosigkeit und Leere. Damit reagierten die Club-Anhänger in der Mehrheit genau so, wie sich der 1.FC Nürnberg zuvor gegen Hannover 96 präsentiert hatte: weitgehend emotionslos.

Nach dem 0:2 (0:1) gegen die Niedersachsen und der sechsten Niederlage resignierte der Club ? auf und neben dem Platz.

"Die Mannschaft hat nicht die passende Antwort auf den frühen Rückstand gefunden", räumte Kapitän Raphael Schäfer bei "Sky" ein und zeigte sogar Verständnis für die Fans im Stadion. So sei es schwierig, die Zuschauer mitzureißen.

Auch für Trainer Roger Prinzen war das frühe 0:1 durch Szabolcs Huszti (5.) der Knackpunkt der Partie. "Das schockt die Mannschaft und hat sie phasenweise gehemmt", sagte er.

So klang Husztis Treffer bei SPORT1.fm:

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Trotzig in den letzten Kampf

Die Franken müssen nun am letzten Spieltag beim FC Schalke gewinnen, um sich wenigstens noch auf den Relegationsplatz zu retten. Zugleich muss der neunmalige deutsche Meister aber darauf hoffen, dass der Hamburger SV (in Mainz) sein letztes Spiel nicht gewinnt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir werden die Möglichkeit suchen. Die, die uns jetzt abgeschrieben haben, werden wir eines Besseren belehren", kündigte Prinzen trotzig an.

Um das Wunder noch zu schaffen, bedarf es aber einer deutlich besseren, einer entschlosseneren Leistung. Denn Hannover hatte nicht nur bei den Treffern von Huszti (5. ) und Marcel Schmiedebach (51.) leichtes Spiel - der Club blieb den Nachweis der Erstliga-Tauglichkeit auch im vorerst letzten Heimspiel der Saison schuldig.

Das Bemühen um den Ausgleich und später den Anschlusstreffer war erkennbar, allerdings fehlten unter anderem geistige und körperliche Frische sowie ein durchdachtes Konzept, um den dringend benötigten Sieg zu holen.

Der Club wirkte vor 46.014 Zuschauern von Beginn an völlig verunsichert - so, als glaube er selbst nicht mehr an eine Rettung.

Und so war es keine Überraschung dass er bereits nach nicht einmal fünf Minuten zurücklag. Mike Frantz verlor im Mittelfeld den Ball an Huszti, der passte auf Artjoms Rudnevs, lief mit und bekam den Ball mustergültig zum Führungstreffer für die zunächst souveränen, später aber zunehmend durchaus verwundbar wirkenden Gäste aufgelegt. ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags )

Kaum Chancen für Nürnberg

Die Schockstarre dauerte fünf Minuten, dann hatte Adam Hlousek den Ausgleich auf dem Fuß - Ron-Robert Zieler verhinderte ihn mit einer Glanzparade (9.).

Es blieb ein Strohfeuer: Der Club leistete sich fast bei jedem Angriffsversuch einen Ballverlust, beinahe jede Aktion wirkte hilflos bis verzweifelt. Hannover wurde kaum einmal ernsthaft gefordert und startete immer wieder gefährliche Konterangriffe - einer führte zum zweiten Treffer durch Schmiedebach, der Torhüter Raphael Schäfer eiskalt ausspielte.

Chancen für Nürnberg? Ein Schuss aus spitzem Winkel des sehr bemühten Josip Drmic strich knapp am langen Pfosten vorbei (28.); ein Schussversuch von Drmic im Strafraum - kurz vor dem zweiten Gegentreffer abgeblockt von Christopher Avevor (50.).

Ohne jegliche Überzeugung

Ansonsten jedoch hinterließ der Club nicht den Eindruck, als sei er zumindest von der Überzeugung getrieben, einen Treffer erzielen zu können. Versuche, sich dem Strafraum spielerisch zu nähern, blieben weitgehend erfolglos, lange Bälle auf die Angreifer Drmic und Tomas Pekhart flogen regelmäßig ins Nichts.

Für den Club wäre es der erste Abstieg seit 2008, damals mussten die Franken als Pokalsieger in die Zweite Liga, stiegen aber umgehend über die Relegation wieder auf.

Beim Versuch, zumindest die Relegation zu erreichen, werden den Nürnbergern am letzten Spieltag gleich drei Abwehrspieler fehlen: Marvin Plattenhardt, Javier Pinola und Timothy Chandler sind dann gelb-gesperrt.

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