Martin Kind (l., mit Coach Slomka) ist seit 1997 Präsident von Hannover 96 © getty

Die Tage von Trainer Mirko Slomka bei Hannover 96 scheinen endgültig gezählt. Klub-Boss Martin Kind verrät bei SPORT1, warum.

Von Reinhard Franke

München - Die Tage von Trainer Mirko Slomka bei Hannover 96 scheinen endgültig gezählt. Klub-Boss Martin Kind erläuterte bei SPORT1, dass die Zeichen auf Trennung stehen: "Ich schließe es nicht aus. Im Moment würde ich 60:40 sagen."

Damit bestätigte Kind die Aussagen, die er am Sonntagabend bei seinem Auftritt im NDR-"Sportclub" tätigte.

Bei SPORT1 begründete Kind nun weiter: Es sei noch nicht so, dass man sagen könne "er ist absolut gescheitert. Er ist ja ein guter Trainer. Er will, er kämpft, aber die Mannschaft hat eine negative Leistungsentwicklung. Wenn wir so weiterspielen, steigen wir ab."

Im Hintergrund läuft bereits die Suche nach einem möglichen Nachfolger. Er habe Sportdirektor Dufner aufgetragen, die Profile etwaiger Kandidaten zusammenzustellen, sagte Kind am Sonntag.

Auch zu zu dem früheren Bremer Trainer Thomas Schaaf soll 96 Kontakt aufgenommen haben, berichtet der "kicker". Als weitere mögliche Kandidaten werden Andre Breitenreiter von Zweitligist Paderborn und Frank Kramer von Greuther Fürth gehandelt.

"Aus der Überzeugung heraus"

Kind selbst hatte noch vergangene Woche im SPORT1-Gespräch betont, mit Slomka in die Rückrunde gehen zu wollen: "Das habe ich absolut aus der Überzeugung heraus gesagt und aus den Gesprächen mit Slomka und seinen Aussagen, er würde es in den Griff kriegen."

Und weiter: "Wir wollten keine Trainerdiskussion zulassen und sagten uns, dass er unser volles Vertrauen hat. Und das war auch so", beteuerte Kind.

Doch inzwischen ist der Präsident von seinem Trainer abgerückt: "Jetzt ist das Vertrauen noch vorhanden, aber die Niederlage in Freiburg und Slomkas Versprechungen, er würde es in den Griff kriegen, machen mich nachdenklich."

Die Mannschaft sei in einer "schlechten Verfassung. Wir diskutieren jetzt, wie es weitergeht." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kind sieht großes Risiko

Gibt es überhaupt noch eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit? "Ich wäre vom Grundsatz bereit", sagt Kind, "sehe aber natürlich ein großes Risiko. Wenn wir mit Herrn Slomka weitermachen und er verliert die ersten zwei Spiele in der Rückrunde, dann brennt natürlich alles. Dann haben wir sinnvolle Zeit nicht genutzt."

Es gebe aus der Mannschaft zudem Signale, "die ich abschließend auch noch nicht einordnen kann", weiß der 69-Jährige.

"Ich habe mir einige Spieler in Freiburg genau angesehen, und das sind Signale, die schon als sehr kritisch zu beurteilen sind. Diese Spieler sind unzufrieden."

Hannovers Manager Dirk Dufner hatte bereits am Sonntagmorgen im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 erklärt: "Wenn wir sagen würden, wir sind uns total im Klaren, dass wir dem Trainer weitermachen wollen, dann wäre das nicht die Wahrheit".

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