Auch Wolfsburgs Klaus Allofs (l.) würde eine Rückkehr von Uli Hoeneß begrüßen © getty

Ein Comeback von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident wird durch die Bank begrüßt. Sogar Intimfeind Christoph Daum würde sich freuen.

München - Noch hat Uli Hoeneß nicht einmal seine dreieinhalbjährige Haftstrafe in der JVA Landsberg am Lech angetreten, da wird dem zurückgetretenen Präsidenten von Bayern München bereits der rote Teppich für ein Comeback ausgerollt.

"Er ist vor kurzem als Präsident zurückgetreten. Da braucht man kein großer Prophet zu sein, dass er dann auch als Präsident zurückkehren wird", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei "Sky" (EINWURF: Fragwürdiger Abschied).

Er ließ damit keinen Zweifel, wie die Hoeneß-Aussage bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag ("Das war's noch nicht!") zu interpretieren ist ( 885097 DIASHOW: Die Bilder der Mitgliederversammlung ).

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Der gerade gewählte neue Bayern-Präsident Karl Hopfner ist somit nur Platzhalter für den 62-jährigen Hoeneß, der möglicherweise schon im November 2016 auf seinen alten Posten zurückkehren könnte und sich wieder mitten ins Getümmel stürzen möchte (Die Mitgliederversammlung im LIVE-TICKER zum Nachlesen).

Daum: "Eine zweite Chance verdient"

Selbst der Hoeneß-Intimfeind Christoph Daum steht einer erneuten Präsidentschaft des Weltmeisters von 1974 und Europameisters von 1972 beim FC Bayern positiv gegenüber.

"Ich bin auch zurückgekommen", sagte der 60-Jährige dem Kölner "Sonntags-Express", "warum sollte es Uli nicht schaffen? Jeder hat schließlich eine zweite Chance verdient, auch Hoeneß."

Wichtig sei, seine Fehler zu beheben: "Und wenn ich die Worte und das Handeln von Herrn Hoeneß richtig interpretiert habe, wird er den Fehler, den er begangen hat, nie mehr wiederholen. Warum sollte er dann nicht mehr in alter Stärke zurückkommen?"

Rückendeckung von Rummenigge

Davon ist auch Rummenigge überzeugt. Er glaube, "die Mitglieder haben seine klaren Worte auf der Mitgliederversammlung sehr geschätzt. Er wird beim FC Bayern sowieso sehr geschätzt dank seiner großen Taten, die er in den letzten 20, 30 Jahren pro FC Bayern getätigt hat. Das ist alles wunderbar für uns", betonte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän.

In der Liga gibt es keine Vorbehalte. Sportvorstand Horst Heldt von Schalke 04 würde eine Rückkehr von Hoeneß auf die große Fußballbühne ausdrücklich begrüßen.

"Wir leben in einem Rechtsstaat. Wenn er seine Strafe verbüßt hat, gibt es keinen Grund, warum er nicht seine Ämter wieder ausüben sollte. Ich würde mich freuen", äußerte Heldt.

Liga-Bosse ohne Vorbehalte

Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sagte der "Bild am Sonntag": "Ich würde mich freuen, wenn Uli weiter fester Bestandteil der Fußballfamilie wäre."

Eine ähnliche Beurteilung gab Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs ab: "Er hat einen Fehler gemacht, dafür eine Strafe bekommen. Wenn die verbüßt ist, darf er wieder tätig werden. Das wäre für mich keine Überraschung."

Beckenbauer: "Eine perfekte Verbindung"

Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, dem nach dem Hoeneß-Rücktritt ebenfalls das Präsidentenamt angetragen wurde, das er aber ablehnte, würde ein mögliches Comeback von Hoeneß ebenfalls begrüßen.

"Der Uli braucht den FC Bayern, der FC Bayern braucht ihn. Es war von Anfang an eine perfekte Verbindung, seitdem er 1970 als Spieler gekommen ist", betonte der "Kaiser" am Samstag bei "Sky".

"Er wird die Zeit nutzen, um über den Rest seines Lebens nachzudenken. Ich würde mir wünschen, wenn er den Rest seines Lebens beim FC Bayern verbringt."

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