Bastian Schweinsteiger wurde mit dem FC Bayern bereits sechsmal Deutscher Meister © imago

Das Jahr endet für den Bayern-Star im Ferienparadies, Schweinsteigers Vorsätze für 2014 sind enorm. Der Konkurrenzkampf läuft.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Wettervorhersage für die nächsten Tage klingt phantastisch: Temperaturen zwischen 22 und 24 Grad, kein Regen. Bastian Schweinsteiger lässt derzeit in Mexiko die Seele baumeln.

In Cabo San Lucas, an einem der schönsten Strände weltweit, genießt der Bayern-Star gemeinsam mit Freundin Sarah Brandner die Sonne. Energie aufsaugen und Akkus bis Anschlag aufladen für 2014.

Die WM in Brasilien könnte nach dem Champions-League-Sieg sein Karriere-Höhepunkt werden. Und die Sprunggelenksverletzung soll ihm dann im Rückblick nur noch wie ein kleines Tal auf dem Weg zum größten Gipfel vorkommen, so die Hoffnung.

"Werde alles für WM-Titel tun"

"Ich muss erst einmal schauen, dass ich wieder gesund werde. Dann bin ich erstmal wieder glücklich", sagte Schweinsteiger im Jahresrückblick des "Bayerischen Rundfunks".

Das Endspiel am 13. Juli in Brasilien klingt für ihn wie eine Verheißung, dafür legt der 29-Jährige ein großes Versprechen ab: "Wenn ich gesund und fit bin, werde ich alles machen, um den Titel zu holen. Das ist klar!"

Nach den Triumphen mit dem FC Bayern im Jahr 2013 sieht er sich auch mental gestärkt für den Eroberungszug in Südamerika. Letztlich wisse er nach dem Champions-League-Sieg, "wie es geht, einen internationalen Titel zu erringen".

Katar als wichtige Startstation

Schweinsteiger ist endgültig zum Leader gereift.

Die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres pushte ihn im Sommer, doch anders als in den triumphalen Tagen im Frühjahr stach er nicht aus dem Team hervor (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach der Sprunggelenks-OP im Juni blieben Schmerzen, Mitte November fiel die Entscheidung zu einer neuerlichen Operation. Im Wintertrainingslager in Katar will sich der Mittelfeldlenker nun ab Sonntag wieder an seine Topform heranarbeiten.

Zugleich muss er sich seine alte Stellung innerhalb des Teams zurückerkämpfen. Philipp Lahm vertrat ihn lange Zeit souverän auf der Sechserposition, während der Klub-WM überzeugte im defensiven Mittelfeld Neuzugang Thiago Alcantara.

Konkurrenzkampf wächst

Eine Konkurrenz für Schweinsteiger? Der Druck steigt zumindest.

Ohne Höchstleistungen gibt es auch für den Oberbayern keinen Platz im Team, obwohl Pep Guardiola schon im Sommer in einem langen Einzelgespräch bei einem Münchner Nobel-Italiener seine Wertschätzung versichert hatte.

Der Draht zu Pep steht - ebenso wie zu Jupp Heynckes. Der Ex-Bayern-Trainer telefonierte mit Schweinsteiger nach der OP, nennt ihn eine wichtige Säule für den FCB und die Nationalelf: "Nur mit einem Top-Schweinsteiger hat die Nationalelf bei der WM eine Titelchance", formulierte Heynckes im "kicker".

"Er denkt wie ein Trainer"

Seine Wertschätzung hatte er schon vor einiger Zeit ausgedrückt: "Bastian ist genial für mich. Er denkt wie ein Trainer".

Diese Qualität schätzt auch Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. Von Diskussionen über Schweinsteigers Status hält er genauso viel: gar nichts.

"Bastian ist für diesen Verein als Mensch, Persönlichkeit und Spieler unverzichtbar", stellte Sammer jüngst fest. "Klar muss er körperlich wieder in Top-Verfassung kommen, aber er ist einer unserer Leader."

Gewarnt vor Arsenal

Die Bayern brauchen Schweinsteigers Erfahrung, sein Gefühl im Mittelfeld, wann das FCB-Schiff schnell wie ein Motorboot übers Wasser schießen muss, wann der gleichmäßige Takt eines Ozeanriesen gefragt ist.

Bei der 2:3-Pleite gegen Manchester City fehlte Anfang Dezember dieses Taktgefühl - eine Warnung für das Duell mit dem FC Arsenal im Champions-League-Achtelfinale.

Die Münchner träumen vom zweiten Coup in der Königsklasse - Schweinsteiger, trauriger Finalheld von 2012 und strahlender Sieger 2013, hält das für machbar.

"Es gab noch keine Mannschaft, die den Titel verteidigen konnte. Ich denke, dass wir das Potenzial dazu haben, aber dafür müssen wir noch sehr viel arbeiten."

Für die Arbeit am eigenen Körper, die Qualen einer langen Saison wappnet er sich jetzt in Mexiko.

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