Simon Rolfes (l.) und Bayer gewannen zwölf ihrer 17 Hinrunden-Spiele © getty

Bayer hakt die zweite Pleite in Folge schnell ab. Rolfes gewinnt ihr sogar etwas Gutes ab. Völler will wieder angreifen.

Bremen - Rudi Völler war nach der unnötigen Pleite gnädig.

Die Ausbrüche des Sportchefs von Bayer Leverkusen sind ja schon legendär, doch diesmal hätte "Rudi Wüterich" seine geknickten Spieler nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Werder Bremen (Bericht) am liebsten väterlich in den Arm genommen.

Dabei spielte Bayer zum Ende der Hinrunde wieder wie "Vizekusen" und vertändelte leichtfertig einen Klubrekord.

"Zwei Pleiten hintereinander - diesen Rucksack nehmen wir mit", sagte Völler überraschend gelassen, "aber das wirft uns nicht um. 2014 greifen wir wieder an."

Vereinsrekord verpasst

Zwar darf sich die Werkself über Weihnachten als Bayern-Jäger Nummer eins feiern lassen, den Tabellenführer aus München verliert die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä nach den Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt (0:1) und jetzt bei Werder angesichts von sieben Punkten Rückstand und einem Spiel mehr aber immer weiter aus den Augen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doppelt ärgerlich: Mit einem (durchaus möglichen) Erfolg an der Weser hätte Bayer mit dann 40 Punkten auf dem Konto eine Vereinsbestmarke nach 17 Spielen aufgestellt.

Entsprechend enttäuscht war Hyypiä hinterher.

Hyypiä mit Hinrunde zufrieden

Doch auch der schweigsame Finne wollte zum Abschluss des Jahres nicht alles schwarzmalen.

"Es ist ein bisschen ärgerlich, dass wir vor der Winterpause jetzt die zweite Niederlage in Folge kassiert haben. Das ist ein bitterer Geschmack im Mund, aber insgesamt können wir mit der Hinrunde zufrieden sein", sagte Hyypiä.

Schließlich überwintere man in der Champions League und im DFB-Pokal.

Außerdem habe ja auch Borussia Dortmund verloren.

Völler hadert mit Chancenverwertung

Doch bei Bayer waren sich alle einig, dass man in Bremen den Sieg völlig unnötig aus den Händen gegeben hatte.

Leverkusen spielte gefälliger, kombinierte ordentlich, gab doppelt so viele Torschüsse ab (22) wie Bremen (elf), schlug mehr Flanken (33 zu 16) und hatte deutlich mehr Ballbesitz (65 Prozent) - doch am Ende traf eben nur Santiago Garcia (74.) ins Tor ( 823717 DIASHOW: Der 17. Spieltag ).

"Ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass wir hier verlieren könnten", sagte Völler und haderte mit der mauen Chancenverwertung:

"Wir sind nicht effektiv genug. Der letzte Zug, der letzte Wille hat gefehlt. Vielleicht brauchen wir die Pause. In den Beinen und mental scheinen wir etwas müde zu sein."

Rolfes: "Vielleicht ist der Akku leer"

Auch Kapitän Simon Rolfes wusste hinterher nicht so recht, wie ihm im Weserstadion geschehen war.

Natürlich, Werder hatte gekämpft, alles hineingeworfen was sie hatten, doch Bayer war doch spielerisch überlegen gewesen.

"Total unnötig" sei die Pleite gewesen, sagte Rolfes und fasste sich immer wieder ratlos ans Ohr: "Vielleicht ist der Akku ein bisschen leer."

Ziel: Platz zwei verteidigen

Am Ende waren sich Völler, Hyypiä und auch Rolfes eigentlich einig: Als Tabellenzweiter sei man insgesamt "in einer guten Position".

Und vielleicht haben die beiden Pleiten zum Abschluss des Jahres ja auch etwas Gutes, glaubt Rolfes: "Das schärft die Sinne."

Im Sommer will "Vizekusen" hinter den Bayern wieder "Best of the Rest" werden.

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