Augsburg überrascht die Liga mit konstanten Leistungen. Die sollen nach dem Hinrunden-Abschluss in Frankfurt längst nicht enden.

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Von Marcel Guboff und Patrick Hauser

Augsburg/München - Vor rund einem Jahr war der FC Augsburg klinisch tot. Heute ist der Patient so fit wie nie zuvor.

Da wundert es kaum, dass Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker bei SPORT1 sagt: "2013 war eine absolute Sensation."

Die Zahlen belegen das: Nachdem kaum jemand an den Klassenerhalt der bayrischen Schwaben geglaubt hatte, sammelte der FCA in 2013 bislang 47 Zähler - Platz sieben in der Jahrestabelle.

Magere neun Pünktchen hatten die Augsburger in der Hinrunde der vergangenen Saison gesammelt, der erste Nicht-Abstiegsplatz war zehn Zähler entfernt. Umso beachtlicher die Aufholjagd des FCA (Mehr zum Augsburger Höhenflug bei Bundesliga aktuell ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Am Ende reichte es mit Rang 15 sogar für den direkten Klassenerhalt. "Wir haben etwas Historisches geleistet", meint Callsen-Bracker.

Aufholjagd als Basis des Erfolgs

Jenes halbe Jahr sei daher eine "super Basis" gewesen, die dem Team viel Selbstvertrauen gegeben habe. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein.

"Wir ruhen uns nicht darauf aus. Wir sind hungrig darauf, weiter erfolgreich zu sein", verspricht der 29-Jährige Callsen-Bracker.

In der Tat scheint der Hunger noch lange nicht gestillt. In den vergangenen vier Partien sammelte der FCA zehn Zähler, steht mit insgesamt 23 auf Platz acht. "Das ist ein sehr schönes Gefühl", sagt Callsen-Bracker: "Allerdings steckt auch viel harte Arbeit dahinter."

Schlüssel zum Erfolg ist Trainer Markus Weinzierl, der dem Team seine Handschrift verpasste und dafür sorgte, das Image eines Abstiegs-Kandidaten loszuwerden.

Weinzierl als Schlüssel

"Markus hat klare Vorstellungen", sagte Manager Stefan Reuter im "kicker". Der Manager kam nach der schwachen Hinrunde der Vorsaison nach Augsburg und hat ebenfalls seinen Anteil an der Erfolgsgeschichte des FCA.

Auch wenn er das Lob lieber auf den Trainer verteilt: "Er ist aus der schwierigen Situation in der vergangenen Saison gestärkt hervorgegangen und hat viel Selbstvertrauen gesammelt. Das lebt er der Mannschaft jeden Tag vor."

Weinzierl hat aber auch die richtigen taktischen Mittel für den FCA parat. Er formte ein äußerst homogenes Team, das mittlerweile nahezu für jeden Gegner eine Herausforderung darstellt. Denn dem Coach gelingt es, das Maximum aus seiner Mannschaft herauszukitzeln.

Sechstbeste Defensive

Mit 24 Gegentreffern stellt Augsburg die sechstbeste Defensive der Liga. "Wir haben als Mannschaft unser Augenmerk darauf gelegt, dass wir taktisch disziplinierter verteidigen", erklärt Callsen-Bracker, der selbst großen Anteil daran hat: Der Abwehrchef hat in dieser Serie noch keine Minute verpasst.

Augsburg stehe "als Mannschaft kompakter, wir laufen die Gegner vorne besser an", findet Callsen-Bracker: "Dadurch verteidigen wir geschickter im Raum und haben uns als Team weiterentwickelt."

Zuletzt haben die Schwaben vier Spiele in Folge nicht verloren, drei davon gewonnen und nur ein Gegentor kassiert. Ein Indiz für eine gute Defensivordnung. Aber auch ein Indiz für einen guten Torhüter.

Hitz für Manninger

Als sich der bisherige Stammkeeper Alexander Manninger am Knie verletzte, machte sich Mohamed Amsif Hoffnungen auf dessen Erbe. Stattdessen entschied sich Weinzierl aber für Marwin Hitz. Und der Schweizer nutzte seine Chance.

All diese Faktoren haben dazu geführt, dass Augsburg nicht mehr der Underdog der Liga ist - auch wenn das der eine oder andere Gegner doch noch so sehen mag.

"Aber das kann uns nur recht sein", meint Callsen-Bracker: "Wir stehen in der Tabelle verdient dort, wo wir stehen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Bräuchten keine Winterpause"

Am heutigen Freitag bei Eintracht Frankfurt (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) wollen sie das wieder beweisen. "Wir haben eine breite Brust und werden es ihnen so schwer wie möglich machen", kündigt Callsen-Bracker an.

Ein Sieg wäre für die Augsburger der perfekte Abschluss eines perfekten Jahres. Für Weinzierl ist es daher "schade", dass 2013 zu Ende geht. "Wir bräuchten keine Winterpause. Wir sind gut drauf und haben eine grandiose Entwicklung genommen", meint der 42-Jährige.

Eine, die der Trainer 2014 nur allzu gerne fortsetzen möchte.

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