Diego steht seit August 2010 beim VfL Wolfsburg unter Vertrag © getty

Die Zeichen verdichten sich, dass Diego nicht in Wolfsburg verlängern wird. Ein Winter-Wechsel scheint aber unwahrscheinlich.

Von Marcel Guboff und Daniel Becht

München - Diego zeigte am vergangenen Spieltag wieder seine Klasse. Er lieferte prompt aber auch Argumente, die nicht gerade für eine Vertragsverlängerung sprechen.

Zwar zirkelte der Spielmacher des VfL Wolfsburg den Ball beim 3:1-Sieg gegen Stuttgart zum zwischenzeitlichen 2:0 in die Maschen. Es war sein 13. Freistoß-Tor ? Bundesliga-Rekord.

Doch nur wenig später sahen die Zuschauer wieder die Diva Diego, die beim derzeitigen Champions-League-Aspiranten für unnötige Unruhe sorgt.

Als Trainer Dieter Hecking den Brasilianer in der 72. Minute auswechselte, gab der 28-Jährige seine Unzufriedenheit deutlich zu verstehen.

"Nur ein Dreiundzwanzigstel des Teams"

Widerwillig trottete er vom Platz. Widerwillig klatschte er den Coach ab. Wäre Hecking nicht auf Diego zugegangen, hätte der Brasilianer wohl auch den Handschlag verweigert. Und das Aufsehen um diese Szene wäre noch größer, als es ohnehin schon ist.

"Keiner geht gerne raus", kommentierte Diego: "Vor allem dann nicht, wenn er sich gut fühlt."

Klaus Allofs tobte förmlich wegen jener Szene. "Jeder hier", sagte der VfL-Manager, "ist ein Dreiundzwanzigstel des Teams. Nicht mehr und nicht weniger."

Vertrag wird wohl nicht verlängert

Diegos Vertrag in Wolfsburg läuft im Sommer aus. Der brasilianische Traditionsverein FC Santos bekundet seit Wochen Interesse an Diego.

"Wir haben keine Pläne, ihn abzugeben", erklärte Allofs: "Wir wollen jetzt nur noch nicht diese Entscheidung treffen, ob wir eben weitere drei oder vier Jahre mit ihm zusammenarbeiten." So weit die offizielle Verlautbarung.

Intern ist diese Entscheidung nach SPORT1-Informationen bereits gefallen. Demnach wollen die "Wölfe" nicht mit dem Brasilianer verlängern.

Allofs wolle mehr auf die Jugend setzen, heißt es. In Maximilian Arnold glauben die Wolfsburger bereits einen passenden Ersatz für den Brasilianer gefunden zu haben.

Außerdem soll Wolfsburg daran interessiert sein, Kevin de Bruyne von Chelsea nach Niedersachen zu holen.

Santos bietet angeblich stattliches Gehalt

Und dann wäre da noch der finanzielle Faktor. Diego soll ein Gehalt von 8,2 Millionen Euro beziehen. Sollte der VfL den Kontrakt doch verlängern, dann wohl nur mit drastischen Kürzungen.Anders ist es beim FC Santos.

Der Klub, bei dem Diego von 2002 bis 2004 spielte, würde den Spielmacher laut "Globo Esporte" gerne zurück in die Heimat holen. Allerdings noch nicht im Winter. sondern erst im Sommer.

Dann könnte der Klub eine Ablöse sparen und dem 28-Jährigen dafür ein stattliches Gehalt zahlen.

Diego will zur WM

Derzeit scheint es also, als würde das Spiel der Wölfe am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) noch nicht Diegos letztes für Wolfsburg sein.

Aber es könnte der Beginn einer Abschiedstour sein, bei der er sich für die WM empfehlen möchte. "Wenn die Chance da ist, werde ich mit all meinen Kräften dafür kämpfen", sagte er SPORT1.

Wolfsburg darf bis dahin also weiter auf seine Freistoßtore hoffen.

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