Atsuto Uchida (r.) kam 2010 von Kashima Antlers nach Schalke © getty

Das schwache S04 verpasst in Nürnberg die Chance, Boden auf BVB und Co. gutzumachen. Der Club stellt einen traurigen Rekord auf.

Nürnberg - Die Hauptperson lag mit Magen-Darm-Virus flach, aber Jens Kellers Schicksal hat dennoch den Klassiker der Altmeister bestimmt.

Dabei verpasste die Rumpf-Mannschaft des FC Schalke beim 1. FC Nürnberg die Chance, Werbung für den nach wie vor in der Kritik stehenden Cheftrainer zu machen ( 823717 DIASHOW: Die Bilder des 17. Spieltags ).

Dass der Club mit dem 0:0 das Kunststück fertigbrachte, als erstes Team in 50 Jahren Bundesliga alle 17 Spiele der Hinrunde ohne Sieg zu beenden, lag eben nicht an der Leistung der Knappen, sondern am fehlenden Killerinstinkt der leidenschaftlichen Hausherren und dem gut aufgelegten S04-Keeper Ralf Fährmann.

Entsprechend vermied Sportdirektor Horst Heldt bei "Sky" auch ein klares Bekenntnis zu Keller: "Wir hatten Situationen, mit denen wir nicht so zufrieden gewesen sind. Insgesamt war das ein turbulentes halbes Jahr. Es ist wichtig, Bilanz zu ziehen. Das führt dazu, dass die Arbeit jedes Einzelnen untersucht wird, auch vom Trainerteam."

"War kein schönes Spiel"

Das klingt nicht nach einer Jobgarantie für den nach Bundesliga-Punkteschnitt dritterfolgreichsten Schalke-Trainer aller Zeiten. Ohne Kevin-Prince Boateng (Wadenprobleme) und weitere Stammspieler wie Julian Draxler und Benedikt Höwedes verpasste es Schalke bis auf zwei Punkte an den drittplatzierten Rivalen Borussia Dortmund ranzurücken.

Unter der Regie von Co-Trainer Peter Hermann hatten sie eigentlich nicht einmal den einen Punkt verdient. Nach vorn ging über weite Strecken gar nichts.

"Es war kein schönes Spiel, wir haben nicht den besten Tag gehabt. Aber wir haben ja auch ein paar Verletzte", gab der noch recht ordentliche Youngster Max Meyer zu.

Club belohnt sich nicht

Trainer Gertjan Verbeek, der auch im achten Anlauf ohne Dreier blieb, konnte dagegen mit der Vorstellung seines Teams sehr zufrieden sein - überwintert wird mit mageren elf Punkten aber trotzdem nur aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem vorletzten Tabellenplatz.

"Wir haben Schalke teilweise an die Wand gespielt. Wer nicht an diese Mannschaft glaubt, hat von Fußball wenig Ahnung", machte Club-Torhüter Raphael Schäfer Mut: "Wenn wir so weitermachen, wird irgendwann das Pendel auf unserer Seite ausschlagen."

Schalke sehr harmlos

Nürnberg ging fast schon fahrlässig mit seinen Möglichkeiten um.

Die größte Chance hatte Per Nilsson, der an die Latte köpfte (76.) - der 16. Aluminiumtreffer der Franken in dieser Saison.

Hiroshi Kiyotake vergab bereits in der dritten Minute völlig freistehend die Führung, als er am glänzend reagierenden Fährmann scheiterte.

Clubberer hadern

Nürnberg, bei dem in der Innenverteidigung der gesperrte Emanuel Pogatetz durch Javier Pinola ersetzt wurde, blieb jedoch klar am Drücker. Von der Negativserie der Hinrunde war zunächst wenig zu spüren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Gastgeber suchten immer wieder den Weg nach vorne. Allerdings verfehlte auch Daniel Ginczek mit einem Schuss knapp das Schalker Tor (10.). Kiyotake traf das Außennetz (23.). Zudem parierte erneut Fährmann gegen Makoto Hasebe (32.).

Der glücklose Josip Drmic erzielte drei Minuten später einen Treffer, der wegen minimaler Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. "Ich will nicht sagen, dass es eine Fehlentscheidung war, ist aber für uns wieder sehr bitter. Im Zweifel heißt es ja eigentlich für den Angreifer, in Hannover war es ein großer Zweifel für 96", ärgerte sich Schäfer.

Nur Distanzschüsse

Der FCN hatte lange Zeit wenig Mühe, die Schalker Aktionen schon im Mittelfeld zu unterbinden.

So dauerte es bis zur 29. Minute, ehe ein Schuss von Jermaine Jones erstmals für Gefahr vor dem Nürnberger Tor sorgte. Auch Roman Neustädter verfehlte kurz vor der Pause knapp das Ziel (42.).

Dennoch monierte Heldt zur Pause, "dass wir viel zu passiv sind". Nach dem Wechsel dominierte Nürnberg weiter das Geschehen - Schalke hatte nur wenige gefährliche Szenen.

"Wir hatten viele Chance, aber da müssen wir auch mal das Tor schießen. Zu Null zu spielen, ist auch mal positiv. Wir machen Fortschritte. Glück haben wir bisher nicht gehabt", sagte Verbeek. Das Remis half keinem weiter.

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