Martin Kind (l.) und Dirk Dufner wollen Hannover 96 breiter aufstellen
Dufner (r.) arbeitet seit 23. April 2013 als Sportdirektor von Hannover 96 © imago

Slomka ist noch im Amt, doch mögliche Nachfolger sagen bereits ab. Breitenreiter dementiert, Schaaf will erst gar nicht.

Von Reinhard Franke

München - Trotz der eigentlich besinnlichen Weihnachtszeit ist in Niedersachsen mächtig Trubel angesagt.

Denn Hannovers Trainer Mirko Slomka ist eine "Lame Duck" - die Trennung scheint bevorzustehen, der Verein ist bereits auf der Suche nach einem Nachfolger.

"Ich schließe es nicht aus. Im Moment würde ich 60:40 sagen", bezifferte Klubboss Martin Kind am Montag bei SPORT1 die Chancen auf eine Entlassung Slomkas (Bericht).

Keine Trümpfe mehr im Ärmel

Wer solche Sätze äußert, sollte zumindest eine Trumpfkarte im Ärmel haben, doch momentan sagen alle potenziellen Kandidaten ab.

Werders ehemaliger Trainer Thomas Schaaf soll auf der Liste von Sportdirektor Dirk Dufner stehen und angeblich auch Paderborns Coach Andre Breitenreiter.

Beide heiß gehandelten Kandidaten stehen aber offenbar nicht zur Verfügung.

Breitenreiter dementiert Angebot

Der 40-Jährige Breitenreiter dementiert bei SPORT1: "Es ist alles Spekulation, es gibt keinen Kontakt."

SCP-Manager Michael Born erteilte einem möglichen Werben um seinen Trainer bei SPORT1 ebenfalls eine Absage.

"Meines Wissens ist da nichts dran. Zum einen bin ich 100 prozentig davon überzeugt, dass Dirk Dufner Kontakt zu mir aufnehmen würde, weil wir uns sehr gut kennen", sagte Born.

Born pocht auf Vertragsverhältnis

"Zum anderen würde Andre genau wie es damals bei Roger Schmitt (Paderborns Ex-Trainer, und jetziger Coach bei Red Bull Salzburg, Anm. d. Red.) der Fall war, zu mir kommen und mit mir reden, wenn er schon mit Hannover gesprochen hätte, weil wir ein sehr gutes Verhältnis haben."

Born ergänzte noch: "Von daher ist das für mich total unbedeutend, außerdem ist Andre bei uns vertraglich gebunden."

Auch Schaaf erteilte den auf Rang 13 abgestürzten Hannoveranern einen Korb (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Kein Rückrunden-Job für Schaaf

"Er wird es nicht und will es nicht", wird Kind zitiert: "Er hat da seine eigene Denke und wird zur Rückrunde keinen Job in der Bundesliga annehmen."

Wie sehr sich die Lage in Niedersachsen zugespitzt hat, zeigen Kinds Aussagen von vergangener Woche im SPORT1-Gespräch.

Hier betonte der Präsident noch, mit Slomka in die Rückrunde gehen zu wollen: "Das habe ich absolut aus der Überzeugung heraus gesagt und aus den Gesprächen mit Slomka und seinen Aussagen, er würde es in den Griff kriegen."

Furchteinflößendes Szenario

Doch inzwischen ist Kind von seinem Trainer abgerückt: "Jetzt ist das Vertrauen noch vorhanden, aber die Niederlage in Freiburg und Slomkas Versprechungen, er würde es in den Griff kriegen, machen mich nachdenklich."

Ein Szenario macht Kind besonders Angst.

"Wenn wir mit Herrn Slomka weitermachen und er verliert die ersten zwei Spiele in der Rückrunde, dann brennt natürlich alles. Dann haben wir sinnvolle Zeit nicht genutzt."

Kritische Signale aus der Mannschaft

Dufner und Kind waren vor allem nach dem Freiburg-Spiel über die Leistung der Mannschaft und ihren Zustand erschrocken.

Der 96-Sportchef fand nach der neunten Saisonniederlage deutliche Worte: "Ich habe mir einige Spieler in Freiburg genau angesehen, und das sind Signale, die schon als sehr kritisch zu beurteilen sind. Diese Spieler sind unzufrieden."

Die Mannschaft war nach Ansicht Kinds in einer "schlechten Verfassung. Wir diskutieren jetzt, wie es weitergeht."

Offenbar wäre Frank Kramer von Zweitligist Greuther Fürth ein weiterer möglicher Kandidat. Ob darf Slomka doch noch weitermachen?

Alles das werden sich die Verantwortlichen an Weihnachten durch den Kopf gehen lassen.

"Es gibt keinen neuen Stand, vor Freitag passiert nichts", stellte Kind bei SPORT1 klar.

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