Pep Guardiola begann 2007 seine Trainerkarrie. DIE BILDER DES SPIELS GEGEN REAL ZUM DURCHKLICKEN © getty

Seit der Demütigung gegen Real Madrid nimmt die Kritik an Guardiola zu. Der Bayern-Coach stellt sich den Fragen der Journalisten.

München - Neun Monate lang war bei den Super-Bayern alles gut, ach was, herausragend.

Die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg, der Trainer machte alles richtig, die Konkurrenz verneigte sich ehrfurchtsvoll.

Doch spätestens seit der Demütigung im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid am Dienstag (Bericht) steht beim FC Bayern vieles auf dem Prüfstand ( 883537 DIASHOW: Die Bilder des Spiels ).

Guardiola verteidigte seine in die Kritik geratene Spielidee und kündigte an, diese nicht ändern zu wollen. Stattdessen deutete er einen Umbruch im Kader an (Nachbericht).

Auf der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim Hamburger SV (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) stellte sich der Trainer der Bayern den Fragen der Journalisten ( 840492 Martinez und Müller vor dem Abflug? ).

Hier gibt's den Ticker zum Nachlesen:

+++ Sieg fürs Selbstvertrauen +++

Guardiola erwartet nach der Klatche gegen Real die "beste" Reaktion seines Teams in Hamburg.

Ein Sieg sei von Vorteil, um mit Selbstvertrauen und Rückenwind in die finale Phase der Saison zu gehen.

+++ "Habe das Vertrauen des Vereins" +++

Guardiola will von einem vorzeitigen Abschied aus München nichts wissen. "Ich bin hier, um länger zu bleiben. Ich muss die Spieler von meiner Idee überzeugen", sagt er.

Er sei sich sicher, dass Vorstandsboss Rummenigge und Sportvorstand Sammer von seiner Arbeit überzeugt sind: "Ich habe jetzt das Vertrauen des Vereins."

Allerdings weiß er auch: "Wenn wir nicht gewinnen, bin ich Risiko. Bei einem großen Verein musst du immer gewinnen."

+++ "Müller bleibt" +++

Louis van Gaal soll Trainer von Manchester United werden.

Guardiola wird gefragt, ob er daher Angst habe, dass Müller, den van Gaal zu seinen Zeiten in München sehr gefördert hatte, die Bayern Richtung Manchester verlassen wird.

"Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Er ist ein wichtiger Spieler. Er bleibt hier", sagt Guardiola.

+++ Rotation möglich +++

Guardiola schließt eine Rotation gegen Hamburg und Stuttgart nicht aus.

Es gehe darum, sich für das Pokalfinale gegen den BVB einzuspielen, aber die Aufstellung gegen den HSV hänge von seiner Idee für das jeweilige Spiel ab.

+++ Kein Abschied von Martinez, Müller und Götze +++

Guardiola will Martinez, Götze und Müller nicht verkaufen.

"Javi, Thomas und Mario werden nächstes Jahr hier sein", sagt er.

+++ Thiago-Comeback in Berlin +++

Thiago kann, laut Guardiola, im Pokalfinale am 17. Mai gegen Dortmund nicht von Anfang an spielen.

Er sei aber zuversichtlich, dass der Mittelfeldspieler zumindest für einen Teil-Einsatz zur Verfügung stehe.

"Es geht jeden Tag besser", sagt Guardiola.

+++ Hopfner wird uns unterstützen" +++

Heute Abend steht bei den Bayern die Wahl des neuen Präsidenten an.

"Ich wünsche Karl (Hopfner, Anm. d. Red.) das Beste", sagt Guardiola: "ich bin mir sicher, er wird uns unterstützen."

+++ Badstuber braucht Zeit +++

Guardiola wird auf Holger Badstuber angesprochen. Der Innenverteidiger kämpft nach seiner schweren Knieverletzung um seine Rückkehr auf den Platz.

Guardiola sagt, er sei zufrieden mit den Fortschritten bei Badstuber, der fast zwei Jahre ausgefallen war und am Donnerstag erstmals Teile des Mannschaftstrainings absolvierte.

"Ich kenne ihn ein bisschen, die Leute haben mir gesagt, dass er ein super Typ ist", sagt Guardiola. Und der Trainer bittet um Geduld mit dem Abwehrspieler: "Gestern hat er zum ersten Mal am Mannschaftstraining teilgenimmen. Das ist sehr gut, aber ruhig bleiben."

+++ "Ich verstehe die Spieler" +++

Guardiola hat Verständnis für die Unzufriedenheit von Spielern wie Thomas Müller, Javi Martinez oder Mario Götze.

"Sie sind sehr wichtig, sie wollen mehr spielen", sagt er.

Er will sein System aber nicht für einzelne ändern: "Wir müssen mit der Idee des Trainers spielen."

+++ "Habe Kritik verdient" +++

Guardiola will sich von der deutlichen Kritik nach der Niederlage gegen Real nicht von seinem Weg abbringen lassen.

Er sei "stark", könne die Kritik vertragen. Und: "Für die erste Halbzeit verdiene ich die Kritik."

Er deutet aber an, dass ihn das 0:4 noch länger beschäftigen wird: "Große Niederlagen bleiben für immer im Kopf und Herz. Du kannst das nicht vergessen."

+++ "Spieler sind sehr intelligent" +++

Guardiola versucht, die Klatsche gegen Reals als normal zu erklären. Gegen eine solche "Top-Mannschaft" könne das eben mal passieren.

Außerdem betont er, dass er nicht für eine Spielidee stehen könne, die er nicht fühle.

"Die Spieler sind sehr intelligent. Sie merken, wenn ich ihnen etwas sage, von dem ich nicht überzeugt bin", sagt Guardiola.

Und er wiederholt, was er schon am Dienstag gesagt hat: "Der Grund, warum wir die erste Halbzeit gegen Real nicht gut gespielt haben, ist, weil wir nicht den Ball hatten."

+++ Spielidee bleibt +++

Guardiola betont noch einmal, dass er seine Spielidee nicht ändern werde.

"Ich kann die Spieler nicht mit der Idee eines anderen Trainers trainineren", sagt er: "Wenn das passiert, muss ein anderer Trainer kommen."

Er seit trotz des Ausscheidens gegen Real "überzeugter denn je" von seiner Philosophie: "In der Zukunft werden diese Spieler mit meinen Idee spielen. Das ist sicher."

Er sagt aber auch, dass er offen für Anregungen sei. Als Beispiel führt er an, dass er, anders als zu seinen Zeiten in Barcelona, bei den Bayern mit einem echten Mittelstürmer spielen lässt.

+++ "Zufrieden mit dem Kader"+++

Guardiola will mit dem Verein über mögliche Neuzugänge in der Sommerpause sprechen. Er behauptet aber: "Ich bin zufrieden mit diesem Kader."

Wenn man das Finale der Champions League erreicht hätte, würde es diese Gespräche auch geben.

"Mit diesem System und diesen Spielern haben wir es überragend in dieser Saison gemacht", sagt er.

+++ HSV als Vorbereitung auf Pokalfinale +++

Guardiola will das für die Bayern sportliche bedeutungslose Auswärtsspiel in Hamburg als Einstimmung für das Pokalfinale am 17. Mai gegen Borussia Dortmund nutzen.

Die Partie beim abstiegsbedrohten HSV sei eine "gute Vorbereitung" für das Endspiel in Berlin.

+++ "Eine große Niederlage" +++

Guardiola nennt das 0:4 gegen Real eine "große Niederlage". Der Katalane sag aber auch: "Wir müssen nach vorne schauen."

Er will die Gründe für die Niederlage genau analysieren.

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