Der ehemalige Meistertrainer bietet sich seinem alte Klub erneut an. S04 kritisiert er für den Umgang mit Keller und Draxler.

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Von Philipp Heinemann

München - Der Hamburger SV ist nach dem Zwischenhoch unter dem neuen Trainer Bert van Marwijk wieder im Abstiegskampf angelangt - und Felix Magath verkündet erneut, dass er sich einen Job beim alten Klub vorstellen kann.

Einen Tag nach der Heimpleite gegen Mainz 05 (Bericht) erklärte der ehemalige Meistercoach im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1, dass er dem Verein in verschiedenen Funktionen zur Seite stehen könnte.

"Ich bin gesund, ich bin guter Dinge und ich bin auch überzeugt, dass ich noch so viel Know-How mitbringe, dass ich irgendeinem Verein in der Bundesliga oder woanders auf der Welt helfen kann", sagte Magath.

Der Klub, für den Magath als Spieler, Manager und Trainer aktiv war, sei für ihn eine Herzensangelegenheit: "Der HSV ist natürlich der Verein, mit dem ich am meisten verbunden bin."

"Nicht überraschend, was beim HSV passiert"

Dabei sieht sich der erfolgreiche Coach nicht auf der Trainerbank.

"Ich habe mich in letzter Zeit dahin entwickelt, die Geschicke eines Vereins eher aus dem Büro zu lenken und nicht mehr als Trainer. Deswegen wäre eine andere Funktion als die des Trainers durchaus denkbar", so Magath.

Bereits im Herbst hatte Magath den HSV beschäftigt: Der Investor Klaus-Michael Kühne hatte den Hamburgern ein 25-Millionen-Euro-Engagement angeboten, wenn er Sportchef Oliver Kreuzer durch Magath ersetzt.

Die aktuelle sportliche Misere der Hanseaten überrascht Magath nicht: "Es ist nicht überraschend, was beim HSV passiert, denn nach einem kurzen Hoch unter van Marwijk geht der Weg aktuell wieder nach unten. Solange in der Führung keine Änderung in der Philosophie und der handelnden Personen stattfindet, kann das nicht gut werden beim HSV."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

So klang Hamburgs Niederlage bei SPORT1.fm:

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Kritik an Ex-Klub Schalke

Kritik übt Magath auch an einem weiteren Ex-Arbeitgeber: Schalke 04.

Der ehemalige S04-Trainer Magath stört sich vor allem an dem Umgang mit dem aktuellen Coach Jens Keller. "Der Umgang mit dem Trainer ist ungemütlich. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel der SC Freiburg. Dort gibt es keine Diskussionen, auch intern nicht.", sagte Magath.

Magath kritisierte die Schalke-Verantwortlichen aber auch für die kurzsichtige Personalpolitik: "Die Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng war sich auf kurze Sicht richtig, hat aber zur Folge, dass Julian Draxler wieder von der Mitte auf die linke Seite ausweichen muss."

"Für Draxler ein Schlag ins Gesicht"

Draxler müsse laut Magath aber im Zentrum spielen, weil er sich dort am besten entwickeln könne.

"So ist das für Draxler ein Schlag ins Gesicht", sagte Magath, der Draxler einst ins Profi-Team der Schalker befördert hatte.

BVB fehlt Qualität

Mit Schalkes Revier-Rivalen Borussia Dortmund setzt Magath sich ebenfalls kritisch auseinander.

Dem BVB sprach Magath nach der Niederlage gegen Hertha BSC (1:2) die Qualität der letzten Jahre ab und nannte vor allem den Weggang von Mario Götze zum FC Bayern München als Grund für die aktuelle Punkte-Misere des BVB.

"Der Transfer von Mario Götze hat den BVB schon sehr getroffen, auch Lewandowski ist nicht mehr in der gleichen Verfassung wie in den letzten Jahren", sagte Magath.

Gerade ein Ausnahmespieler wie Götze sei für die Mannschaft nicht zu ersetzen: "Seinen Weggang kann man nicht vollständig kompensieren. Die neuen Spieler haben diese außergewöhnliche Qualität noch nicht."

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