Lucien Favre und die Gladbacher sind nun Tabellendritter - vor Dortmund © getty

Gladbach überholt den BVB, doch Favre ärgert sich aber über den Ausgleich gegen Wolfsburg. Auch Hecking ist nicht ganz zufrieden.

Mönchengladbach - Die Fans feierten schon den Sprung auf Platz drei, doch Lucien Favre schmiss Sekunden nach dem Schlusspfiff wütend seine Trinkflasche auf den Boden.

"Das war einfach unnötig", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach zum 2:2 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg (Bericht) und dem Ende der Heimserie nach zuvor acht Dreiern in dieser Saison.

Dass sein Team trotzdem noch vor Borussia Dortmund auf einem Champions-League-Platz überwintert, wusste aber auch der kritische Schweizer sehr zu schätzen.

"Wir hätten das 3:1 machen müssen, kriegen aber ein unnötiges 2:2. Das war nicht einfach zu verdauen. Aber wir können es nicht ändern. Wir müssen positiv denken: 33 Punkte, sehr positive Tordifferenz - das ist schon gut", sagte Erfolgstrainer Favre bei "Sky"( 823717 DIASHOW: Die Bilder des 17. Spieltags )

Von einer vorzeitigen Vertragsverlängerung wollte er zunächst aber nichts wissen: "Jetzt freue ich mich erst mal auf die Pause."

Dosts Ausgleichstor umstritten

Sieben Minuten nach seiner Einwechslung hatte Bas Dost in der 86. Minute aus abseitsverdächtiger Position den Ausgleich für die Gäste erzielt.

Raffael (59.) und Juan Arango (64.) hatten zuvor die Wolfsburger Führung durch Diego (53.) in ein zwischenzeitliches 2:1 für die Borussia gedreht.

Die "Wölfe" gehen nach der besten Hinrunde ihrer Bundesliga-Geschichte mit 30 Punkten auf Rang fünf in die Winterpause (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Jantschke verneigt sich

"Nach dem Rückstand sind wir gut zurückgekommen. Dass wir noch den Ausgleich kassiert haben, ist ein bisschen schade", sagte Gladbachs Kapitän Martin Stranzl, der den Tabellenstand nicht überbewerten will:

"Ob wir jetzt der Konkurrent von Dortmund oder sonst wem sind, ist nur ein schönes Thema für die Medien. Wir wollen das weiter umsetzen, was wir uns erarbeitet haben."

"Schade, dass wir nicht alle Heimspiele in der Hinrunde gewonnen haben", fügte Verteidiger Tony Jantschke hinzu: "Trotzdem: Hut ab vor der Leistung der Mannschaft, der Entwicklung des Vereins und vor der Unterstützung der Fans. Wir haben eine super Hinrunde gespielt."

Hecking: "Ein super Fußballspiel"

Auch bei den "Wölfen" überwog das Positive.

Torschütze Dost, zuletzt nur noch Ergänzungsspieler, fiel nach seinem späten Ausgleichstreffer ein Stein vom Herzen:

"Das Tor ist schön für mich und die Mannschaft. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr auch bei mir wieder aufwärts geht", erklärte der niederländische Stürmer.

Nachdem die Wolfsburger in den letzten Jahren ihren Ziele nicht erreicht hatten, überwintert die Truppe unter der Führung von Trainer Hecking und Sportdirektor Klaus Allofs nun auf Rang fünf in Schlagdistanz zu den Champions-League-Plätzen.

"Das war ein super Fußballspiel von zwei Mannschaft, die mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet waren. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das 1:0 länger gehalten hätten. Mit dem 2:2 sind wir für unseren Aufwand belohnt worden. Über 90 Minuten war es ein gerechtes Ergebnis", erklärte Hecking.

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