Robert Lewandowski (l.) wechselte 2010 aus Posen zum BVB © getty

Das lange Hickhack um den Polen nähert sich dem Ende, am 1. Januar öffnet das Transferfenster. SPORT1 gibt einen Überblick.

Von Jan Reinold

München - Robert Lewandowski wird den Stichtag möglicherweise ebenso herbeisehnen wie der Rest der Fußball-Welt.

Ab dem 1. Januar, wenn das Transferfenster wieder öffnet, darf der Pole offiziell mit anderen Klubs verhandeln - in seinem Fall heißt das vermutlich, er darf nun offiziell verkünden, dass er nach Ablauf seines Vertrages im Sommer von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechselt.

Nach dem Pokalerfolg über 1860 München hatte der Pole bereits angekündigt, im Januar Auskunft über seine wohl bereits seit Monaten geklärte Zukunft zu geben. "Ja, weil dann kann ich offiziell einen Vertrag unterschreiben", hatte er Ende September zu SPORT1 gesagt.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat zudem nun in der "Süddeutschen" erklärt, dass Lewandowski "nach meinem Kenntnisstand zu Bayern München gehen will" ( 781723 DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt ).

Was macht Mandzukic?

Sollte Lewandowski nun endlich Fakten schaffen, könnte Mario Mandzukic den FC Bayern verlassen. Laut "Tuttosport" wird der Kroate von Juventus Turin umworben.

Das monatelange Hickhack um Lewandowski nähert sich also seinem Ende, andere Transfers werden dafür gerade erst in Gang gesetzt. Mehrere Bundesligisten basteln eifrig am Kader für die am 24. Januar beginnende Rückrunde.

BVB sucht Nachfolger

Sollte Lewandowski seinen Abschied verkünden, kann Dortmund offiziell mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen. Hoffenheims Kevin Volland (21 Jahre) soll der Top-Kandidat sein, zuletzt wurde aber auch Aleksandar Mitrovic (19) gehandelt.

Der Serbe in Diensten des RSC Anderlecht soll bereits von BVB-Scouts beobachtet worden sein, steht allerdings in der belgischen Hauptstadt noch bis 2018 unter Vertrag.

Neben der mittelfristig zu lösenden Lewandowski-Nachfolge könnte Dortmund auch kurzfristigen Ersatz für die Defensive suchen. Ilkay Gündogan meldete sich jüngst erst nach seiner Rückenverletzung zurück, Mats Hummels soll zur Rückrunde wieder fit sein. Neven Subotic wird hingegen bis Saisonende ausfallen.

"Nein, das ist nicht geplant", stellte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der "Bild" bezüglich Wintertransfers jedoch klar.

Schalke holt Bayern-Profi

Reviernachbar Schalke 04 machte dagegen nach der unruhigen Hinrunde schon über Weihnachten Nägel mit Köpfen. Zunächst entschied Schalke, mit dem umstrittenen Trainer Jens Keller in die Rückrunde zu gehen.

Dann einigte man sich mit dem FC Bayern auf ein Leihgeschäft mit Jan Kirchhoff (Bericht). Und weitere Transfers könnten folgen.

Kevin de Bruyne (22) wird immer wieder auf Schalke gehandelt, allerdings sollen auch Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg um den Belgier des FC Chelsea werben. Eine Alternative wäre Ibrahima Traore (25). S04-Manager Horst Heldt soll schon im Sommer am Flügelspieler des VfB Stuttgart interessiert gewesen sein.

Ringen um Traore

Traores Vertrag in Stuttgart läuft im Sommer aus, eine Ablöse wäre also nur noch im Winter zu erzielen. VfB-Sportvorstand Fredi Bobic betonte allerdings noch vor einigen Wochen: "Unser Wunsch ist es auf jeden Fall, dass er hier bleibt."

Ansonsten sind vor allem bei den abstiegsbedrohten Klubs der Liga personelle Veränderungen zu erwarten.

Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek hätte nach der sieglosen Hinrunde viele Gründe, nach Neuzugängen zu rufen. Doch offenbar weit gefehlt. "Die Gruppe ist gut genug", sagte der Niederländer der "Bild".

Nürnberg peilt Verstärkungen an

Trotz der Vorbehalte des Trainers will Sportdirektor Martin Bader den Kader der Franken aber verstärken. "Die Ergebnisse treiben uns dazu zu überlegen, trotzdem etwas zu machen", sagte Bader zu SPORT1.

Nachdem sich Jan Kirchhoff für Schalke entschied, liegt das Hauptaugenmerk weiter auf dem defensiven Bereich. Bader soll sich im Ausland umsehen, möglicherweise führt die Spur in Verbeeks niederländische Heimat.

Außerdem steht der derzeit vereinslose Ex-Wolfsburger Alexander Madlung vor einer Einigung mit dem Club.

Balitsch hofft auf Rückkehr

Ein Neuzugang könnte aber auch aus den eigenen Reihen kommen, dem von Ex-Trainer Michael Wiesinger verbannten Hanno Balitsch winkt die Rückkehr in den Profikader. "Verbeek musste ihn erst einmal richtig einschätzen. Das kann eine Option werden", sagte Bader.

Die ebenfalls kriselnden Hannoveraner mussten bereits für die Abfindung des entlassenen Trainers Mirko Slomka einen Millionenbetrag aufwenden, allzu große Sprünge auf dem Transfermarkt werden da nicht mehr möglich sein.

HSV will Kader verschlanken

Während die meisten anderen Klubs in der Winterpause ihren Kader eher verstärken wollen, hat sich der finanziell angeschlagene HSV wohl (wieder einmal) eine Schlankheitskur verordnet.

Wie die "Morgenpost" berichtet, will HSV-Sportchef Oliver Kreuzer die Profis Slobodan Rajkovic (24), Michael Mancienne (25), Gojko Kacar (26), Robert Tesche (26), Artjoms Rudnevs (25) und Petr Jiracek (27) loswerden.

Das Sextett soll zusammen rund acht Millionen Euro pro Jahr an Gehaltskosten verursachen. Allerdings tat sich der HSV bereits in den letzten Transferperioden schwer, einige Ladenhüter an die Konkurrenz zu veräußern.

"Wir werden sehen, was möglich ist", sagt Kreuzer deshalb auch zurückhaltend: "Die Spieler und Berater wissen Bescheid. Letztlich ist es im Winter aber schwieriger, Spieler abzugeben."

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