Mario Götze erzielte in Hamburg zwei Tore für den FC Bayern. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spieltags © getty

Der HSV kassiert eine Klatsche gegen die Bayern und taumelt Richtung Liga 2. Götze glänzt als Doppelpacker, Boateng fliegt.

Hamburg - Richtig jubeln konnte die Fans des Hamburger SV an diesem Tag nur einmal, und das passenderweise auch nicht über eine Aktion der eigenen Mannschaft.

Vielmehr war es das späte Tor von Augsburg Raul Bobadilla in Braunschweig (BERICHT), das den abstiegsbedrohten HSV doch noch feiern ließ.

"Yes", brüllte Hamburgs Stadionsprecher in sein Mikrofon, als er Minuten nach dem Schlusspfiff das Ergebnis aus Braunschweig im HSV-Stadion durchgab.

"Niemals Zweite Liga", skandierten die Fans des Bundesliga-Dinos.

Dank der Schützenhilfe der Augsburger bei Schlusslicht Braunschweig (1:0) und des 2:0 von Hannover 96 beim 1. FC Nürnberg (BERICHT) könnte Hamburgs verdiente 1:4 (0:1)-Klatsche gegen den FC Bayern für den Drittletzten letztlich noch zur Relegation reichen.

"Wir müssen uns bei Augsburg und Hannover bedanken", meinte Heiko Westermann treffend bei "Sky":

"Klar ist, dass wir am letzten Spieltag unbedingt einen Sieg brauchen."

Läuft die Zeit ab

Vorerst tickt die Bundesliga-Uhr des Gründungsmitglieds der Liga noch weiter, sie droht aber weiterhin nach fast 51 Jahren stehen zu bleiben.

Die Pleite gegen den Rekordmeister war die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen für die Mannschaft von Mirko Slomka.

Es könnte das vorerst letzte Erstligaspiel in der Hansestadt gewesen sein.

Der direkte Klassenerhalt hat sich erledigt, vor dem letzten Spieltag bleibt der HSV aber immerhin auf dem Relegationsplatz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Götze trifft doppelt - Boateng muss zahlen

Mario Götze mit seinen Saisontreffern neun und zehn (32. und 69.) und Thomas Müller (55.) brachten die Bayern auf die Siegesstraße. Der eingewechstelte Claudio Pizarro machte mit einem sehenswerten Fallrückzieher alles klar für den Meister (75.).

So klang Pizarros Tor bei SPORT1.fm

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Hakan Calhanoglu traf zum zwischenzeitlichen 1:3 für den im zweiten Abschnitt überforderten HSV (72.).

Beim FC Bayern sah Nationalspieler Jerome Boateng nach einer Tätlichkeit gegen Kerem Demirbay die Rote Karte (86.) ( 885351 DIASHOW: Die Bilder des 33. Spieltags ).

"Es wird eine hohe Geldstrafe im fünfstelligen Bereich geben", kündigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge an: "Es ist ja nicht zum ersten Mal bei ihm. Bei 4:1 für Bayern und noch fünf Minuten vor Schluss geht man da einfach nicht hin."

Krawalle auf der Tribüne

Überschattet wurde der 98. Nord-Süd-Vergleich von Krawallen auf der Tribüne.

HSV-Anhänger und Polizei lieferten sich in der Halbzeitpause hangreifliche Auseinandersetzungen.

Die Ordnungshüter rückten in die Nordkurve der Arena vor, es flogen Gegenstände und Böller wurden gezündet.

Hamburg mit gutem Beginn

Die Bayern zeigten sich vier Tage nach der 0:4-Schmach in der Champions League gegen Real Madrid zumindest in der zweiten Hälfte bestens erholt.

Das Team von Coach Pep Guardiola feierte seinen 28. Saisonsieg und holte sich frisches Selbstvertrauen für das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in zwei Wochen.

Aber auch die Hamburger, die kurzfristig auf Nationalspieler Marcell Jansen (Knöchelprobleme) verzichten mussten, begannen im letzten Heimspiel der Saison überraschend gut.

Während das gefürchtete Kurzpassspiel der Münchner zunächst für keinerlei Torgefahr sorgte, setzten die Norddeutschen immer wieder kleine Nadelstiche und erspielten sich sogar die besseren Möglichkeiten.

Westermann zuversichtlich

Erst verzog Ivo Ilecevic, der den verwaisten Platz in der HSV-Spitze einnahm, nach einem Querschläger von Manuel Neuer knapp (13.).

Nur zwei Minuten später verfehlte Youngster Calhanoglu bei einem Konter das Ziel.

"Mit so einem Auftritt, besonders in der ersten Halbzeit, wird mir nicht Angst und Bange. Nur hätten wir das mal ein paar Wochen früher hinlegen müssen", meinte Westermann: "Es war eine sehr emotionale erste Halbzeit, wir haben uns ordentlich gewehrt. Es ist schade, Bayern hat eine Chance, sie machen das Tor, wir haben drei, vier Chancen und treffen nicht."

Bayern-Defensive fahrlässig

Auch in der Folge zeigte sich die Bayern-Defensive immer wieder unkonzentriert und fahrig.

Vor allem das Mittelfeld um Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos leistete sich den ein oder anderen leichtisinnigen Ballverlust.

Erst als Götze, der für den verletzten Franck Ribery (Rückenprobleme) in die Startelf gerückt war, nach feinem Doppelpass mit Arjen Robben wie aus dem Nichts zur schmeichelhaften Führung traf, erhellten sich die Mienen auf der Bayern-Bank.

Bayern schalten Gang hoch

Im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Gäste deutlich konzentrierter, drückten auf das 2:0 - und wurden schnell belohnt.

Nachdem Robben zunächst noch aus kurzer Distanz an HSV-Torwart Rene Adler scheiterte (53.), hatte Müller wenig später keine Mühe, als er einen Götze-Schuss nach einer Ecke unhaltbar ins Hamburger Tor abfälschte.

Im weiteren Spielverlauf hatte der HSV nichts mehr zuzusetzen, so dass die Münchner leichtes Spiel hatten und das Ergebnis sogar noch ausbauten.

Überragender Mann bei den Gästen war Doppel-Torschütze Götze, auch Robben überzeugte. Bei den Hamburgern gefielen Calhanoglu und Milan Badelj.

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